Zunehmende Beschäftigung von Frauen
der Abgeordneten Sabine Zimmermann (Zwickau), Cornelia Möhring, Jutta Krellmann, Klaus Ernst, Matthias W. Birkwald, Susanna Karawanskij, Katja Kipping, Thomas Nord, Michael Schlecht, Azize Tank, Kathrin Vogler, Harald Weinberg, Pia Zimmermann und der Fraktion DIE LINKE.
Vorbemerkung
Am 8. März 2015 jährt sich zum 104. Mal der Internationale Frauentag. Das Anliegen der Gleichstellung der Geschlechter ist nach wie vor nicht eingelöst. Das gilt insbesondere für die Arbeitswelt. Seit Jahren wächst die Beschäftigung von Frauen. Erst kürzlich berichtete das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung e. V. in einem Wochenbericht (DIW Wochenbericht 5/2015), dass die Erwerbsquote der Frauen auf einen historischen Höchststand gestiegen ist.
Es stellt sich die Frage, ob und wenn ja, auf welche besonderen Beschäftigungsfeldern und Branchen die wachsende Beschäftigung von Frauen zurückgeht, wie es dort um die Arbeitsbedingungen bestellt ist und ob die Entwicklung der vergangenen Jahre der bisherigen geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung in der Berufswelt entgegengewirkt oder diese verfestigt hat?
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen15
Wie hat sich seit dem Jahr 2000 bis heute die Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern entwickelt (bitte jeweils Jahreszahlen nennen sowie nach abhängiger und selbständiger Beschäftigung und nach alten und neuen Bundesländern differenzieren)?
Wie hat sich seit dem Jahr 2000 bis heute die Erwerbsquote von Frauen und Männern entwickelt (bitte jeweils Jahreszahlen nennen)?
Wie hat sich seit dem Jahr 2000 bis heute die abhängige Beschäftigung von Frauen und Männern entwickelt (bitte jeweils Jahreszahlen nennen sowie nach sozialversicherungspflichtiger Teil- und Vollzeit und geringfügiger Beschäftigung und nach alten und neuen Bundesländern differenzieren)?
Wie hat sich seit dem Jahr 2000 bis heute die Erwerbsquote und Erwerbstätigkeit von alleinerziehenden Frauen und Männern entwickelt (bitte jeweils Jahreszahlen nennen sowie nach abhängiger und selbständiger Beschäftigung differenzieren)?
Was sind die sechs Branchen, in denen in den zurückliegenden Jahren die stärksten Beschäftigungszuwächse für Frauen zu verzeichnen waren (bitte jeweils mit entsprechenden Zahlen nennen)?
Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen überproportional weiblich geprägter Branchen und Berufsfelder?
Erachtet sie eine Aufwertung der Berufsfelder für notwendig, und was ist gegebenenfalls dafür aus ihrer Sicht notwendig?
Wie haben sich seit dem Jahr 2000 bis heute die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern entwickelt?
Wie viele Männer und Frauen sind von Niedriglöhnen betroffen (bitte nach Zahl und Anteil aufgliedern)?
Wie hoch ist die Zahl und der Anteil von Frauen und Männern, die erwerbstätig sind und zugleich Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) beziehen?
Wie hoch ist die Zahl und der Anteil von Frauen und Männern, die ein Einkommen unterhalb der Armutsschwelle besitzen (wenn möglich, auch nach Erwerbsstatus differenzieren)?
Wie lauten die entsprechenden Vergleichszahlen für den zurückliegenden Zeitraum bis zum Jahr 2000?
Inwiefern sind Frauen von den bestehenden Ausnahme- und Übergangsregelungen beim Mindestlohn besonders betroffen (bitte, sofern möglich, jeweils für die konkrete Ausnahme- und Übergangsregelung darlegen)?
Wie hoch ist die Zahl und der Anteil von Frauen und Männer, die unfreiwillig Teilzeit arbeiten?
Was sind nach Auffassung der Bundesregierung die Hauptursachen für unfreiwillige Teilzeit von Frauen, und was gedenkt sie dagegen zu unternehmen?
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie viele Frauen infolge von Care-Arbeit (häusliche Pflege, Kindererziehung) ihre Arbeitszeit verkürzen oder ihre Beschäftigungsverhältnisse aufgeben müssen bzw. mussten?
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung zur verbleibenden Zeit für Frauen und Männer jenseits der Erwerbsarbeit und unbezahlter Arbeit?
Wie hoch ist die Zahl und der Anteil von Frauen und Männern, die am Wochenende arbeiten müssen?