Elektroauto-Rekordfahrt von DBM Energy
der Abgeordneten Dr. Valerie Wilms, Dr. Anton Hofreiter, Winfried Hermann, Bettina Herlitzius, Stephan Kühn, Ingrid Nestle, Daniela Wagner und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Am 26. Oktober 2010 hat die kleine Berliner Firma DBM Energy GmbH mit einer von ihr entwickelten Batterie einen Langstreckenweltrekord für Elektroautos aufgestellt. Der auf Elektroantrieb umgerüstete Audi A2 fuhr 600 Kilometer von München nach Berlin mit einer Batterieladung. Laut der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) vom 26. Oktober 2010 wurde der Umbau des Fahrzeugs mit Mitteln aus dem BMWi unterstützt und die Testfahrt von München nach Berlin wurde in Begleitung von Angehörigen des BMWi zurückgelegt.
Der ADAC hat in der Dezemberausgabe seiner millionenfach verbreiteten Mitgliederzeitschrift „ADAC Motorwelt“ umfangreich über die Rekordfahrt berichtet (Heft 12/2010, S. 52 bis 55). Dort werden erhebliche Zweifel an der Seriosität des Langstreckenweltrekords für Elektroautos geäußert.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen7
Kann die Bundesregierung Presseberichte (ADAC 12/2010), dass bis heute keine nachprüfbaren Informationen zur Akkutechnik von der Firma DBM Energy GmbH vorliegen, bestätigen?
Kann die Bundesregierung Presseberichte (ADAC 12/2010) bestätigen, dass eine neutrale technische Abnahme des Fahrzeugs bis heute nicht stattgefunden hat?
Wie bewertet die Bundesregierung die Beweiskraft der Langstreckenfahrt angesichts der Tatsache, dass der bestellte Notar kurzfristig abgesagt hatte?
Ist der Bundesregierung bekannt, dass der Audi A2 mehrfach während der Tour für 20 bis 30 Minuten aus dem Sichtfeld mitfahrender Journalisten verschwand, und wenn ja, wie bewertet sie dies?
Wird sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass das Unternehmen DBM Energy GmbH die Leistungsfähigkeit der Akkutechnik durch einen Reichweitencheck nachweist?
Ist der Bundesregierung bekannt, ob weitere Maßnahmen geplant sind, um Zweifel an der Technik auszuräumen?
Welche Gründe waren dafür ausschlaggebend, dass die Rekordfahrt durch das BMWi finanziell unterstützt wurde?