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Kleine AnfrageWahlperiode 21Beantwortet

Cybersicherheit und Stellenentwicklung im Bereich IT-Sicherheit im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium der Finanzen

Datum

10.11.2025

Aktualisiert

15.12.2025

Deutscher BundestagDrucksache 21/240527.10.2025

Cybersicherheit und Stellenentwicklung im Bereich IT-Sicherheit im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen

der Abgeordneten Tobias Matthias Peterka, Kay Gottschalk, Ulrich von Zons, Lukas Rehm, Manfred Schiller, Tobias Teich, Gerold Otten, Dr. Rainer Kraft, Jan Wenzel Schmidt, Thomas Korell, Dr. Paul Schmidt, Robin Jünger, Dr. Malte Kaufmann, Dr. Daniel Zerbin, Dr. Christina Baum, Mirco Hanker, Reinhard Mixl, Dr. Michael Blos, Carolin Bachmann, Stefan Keuter, Marc Bernhard, Dr. Maximilian Krah, Knuth Meyer-Soltow, Claudia Weiss, Julian Schmidt, Achim Köhler, Edgar Naujok, Kay-Uwe Ziegler, Joachim Bloch, Udo Theodor Hemmelgarn, Stefan Henze, Uwe Schulz, Sascha Lensing, Rocco Kever, Volker Scheurell, Otto Strauß, Tobias Ebenberger und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Die Cybersicherheitslage in Deutschland wird von der Bundesregierung und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) regelmäßig als „angespannt bis kritisch“ beschrieben (www.tuev-verband.de/pressemitteilungen/angespannt-bis-kritisch-die-cybersicherheitslage-in-deutschland#:~:text=Lagebericht%20des%20BSI:%20Cybersicherheit%20in%20Deutschland%20). Auch der Bundesrechnungshof warnt vor eklatanten Sicherheitslücken in den Rechenzentren und Netzen des Bundes (www.spiegel.de/politik/deutschland/cybersicherheit-rechnungshof-warnt-vor-mangelndem-schutz-der-bundes-it-a-6baacfe5-2e6b-4e8b-a64b-e10d9cf2585e). Unter anderem bemängelt der Bundesrechnungshof, dass weniger als 10 Prozent der mehr als 100 Bundesrechenzentren die Mindeststandards erfüllen, dass die Notstromversorgung in Krisenlagen vielfach unzureichend ist und dass kritische IT-Dienste oft nicht georedundant verfügbar sind (s. o.). Nach aktuellen Berichten hat die Bundesregierung im Bereich IT-Sicherheit Stellen abgebaut (www.security-insider.de/bund-reduziert-it-sicherheitsstellen-a-508f57e078fd32fa7cd1a915db00c76e/).

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ist im Hinblick auf die Sicherheit seiner IT-Infrastruktur besonders exponiert. Das Bundesministerium betreibt komplexe IT-Systeme zur Steuerung von Haushalts- und Finanzströmen, zur Kommunikation mit anderen Ressorts, Behörden und internationalen Partnern sowie zur internen Verwaltungsarbeit. Ein erfolgreicher Angriff auf die interne IT des BMF kann nicht nur zu erheblichen Funktionsstörungen im Bundesministerium selbst führen, sondern auch Kettenreaktionen im föderalen Finanzgefüge auslösen – bis hin zu Einschränkungen bei Steuereinnahmen, des Haushaltsvollzugs und der internationalen Finanzkooperation. Das BMF ist daher in besonderem Maße auf funktionsfähige und sichere IT-Infrastrukturen angewiesen – sei es im Bereich der Finanzverwaltung, bei sensiblen Zahlungssystemen, beim Zoll oder bei nachgeordneten IT-Dienstleistern wie dem Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen19

1

Über wie viele Rechenzentren verfügt das BMF aktuell, und wie viele davon erfüllen die geltenden Mindeststandards für IT-Sicherheit?

2

Welche dieser Rechenzentren verfügen nachweislich über eine funktionierende Notstromversorgung, die auch längerfristige (über mehrere Stunden oder Tage) Krisenlagen abdecken kann?

3

An welchen Standorten des BMF sind kritische IT-Dienste georedundant verfügbar, und wie wird die Ausfallsicherheit regelmäßig überprüft?

4

Welche Investitionen hat das BMF in den Jahren von 2022 bis 2025 konkret für den Ausbau und die Absicherung seiner IT-Infrastruktur (einschließlich Rechenzentren, Netze, Cloudlösungen) getätigt?

5

In welchem Umfang hat das BMF in den vergangenen fünf Jahren Sicherheitsüberprüfungen (z. B. durch das BSI oder durch unabhängige Dienstleister) durchführen lassen, und mit welchen Ergebnissen?

6

Welche organisatorischen Zuständigkeiten für Cybersicherheit bestehen innerhalb des BMF (z. B. eigenes Computer Emergency Response Team [CERT], IT-Sicherheitsreferate, Zusammenarbeit mit dem BSI)?

7

Welche Maßnahmen hat das BMF seit 2020 ergriffen, um auf die Kritikpunkte des Bundesrechnungshofes im Bereich IT-Sicherheit zu reagieren?

8

Wie viele Sicherheitsvorfälle oder Cyberangriffe wurden in den letzten fünf Jahren im Zuständigkeitsbereich des BMF registriert, und wie wurde jeweils darauf reagiert (bitte nach Jahr und Anzahl der Vorfälle aufschlüsseln)?

9

Welche Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen zum Thema Cybersicherheit wurden für Mitarbeiter des BMF seit 2020 durchgeführt?

10

Welche konkreten Schritte plant das BMF, um bis spätestens 2030 die vollständige Einhaltung der vom Bundesrechnungshof geforderten Mindeststandards (inklusive Notstromversorgung und georedundanter Systeme) sicherzustellen?

11

Wie viele Stellen im Bereich IT-Sicherheit existieren derzeit im Geschäftsbereich des BMF (bitte nach Behörden und Besoldungsgruppen aufschlüsseln)?

12

Wie hat sich die Zahl der IT-Sicherheitsstellen im BMF seit 2020 entwickelt (bitte jährlich angeben und nach Behörden differenzieren)?

13

Wurden in den Jahren 2022, 2023 und 2024 Stellen im Bereich IT-Sicherheit im Geschäftsbereich des BMF abgebaut, umgewidmet oder neu geschaffen, und wenn ja, in welchem Umfang?

14

Welche konkreten Aufgabenbereiche decken die IT-Sicherheitsstellen im BMF ab (z. B. Netzwerksicherheit, Kryptografie, Incident Response, Schutz kritischer Finanzinfrastrukturen, IT-Forensik)?

15

Wie viele dieser Stellen sind derzeit unbesetzt, und wie lange bleiben offene Stellen im Durchschnitt vakant?

16

Welche besonderen Schwierigkeiten sieht die Bundesregierung ggf. bei der Gewinnung von IT-Sicherheitsfachkräften im Geschäftsbereich des BMF, und welche Maßnahmen werden ggf. ergriffen, um diese Herausforderungen zu bewältigen?

17

Welche Rolle spielt das Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) in Bezug auf die IT-Sicherheit für das BMF, wie entwickelt sich dort die Personalausstattung in diesem Bereich, und inwiefern sind ggf. Finanzverwaltung und Zoll im Hinblick auf ihre IT-Sicherheitskapazitäten durch Fachkräftemangel oder Stellenkürzungen betroffen?

18

Welche Maßnahmen ergreift das BMF ggf., um die Resilienz seiner besonders sensiblen Systeme (z. B. Zahlungsverkehr, Steuereinzug, Zollabwicklung) trotz möglicher Personalknappheit im Bereich IT-Sicherheit sicherzustellen?

19

Plant die Bundesregierung, die IT-Sicherheitskapazitäten im BMF mittelfristig auszubauen, und wenn ja, mit welchem zeitlichen Horizont?

Berlin, den 22. Oktober 2025

Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion

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