Behandlungs- und Versorgungssituation Alkoholabhängiger sowie Ausbildungslage im Medizinstudium
der Abgeordneten Frank Tempel, Jan Korte, Raju Sharma, Halina Wawzyniak, Harald Weinberg und der Fraktion DIE LINKE.
Vorbemerkung
Alkoholabhängigkeit ist eine Volkskrankheit (laut BKK Gesundheitsreport 2007 liegt die Prävalenz bei 5 Prozent). Laut dem Report der Weltgesundheitsorganisation – Alcohol in the European Union. Consumption, harm and policy approaches – und dem Alcohol Comparator Report – Alkoholkonsum, Abhängigkeit und Gesundheitsschäden in Deutschland – ist der Alkoholkonsum bei Erwachsenen gleichbleibend hoch. In Deutschland sterben jährlich etwa 74 000 Menschen an den Folgen des Alkoholmissbrauchs. Eine psychische oder verhaltensbezogene Störung durch Alkohol wurde im Jahr 2011 als zweithäufigste Einzeldiagnose in Krankenhäusern mit 338 400 Behandlungsfällen diagnostiziert (Jahrbuch Sucht 2013, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen).
Die Antwort der Bundesregierung auf die o. g. Kleine Anfrage macht weitere Nachfragen notwendig.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen3
Plant die Bundesregierung, Daten zu erheben bzw. die Datenerhebung zu veranlassen, um bestehende Informationslücken zu schließen?
Hat die Bundesregierung Ergebnisse zu den von ihr angestoßenen Maßnahmen („Sucht im Alter“, „Aktionswoche Alkohol – Alkohol? Weniger ist besser!“, „Alkohol? – Kenn dein Limit“), bzw. werden diese evaluiert?
Inwieweit werden Genderunterschiede in der „Alkoholpolitik“ berücksichtigt?