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Kleine AnfrageWahlperiode 21Beantwortet

Verbreitung von Selbstverteidigungsmitteln und Entwicklung der Kleinen Waffenscheine seit 2015 vor dem Hintergrund des Sicherheitsgefühls in der Bevölkerung

(insgesamt 6 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium des Innern

Datum

17.04.2026

Aktualisiert

20.05.2026

Deutscher BundestagDrucksache 21/520807.04.2026

Verbreitung von Selbstverteidigungsmitteln und Entwicklung Kleiner Waffenscheine seit 2015 vor dem Hintergrund des Sicherheitsgefühls in der Bevölkerung

der Abgeordneten Bastian Treuheit, Martin Hess, Sascha Lensing, Andreas Mayer, Lukas Rehm, Raimond Scheirich und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Ein aktueller Zeitungsbericht beschreibt ein wachsendes Unsicherheitsempfinden in der deutschen Bevölkerung. In diesem Zusammenhang wird auch auf einen deutlichen Anstieg der Kleinen Waffenscheine verwiesen, deren Zahl sich seit 2015 von rund 286 000 auf über 900 000 Erlaubnisse im Jahr 2025 mehr als verdreifacht haben soll (vgl. www.bild.de/politik/von-abwehrspray-bis-zwille-deutschland-bewaffnet-sich-69b7bbe2e74d99f444f824bf). Der Kleine Waffenschein berechtigt zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen in der Öffentlichkeit.

Auch aktuelle Umfragen deuten auf ein erhöhtes Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung hin. So zeigt der ARD-„Deutschlandtrend“ vom November 2025, dass sich rund die Hälfte der Befragten im öffentlichen Raum unsicher fühlt und das Sicherheitsgefühl damit weiter gesunken ist (www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/panorama_nt/article690cedc60580923d09989be4/umfrage-sicherheitsgefuehl-in-deutschland-sinkt.html?utm_source=chatgpt.com). Ein gestiegenes Sicherheitsbedürfnis wird mit einer verstärkten Nutzung und dem Erwerb von Selbstverteidigungsmitteln in Verbindung gebracht. Die Datenlage zur Verbreitung von Selbstverteidigungsmitteln ist begrenzt. Vor diesem Hintergrund ist für die Fragesteller von Interesse, wie sich die Verbreitung entsprechender Gegenstände seit 2015 entwickelt hat und welche Erkenntnisse der Bundesregierung hierzu vorliegen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen6

1

Wie viele gültige Kleine Waffenscheine waren jeweils zum Stichtag 31. Dezember der Jahre 2015 bis 2025 im Nationalen Waffenregister gespeichert, und wie hat sich dieser Bestand im genannten Zeitraum entwickelt (bitte nach Jahren aufschlüsseln) hinsichtlich a) der Anzahl der neu erteilten Kleinen Waffenscheine? b) der Anzahl der widerrufenen oder zurückgenommenen Kleinen Waffenscheine sowie sonstiger Abgänge (z. B. Verzicht, Tod) und welche Erkenntnisse zu den maßgeblichen Gründen für Widerruf oder Rücknahme vorliegen (z. B. fehlende waffenrechtliche Zuverlässigkeit, strafrechtliche Auffälligkeiten)? c) des sich daraus ergebenden jährlichen Nettozuwachses bzw. -rückgangs?

Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt.

2

Wie verteilen sich die unter Frage 1 genannten Bestände jeweils nach Bundesländern (bitte für alle genannten Stichtage ausweisen)?

3

Welche demografischen Merkmale (insbesondere Alter in Gruppen, Geschlecht und Staatsangehörigkeit) der Inhaber Kleiner Waffenscheine werden im Nationalen Waffenregister grundsätzlich erfasst, und welche davon kann die Bundesregierung für die Jahre 2015 bis 2025 statistisch auswerten (bitte nach Jahr ausweisen und etwaige Einschränkungen erläutern)?

4

Auf welche amtlichen oder externen Datenquellen stützt sich die Bundesregierung bei der Bewertung der Verbreitung erlaubnisfreier Selbstverteidigungsmittel seit 2015, und welche Datenlücken bestehen hierbei?

5

Welche Zeitreihen oder Studien zum subjektiven Sicherheitsgefühl bzw. zur Kriminalitätsfurcht liegen der Bundesregierung seit 2015 vor, und welche zentralen Entwicklungen lassen sich daraus insbesondere im Zeitverlauf sowie nach Wohnortgröße (Stadt/Land) ableiten?

6

Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zur Entwicklung des subjektiven Sicherheitsgefühls seit 2015 vor, und inwieweit sieht sie einen Zusammenhang zwischen Veränderungen dieses Sicherheitsgefühls und der zunehmenden Verbreitung von Selbstverteidigungsmitteln bzw. Kleinen Waffenscheinen?

Berlin, den 2. April 2026

Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion

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