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Kleine AnfrageWahlperiode 20Beantwortet

Rechtsextreme Aufmärsche im dritten Quartal 2023

(insgesamt 9 Einzelfragen)

Fraktion

DIE LINKE

Ressort

Bundesministerium des Innern und für Heimat

Datum

08.11.2023

Aktualisiert

09.01.2024

Deutscher BundestagDrucksache 20/897420.10.2023

Rechtsextreme Aufmärsche im dritten Quartal 2023

der Abgeordneten Petra Pau, Nicole Gohlke, Clara Bünger, Anke Domscheit-Berg, Ates Gürpinar, Dr. André Hahn, Susanne Hennig-Wellsow, Andrej Hunko, Ina Latendorf, Ralph Lenkert, Cornelia Möhring, Sören Pellmann, Heidi Reichinnek, Martina Renner, Dr. Petra Sitte, Kathrin Vogler und der Fraktion DIE LINKE.

Vorbemerkung

Unter der Losung „Kampf um die Straße“ gehören Kundgebungen und Demonstrationen zum typischen Aktionsrepertoire der extremen Rechten. Die Größe solcher Aufmärsche reicht von einer Mahnwache mit einem Dutzend bis zu Großdemonstrationen von mehreren Tausend Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Insbesondere an jährlich wiederkehrenden Daten, wie der alliierten Bombardierung bestimmter Städte, dem 1. Mai oder dem 1. September als Antikriegstag, mobilisiert die extreme Rechte zu regionalen und bundesweiten Aufmärschen.

„Die nach außen gerichteter Wirkung der neofaschistischen Demonstrationspolitik dient dem Nachweis der Existenz einer neofaschistischen beziehungsweise einer neonazistischen Bewegung, die ihre politische Ideologie bis hin zur offen(siv)en Verherrlichung des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen verbreitet sowie der Ausübung einer Machtpolitik gegenüber staatlichen Institutionen und politischen Gegnern, die den Handlungsspielraum dieser Bewegung erweitern soll“ (Fabian Virchow, Demonstrationspolitik, in: Andreas Klärner, Michael Kohlstruck: Moderner Rechtsextremismus in Deutschland, Hamburg, 2006, S. 94f.). Rechtsextreme Aufmärsche dienen auch zur Einschüchterung all derjenigen, die zum Feindbild ernannt wurden, wie Migrantinnen und Migranten, politisch Andersdenkende oder alternative Jugendliche. Ein weiterer beabsichtigter Effekt ist die Zermürbung der demokratischen Öffentlichkeit, die an die scheinbare Normalität rechtsextremer Aufmärsche gewöhnt werden soll.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen9

1

Wie viele Aufmärsche, Mahnwachen oder sonstige öffentliche Auftritte der extremen Rechten fanden im dritten Quartal 2023 statt, wer trat bei diesen Aufmärschen als Anmelder in Erscheinung, und wo fanden die Demonstrationen statt (bitte nach Bundesländern aufschlüsseln)?

2

Mit welchem Motto bzw. Thema wurden die in Frage 1 erfragten Aufzüge angemeldet, wie viele Personen nahmen an den einzelnen Aufzügen teil, und fand eine überregionale Mobilisierung statt?

3

An welchen der in Frage 1 erfragten Aufzüge war die NPD oder eine ihrer Unterorganisationen organisatorisch beteiligt?

4

An welchen der in Frage 1 erfragten Aufzüge war die Partei „DIE RECHTE“ oder eine ihrer Unterorganisationen organisatorisch beteiligt?

5

An welchen der in Frage 1 erfragten Aufzüge war die Partei „Der III. Weg“ oder eine ihrer Unterorganisationen organisatorisch beteiligt?

6

An welcher der in Frage 1 erfragten Aufzüge war die AfD oder eine ihrer Unterorganisationen organisatorisch beteiligt?

7

Welche der in Frage 1 erfragten Aufzüge wurden aus dem Spektrum der Kameradschaften bzw. sonstigen Neonaziszene organisiert, und um welche Kameradschaften bzw. sonstigen Organisationen handelte es sich hierbei?

8

Bei welchen Aufmärschen, Mahnwachen oder sonstigen öffentlichen Auftritten der extremen Rechten kam es im dritten Quartal 2023 zu Straftaten, und um welche Straftaten handelte es sich hierbei?

9

Hat es zu den in den Fragen 1 bis 8 erfragten Sachverhalten Nachmeldungen für das erste und zweite Quartal 2023 gegeben, und welche Nachmeldungen hat es im Einzelnen gegeben?

Berlin, den 19. Oktober 2023

Amira Mohamed Ali, Dr. Dietmar Bartsch und Fraktion

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