Kooperation deutscher Forschungsinstitute mit der Universität Alberta zum klimaschädlichen Abbau fossiler Rohstoffe
der Abgeordneten Oliver Krischer, Sylvia Kotting-Uhl, Hans-Josef Fell, Bärbel Höhn, Undine Kurth (Quedlinburg), Nicole Maisch, Dr. Hermann E. Ott, Dorothea Steiner und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V. unterhält eine Forschungskooperation mit der kanadischen Universität Alberta. Laut dem Internetangebot der Helmholtz-Alberta Initiative (HAI)1 sind von deutscher Seite aus das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH (UFZ), das Forschungszentrum Jülich GmbH (FZJ), das Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ) und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) an der Forschungskooperation beteiligt. Ziel der HAI ist es nach eigenen Angaben, in den Forschungsbereichen Energie und Umwelt wissenschaftlich fundierte und an Nachhaltigkeitsgrundsätzen ausgerichtete Lösungen zu entwickeln. Konkret sollen auf der Grundlage der Erfahrungen beim Abbau von Ölsanden (Kanada) und dem Abbau von Braunkohle (Deutschland) im Rahmen gemeinsamer Forschungsprojekte Lösungen für die drängenden dabei entstehenden Umweltprobleme entwickelt werden. Die Forschungsprojekte der HAI sind in sechs unterschiedlichen Themenbereichen gegliedert, die jedoch keineswegs ausschließlich ökologische Fragestellungen abdecken. Bei den sechs Forschungsthemen handelt es sich konkret um: 1. Bitumen- und Kohleveredlung, 2. CO2-Abscheidung, 3. CO2-Speicherung, 4. Geothermale Energie, 5. Sanierung der Abwässer der Ölsandförderung und 6. Rekultivierung und Landschaftsentwicklung. Laut dem Internetangebot der HAI wird diese Forschungskooperation gegenwärtig mit 25 Mio. kanadische Dollar von der kanadischen Regierung gefördert. Die Initiative gibt an, weitere Forschungsgelder von staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen einwerben zu wollen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen11
Hat die HAI in der Vergangenheit bei staatlichen deutschen Zuwendungsgebern oder Forschungsorganisationen Fördermittel beantragt, und wenn ja, bei welchen, und in welcher Höhe?
In welchem Umfang wurde die HAI in der Vergangenheit mit öffentlichen Mitteln aus Deutschland gefördert, von welchen staatlichen Zuwendungsstellen oder Forschungsorganisationen, und in welcher Höhe ?
In welchem Umfang wird die HAI im laufenden Haushaltsjahr 2012 durch öffentliche Mittel aus Deutschland gefördert? Wie viele Mittel davon entfallen auf den Bund?
Bei welchen deutschen staatlichen Zuwendungsgebern hat die HAI für welche konkreten Forschungsprojekte Mittel beantragt?
Ist der Bundesregierung bekannt, ob und bei welchen staatlichen deutschen Zuwendungsgebern die HAI künftig Mittel beantragen will, und wenn ja, bei welchen Zuwendungsgebern, und für welche konkreten Projekte?
Sind der Bundesregierung die bisherigen Ergebnisse der Forschungsprojekte der HAI bekannt, wenn ja, wo sind diese Ergebnisse dokumentiert?
Welche dieser Ergebnisse erachtet die Bundesregierung dabei als die wichtigsten Ergebnisse?
Wie beurteilt die Bundesregierung die Bedeutung der Forschungsprojekte der HAI für die deutsche Energiepolitik?
Wie beurteilt die Bundesregierung die Bedeutung der HAI- Forschungsprojekte für die internationale Klimaschutzpolitik?
Sieht die Bundesregierung die Forschungskooperation HAI als einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum globalen Klimaschutz an, und in welchem Kontext wird dabei der Ausstieg Kanadas aus den Kyoto-Vereinbarungen gesehen?
Hält die Bundesregierung die staatliche Förderung der Erforschung klimaschädlicher Technologien, wie z. B. der Ölsandförderung und der CCS- Technologie für sinnvoll, und wenn ja, warum, und wenn nein, warum nicht?