BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 17Beantwortet

Imkerei 2011: Qualitätsverbesserungen durch Aus- und Weiterbildung

Aktuelle Herausforderungen für das Imkerwesen, biotische und abiotische Einflussfaktoren, Bekämpfung der Varroa-Milbe, Aufgaben der Amtsveterinäre, Qualität der Bienenhaltung, Meldepflicht, Notwendigkeit vertiefender Aus- und Weiterbildungsangebote für Imker, Angebote von Einrichtungen der Länder, Werbung von Neueinsteigern, Imkerpatenschaften, Einführung einer einheitlichen verpflichtenden Prüfung für neue Imker, rechtliche Verankerung; Fortschreibung von Maßnahmen im Rahmen der 2. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)<br /> (insgesamt 15 Einzelfragen)

Fraktion

DIE LINKE

Ressort

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Datum

21.07.2011

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 17/652107. 07. 2011

Imkerei 2011: Qualitätsverbesserungen durch Aus- und Weiterbildung

der Abgeordneten Dr. Kirsten Tackmann, Karin Binder, Ralph Lenkert, Sabine Stüber, Alexander Süßmair und der Fraktion DIE LINKE.

Vorbemerkung

Die Bedeutung der Bestäubungsleistungen von Honigbienen für die Biodiversität, die Landwirtschaft und den Gartenbau ist hinreichend bekannt. Bienen werden oftmals als das wirtschaftlich drittwichtigste Nutztier nach Rindern und Schweinen bezeichnet. Gleichzeitig sieht sich die Imkerei nach wie vor einer Vielzahl von Problemen gegenüber.

Die abnehmende Artenvielfalt im ländlichen Raum verringert die Anzahl und Zeitspanne von blühender Ackerbau-Flora. Folgen von Pestizidausbringungen und chemischen Behandlungsmitteln von Saatgut beeinträchtigen die Bienen und können, wie im Frühsommer 2008 geschehen, ganze Völker vernichten. Hinzu kommen Krankheits- und Schädlingsbefall der Tiere, welche für viele Imkerinnen und Imker ein ernstzunehmendes Problem darstellen.

Um diesen Herausforderungen begegnen zu können, sind gut aus- und weitergebildete Imkerinnen und Imker gefragt. Sie bilden die Grundlage für gesunde und vitale Bienenvölker und damit auch für Landwirtschaft und Gartenbau wichtige Bestäubungsgrundlage. Gleichzeitig hat die Imkerei mit einem strukturellen Defizit zu kämpfen. Die aktiven nebenberuflichen und Berufsimker sind stark überaltert und immer weniger junge Menschen sind bereit, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. Mehr politische Wertschätzung und eine deutliche Verbesserung der Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Imkerinnen und Imker können helfen, sich der Herausforderung zu stellen und der Imkerei eine Zukunft zu geben.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen15

1

Wie bewertet die Bundesregierung die Auswirkung imkerlichen Handels auf das Wohlergehen eines Bienenvolkes im Verhältnis zu anderen positiven und negativen (biotischen und abiotischen) Einflussfaktoren?

2

Wie bewertet die Bundesregierung die Bekämpfung der Varroamilbe in Deutschland? Welche statistischen Daten über Bekämpfungsmethoden und deren Auswirkungen liegen ihr vor? Wie hat sich der Varroabefall in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

3

Welche Aufgaben sollten die Amtsveterinärinnen und Amtsveterinäre im Rahmen der Varroabekämpfung nach Ansicht der Bundesregierung wahrnehmen? Gibt es hierbei ggf. gesetzlichen Änderungsbedarf?

4

Welche Rückschlüsse zieht die Bundesregierung aus den bisher gemachten Erfahrungen der Einhaltung der Meldepflicht von Anzahl und Standorten der Bienenvölker?

5

Wie viele Bienenvölker werden nach Schätzung der Bundesregierung dabei nicht erfasst?

6

Welche Anforderungen an die Imkerei müssen nach Ansicht der Bundesregierung vorhanden sein, um die Bienengesundheit zu erhalten und die Verluste von Völkern zu minimieren?

7

Für welche Bereiche der Imkerei sieht die Bundesregierung die größte Notwendigkeit vertiefende Aus- und Weiterbildungsangebote anzubieten?

8

Wie bewertet die Bundesregierung die unterschiedlichen Maßnahmen zur Werbung von Neueinsteigerinnen und Neueinsteigern? Welche Maßnahmen hält sie für besonders erfolgsversprechend?

9

Wie schätzt die Bundesregierung den Erfolg der lokalen Imkerpatenschaften für Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger ein, und wie kann ein solches Modell bundesweit unterstützt werden?

10

Welche fachlichen Aus- und Weiterbildungsangebote werden in Deutschland für Imkerinnen und Imker durch öffentliche Einrichtungen der Länder oder des Bundes angeboten? Wie bewertet die Bundesregierung diese Angebote, und welche Verbesserungsvorschläge hat sie?

11

Welche Auswirkungen hat nach Ansicht der Bundesregierung die freiwillige Aus- und Weiterbildung von Imkerinnen und Imkern auf die Qualität der Bienenhaltung? Reicht die aktuelle Beteiligung daran aus?

12

Wie bewertet die Bundesregierung vor diesem Hintergrund die Einführung einer bundes- oder landesweit einheitlichen, verpflichtenden Prüfung für neue Imkerinnen und Imker (z. B. „Bienenführerschein“)?

13

In welchen Gesetzen oder Verordnungen würde die Bundesregierung eine solche Prüfung gesetzlich verankern?

14

Welche Maßnahmen im Rahmen der II. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), welche nach Ansicht der Bundesregierung besonders positiv für Bienen sind, sollten auch nach dem Auslaufen der aktuellen Förderperiode 2007 bis 2013 erhalten bleiben?

15

Wie bewertet die Bundesregierung das seit Mai 2011 laufende Kooperationsprojekt „Biene sucht Bauer“ hinsichtlich seiner Wirkung auf die Agrarstruktur und Agrobiodiversität?

Berlin, den 7. Juli 2011

Dr. Gregor Gysi und Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen