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Kleine AnfrageWahlperiode 20Beantwortet

Zukunft des Musikfestivals Fête de la Musique

(insgesamt 11 Einzelfragen)

Fraktion

Die Linke

Ressort

Beauftr. der Bundesregierung für Kultur und Medien

Datum

04.11.2024

Aktualisiert

11.11.2024

Deutscher BundestagDrucksache 20/1347221.10.2024

Zukunft des Musikfestivals Fête de la Musique

der Abgeordneten Jan Korte, Anke Domscheit-Berg, Dr. André Hahn, Gökay Akbulut, Clara Bünger, Nicole Gohlke, Ina Latendorf, Cornelia Möhring, Petra Pau, Sören Pellmann, Martina Renner, Dr. Petra Sitte, Kathrin Vogler und der Gruppe Die Linke

Vorbemerkung

Die Fête de la Musique, 1982 in Paris ins Leben gerufen, ist heute das weltweit größte Musikfest. Sie bringt Menschen aller Altersgruppen und Kulturen zusammen, um auf Basis einer unkommerziellen Grundidee die universelle Sprache der Musik, getragen von den Werten Vielfalt, Völkerverständigung und Toleranz, zu feiern.

In Deutschland ist das Festival rasant gewachsen: Seit 2022 ist die Zahl der teilnehmenden Städte, in denen jedes Jahr am 21. Juni die regionale Musikszene mit Gratiskonzerten im öffentlichen Raum einen kostenlosen Zugang zu einem vielfältigen Veranstaltungsangebot ermöglicht, um 40 Prozent auf über 140 gestiegen. Die Lizenzvergabestelle der Marke Fête de la Musique für Deutschland liegt seit 2018 beim Musikzentrum Hannover gGmbH. Durch die Förderung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt konnte 2023 erstmals eine hauptamtliche Koordinatorin eingestellt werden, was das Wachstumspotenzial des deutschen Netzwerks noch weiter steigerte. Im Jahr 2024 beteiligten sich über 35 000 Ehrenamtliche, allein in Berlin gab es mehr als 300 Spielstätten.

Die Ziele der Fête de la Musique sind klar definiert: Es soll eine langfristige Anlaufstelle für Veranstaltende, Kooperationspartner und internationale Netzwerke geschaffen werden. Besonders die ehrenamtlichen Akteurinnen werden durch Beratung, fachlichen Input, Förderung und Vernetzung unterstützt. Ein weiteres Ziel ist die Steigerung der Anzahl der Veranstaltungsorte und die Stärkung der Amateurmusik sowie der Musikvermittlung. Mit dem Projekt Greener Fête de la Musique haben es sich die Veranstalterinnen und Veranstalter zur Aufgabe gemacht, den ökologischen Fußabdruck der Fête de la Musique Berlin zu reduzieren.

Nach Ansicht der Fragestellenden eröffnet der Zusammenschluss mit dem Deutschen Musikrat und weiteren Verbänden Chancen, gesellschaftliche und kulturpolitische Themen wie Nachhaltigkeit, Demokratie und die Förderung der Amateurmusik voranzutreiben. Das Prinzip der kulturellen Demokratie – mit den Schwerpunkten auf gleichem Zugang zu Kultur, Partizipation und Vielfalt – prägt das Netzwerk in Deutschland maßgeblich (vgl. www.somm.eu/somm-aktuelles/diesjaehrige-fete-de-la-musique-erhaelt-unterstuetzung-von-zahlreichen-musikwirtschaftsverbaenden).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen11

1

Welche Bedeutung misst die Bundesregierung der Fête de la Musique als kulturellem Instrument zur Förderung von Amateurmusik, Nachhaltigkeit und kultureller Teilhabe bei?

2

Ist der Bundesregierung bekannt, dass die Fête de la Musique als kostenfreie Veranstaltung im öffentlichen Raum in über 140 Städten, Gemeinden und Orten in Deutschland zeitgleich gefeiert wird, und wenn ja, wie bewertet die Bundesregierung die Bedeutung dieses Formats für die kulturelle Teilhabe und den Zugang zur Musik für die breite Bevölkerung?

3

Welche anderen unkommerziellen Kulturangebote, die einen kostenfreien Zugang für alle Bürgerinnen und Bürger ermöglichen, fördert die Bundesregierung (bitte entsprechend nach Kulturangebot, Förderhöhe und Zahl der Besucherinnen und Besucher aufführen)?

4

Wie bewertet die Bundesregierung das Wachstumspotenzial des Festivals in Deutschland, besonders hinsichtlich der steigenden Anzahl von Veranstaltungsorten und dem zunehmenden bürgerschaftlichen Engagement?

5

Welche konkreten finanziellen Mittel stellt die Bundesregierung für die Förderung des Fête de la Musique zur Verfügung?

6

Ist eine längerfristige finanzielle Unterstützung für das Fête-de-la-Musique- und das Deutschland-Netzwerk geplant, und wenn ja, inwiefern?

7

Welche Bedeutung misst die Bundesregierung der internationalen Vernetzung, insbesondere der deutsch-französischen Zusammenarbeit, im Rahmen der Fête de la Musique bei?

8

Gibt es Pläne, die im Rahmen des Festivals entstandenen Modellprojekte, wie das Greener Fête, auch auf andere Kulturveranstaltungen in Deutschland auszuweiten, und wenn ja, wie sehen diese aus?

9

Sind Maßnahmen geplant, um sicherzustellen, dass ehrenamtliche Akteure, die oftmals wenig Ressourcen haben, Zugang zu der Unterstützung und Beratung dieser Anlaufstelle bekommen, und wenn ja, welche?

10

Gibt es spezielle Maßnahmen oder Förderungen, um die Fête de la Musique auch in ländlichen Regionen und in wirtschaftlich benachteiligten Gebieten zu etablieren, wenn ja, welche sind dies im Einzelnen, und wenn nein, warum nicht (bitte entsprechend aufführen)?

11

Plant die Bundesregierung, die kulturelle Teilhabe in strukturschwachen Gebieten durch die Ausweitung der Veranstaltungsorte zu fördern, und wenn ja, wie?

Berlin, den 11. Oktober 2024

Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Gruppe

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