Einsätze von Jugendoffizieren und Karriereberatern im Jahr 2013
der Abgeordneten Ulla Jelpke, Christine Buchholz, Annette Groth, Inge Höger, Andrej Hunko, Katrin Kunert, Michael Leutert, Stefan Liebich, Frank Tempel, Kathrin Vogler, Halina Wawzyniak und der Fraktion DIE LINKE.
Vorbemerkung
Jugendoffiziere der Bundeswehr sowie sogenannte Karriereberater machen an Schulen massiv Reklame für die Bundeswehr.
Während Jugendoffiziere das Ziel haben, den Auftrag der Bundeswehr, darunter auch die Auslandseinsätze, zu rechtfertigen, wollen Karriereberater die Jugendlichen für den „Arbeitgeber“ Bundeswehr interessieren.
Wie wichtig die Arbeit von Militärangehörigen an Schulen aus Sicht der Bundeswehr ist, zeigt sich unter anderem darin, dass sie im Jahr 2012 deutlich mehr Schülerinnen und Schüler als noch im Jahr davor erreicht hat. Die Jugendoffiziere hatten im Jahr 2012 in Schulen, bei Truppenbesuchen und weiteren Anlässen 140 000 Schülerinnen und Schüler erreicht, rund 10 000 mehr als im Jahr davor (vgl. Jugendoffiziersbericht 2012). Die Karriereberater kamen auf 254 000 Schülerinnen und Schüler (Antwort auf die Kleine Anfrage zu Frage 13 auf Bundestagsdrucksache 17/14703), etwas mehr als im Jahr 2011 (Bundestagsdrucksache 17/11224, Anlage 1), und das trotz sinkender Schülerzahlen.
Eine Vielzahl außerparlamentarischer Organisationen lehnt diese Form der Einflussnahme der Bundeswehr auf Schülerinnen und Schüler ab. So hat etwa die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gemeinsam mit dem Deutschen Bündnis Kindersoldaten und dem Arbeitskreis DARMSTÄDTER SIGNAL das kritische Forum für Staatsbürger in Uniform erst im Dezember 2013 gefordert, dass Werbemaßnahmen der Bundeswehr bei Minderjährigen künftig unterbleiben sollen (www.gew.de/Bundeswehr_Keine_Rekrutierung_Jugendlicher_mehr_zulassen.html). „Eine ausgewogene Beschäftigung mit der Thematik ,Krieg und Frieden‘ ist bei der Begegnung mit Jugendoffizieren und Wehrdienstberatern an Schulen kaum gegeben“, so GEW-Vorsitzende Marlis Tepe.
Auch DIE LINKE. hat wiederholt dargelegt, dass Schulen aus ihrer Sicht nicht zu Propaganda- oder Rekrutierungszwecken genutzt werden dürfen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen20
Wie viele Vorträge an Schulen haben die Jugendoffiziere der Bundeswehr im Jahr 2013 gehalten (bitte nach unterschiedlichen Schulformaten untergliedern)?
Wie viele Schülerinnen und Schüler wurden dabei jeweils erreicht?
An wie vielen Podiumsdiskussionen haben die Jugendoffiziere in den unterschiedlichen Schultypen jeweils teilgenommen, und wie viele Schülerinnen und Schüler wurden dabei jeweils erreicht?
Wie viele Seminare haben die Jugendoffiziere mit Schülerinnen und Schülern durchgeführt, und wie viele Schülerinnen und Schüler wurden dabei erreicht?
Wie viele Besuche bei der Truppe haben Jugendoffiziere im Klassenrahmen durchgeführt?
Wie viele Schülerinnen und Schüler haben sich an den von Jugendoffizieren angebotenen Besuchen bei der Truppe beteiligt?
Wie viele Vorträge haben Jugendoffiziere vor Multiplikatoren gehalten?
a) Wie viele Multiplikatoren wurden dabei insgesamt erreicht?
b) Wie viele dieser Vorträge fanden vor Lehrkräften statt, und wie viele Lehrerinnen und Lehrer bzw. Referendarinnen und Referendare wurden dabei insgesamt erreicht?
c) Wie viele Vorträge fanden vor Vertretern von Schulbehörden statt, und wie viele Personen haben daran teilgenommen?
Wie viele Seminare haben Jugendoffiziere mit Multiplikatoren durchgeführt?
a) Wie viele Multiplikatoren wurden dabei insgesamt erreicht?
b) Wie viele Seminare fanden mit Lehrkräften statt, und wie viele Lehrerinnen und Lehrer bzw. Referendarinnen und Referendare wurden dabei insgesamt erreicht?
c) Wie viele Seminare fanden mit Vertretern von Schulbehörden statt, und wie viele Personen haben daran teilgenommen?
Wie viele Besuche bei der Truppe haben Jugendoffiziere für Multiplikatoren durchgeführt?
a) Wie viele Multiplikatoren haben sich daran insgesamt beteiligt?
b) Wie viele Lehrkräfte waren unter den Besuchern?
c) Wie viele Vertreter von Schulbehörden waren unter den Besuchern?
Wie viele weitere Informationsveranstaltungen haben Jugendoffiziere mit Multiplikatoren durchgeführt?
a) Wie viele Multiplikatoren haben sich daran insgesamt beteiligt?
b) Wie viele dieser Veranstaltungen fanden vor Lehrkräften statt, und wie viele Lehrerinnen und Lehrer bzw. Referendarinnen und Referendare haben daran teilgenommen?
c) Wie viele dieser Veranstaltungen fanden vor Vertretern von Schulbehörden statt, und wie viele Personen haben daran teilgenommen?
Wie interpretiert die Bundesregierung allfällige signifikante Abweichungen bei den Einsatzzahlen der Jugendoffiziere, und welche Schlussfolgerungen zieht sie daraus?
Wie viele Vorträge haben die Karriereberater im Jahr 2013 an Schulen gehalten (bitte nach unterschiedlichen Schultypen aufgliedern)?
Wie viele Schülerinnen und Schüler wurden dabei erreicht?
Wie viele weitere Vorträge haben die Karriereberater
a) vor Jugendlichen,
b) vor Lehrkräften,
c) vor weiteren Multiplikatoren
gehalten, und wie viele Jugendliche bzw. Lehrkräfte bzw. weitere Multiplikatoren wurden dabei jeweils erreicht?
An wie vielen Ausstellungen, Jobmessen, Projekttagen und ähnlichen Veranstaltungen auf dem Schulgelände haben sich Karriereberater beteiligt, und wie viele Schülerinnen und Schüler wurden dabei erreicht (nach Möglichkeit allfällige Doppelnennungen zu vorherigen Fragen deutlich machen)?
Wie viele Truppenbesuche haben Karriereberater im Klassenrahmen organisiert, und wie viele
a) Jugendliche bzw.
b) Lehrerinnen und Lehrer
haben sich daran beteiligt?
Wie viele weitere Truppenbesuche haben Karriereberater organisiert, und wie viele Jugendliche sowie wie viele Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (wenn möglich, bitte hier die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer gesondert hervorheben) haben sich daran beteiligt?
Wie interpretiert die Bundesregierung allfällige signifikante Abweichungen bei den Einsatzzahlen, und welche Schlussfolgerungen zieht sie daraus?
Wie viele Jugendoffiziere und wie viele Karriereberater waren im Jahr 2013 jeweils im Einsatz?
Wie viele finanzielle Mittel wurden für diese Maßnahme im Jahr 2013 insgesamt bereitgestellt, und wie viele Mittel sind davon insgesamt in Anspruch genommen worden (bitte nach Sach- und Personalkosten aufgliedern)?