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Kleine AnfrageWahlperiode 17Beantwortet

Situation der Patientinnen und Patienten mit Chronischem Erschöpfungssyndrom

Entwicklung des Chronischen Erschöpfungssyndroms (CFS) in den letzten zehn Jahren, Pflegeleistungen aufgrund von CFS, Dunkelziffern und Fehldiagnosen, CFS in der ärztlichen Aus- und Weiterbildung, Forschungen zu CFS<br /> (insgesamt 10 Einzelfragen)

Fraktion

DIE LINKE

Ressort

Bundesministerium für Gesundheit

Datum

26.02.2013

Antwortdauer

19 Tage

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 17/1231307. 02. 2013

Situation der Patientinnen und Patienten mit Chronischem Erschöpfungssyndrom

der Abgeordneten Dr. Martina Bunge, Matthias W. Birkwald, Jutta Krellmann, Cornelia Möhring, Yvonne Ploetz, Harald Weinberg, Sabine Zimmermann und der Fraktion DIE LINKE.

Vorbemerkung

Nach Aussagen des Bundesverbands Chronisches Erschöpfungssyndrom – Fatigatio e. V. – leiden in Deutschland ca. 300 000 Menschen am Chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS). Dies entspricht auch anderen internationalen Studien, die von einer Prävalenz von ca. 0,5 Prozent der Bevölkerung ausgehen. Zu 75 Prozent sind Frauen betroffen. Die Ursache von CFS ist bislang nicht bekannt. Vermutet wird ein Zusammenhang mit einer Schwächung des Immunsystems. Die Diagnose ist nicht leicht zu stellen und daher wird nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen CFS diagnostiziert. Häufig wird statt CFS eine psychische Erkrankung angenommen.

Nicht zuletzt aufgrund durch die vermutlich häufig nicht erkannten CFS/ME-Erkrankungen (ME = myalgische Enzephalomyelitis) fehlt es an einer adäquaten Behandlung der Patientinnen und Patienten. Schilderungen von Patientinnen und Patienten werden häufig nicht ernst genommen, die Symptome werden verharmlost und letztlich zumeist psychisch erklärt. Die Einordnung als neuroimmunologische Erkrankung im ICD 10 scheint häufig nicht bekannt zu sein.

Letztlich mangelt es nach Ansicht des Bundesverbandes auch an Forschung zu dieser Erkrankung.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen10

1

Bei wie vielen Menschen wurden in Deutschland in den letzten zehn Jahren jeweils CFS bzw. ME diagnostiziert?

2

Wie viele Menschen sind in Deutschland aufgrund von CFS bzw. ME frühverrentet?

3

Wie viele Menschen erhalten aufgrund von CFS bzw. ME Pflegeleistungen?

4

Von welchen Dunkelziffern, also nicht oder falsch diagnostizierten Erkrankten, geht die Bundesregierung aus?

5

Wie bewertet die Bundesregierung nationale und internationale Schätzungen, nach denen ca. 80 Prozent der Erkrankten nicht oder falsch diagnostiziert sind?

6

Welche Kenntnisse besitzt die Bundesregierung zur Berücksichtigung von CFS bzw ME in der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung?

7

Welche Forschungsvorhaben werden durch die Bundesregierung zu CFS oder ME gefördert?

8

Welche Forschungsvorhaben in Deutschland sind der Bundesregierung zu CFS und ME bekannt?

9

Sieht die Bundesregierung weiteren Forschungsbedarf bezüglich CFS und ME über die bisherige Forschung hinaus, und wie befördert die Bundesregierung diesen Forschungsbedarf zu CFS bzw. ME?

10

Auf welchen Gebieten sieht die Bundesregierung Handlungsbedarf, um potentiell von CFS bzw. ME Betroffene schneller zu erkennen bzw. besser zu unterstützen?

Berlin, den 7. Februar 2013

Dr. Gregor Gysi und Fraktion

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