Aktuelle Arbeitsmarktlage und Chancen zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit
der Abgeordneten Sabine Zimmermann (Zwickau), Jutta Krellmann, Matthias W. Birkwald, Susanna Karawanskij, Dr. Petra Sitte, Dr. Axel Troost, Kathrin Vogler und der Fraktion DIE LINKE.
Vorbemerkung
Seit längerer Zeit kommt der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit nur schwer voran. In der Debatte weitgehend außen vor bleibt der Tatbestand, dass es trotz positiver Beschäftigungsentwicklung nach wie vor ein starkes Missverhältnis zwischen der Zahl der offenen Stellen bzw. des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebotes und der Zahl der Erwerbslosen gibt. In strukturschwachen Regionen ist es selbst für Arbeitslose mit guter Ausbildung keineswegs selbstverständlich, einen adäquaten Arbeitsplatz zu bekommen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie die Bundesregierung die derzeitige Lage am Arbeitsmarkt einschätzt und welche Bedeutung sie der aktiven Beschäftigungspolitik zukommen lässt.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen21
Wie hoch ist die Zahl und der Anteil der Langzeitarbeitslosen, die seit dem Jahr 2005 bis zum Jahr 2014 aufgrund der Aufnahme einer Beschäftigung auf den ersten Arbeitsmarkt aus der Arbeitslosenstatistik ausgeschieden sind, und wie hoch war die Zahl und der Anteil derjenigen, die auch noch nach sechs und zwölf Monaten in Beschäftigung waren (bitte insgesamt jeweils jährlich nach Bund und Ländern ausweisen)?
Wie verteilt sich die aufgenommene Beschäftigung nach gefördert und ungefördert?
Wie hat sich seit dem Jahr 2005 bis 2014 die Abgangsrate von Langzeitarbeitslosen, Nicht-Langzeitarbeitslosen und allen Arbeitslosen entwickelt (bitte insgesamt jeweils jährlich nach Bund und Ländern ausweisen)?
Welche anderen Abgangsgründe jenseits einer Beschäftigungsaufnahme gibt es, und wie gestalten sich hier seit dem Jahr 2005 bis heute die Abgänge (bitte auch hier Zahl und Anteil der Langzeitarbeitslosen nach jeweiligen Abgangsgründen jährlich nach Bund und Ländern ausweisen)?
Was sind die weiteren Ursachen oder Gründe dafür, dass Langzeitarbeitslose jenseits einer Beschäftigungsaufnahme aus der Arbeitslosenstatistik ausscheiden (bitte einzelne Gründe nennen und für die Gründe jährlich die Zahl und den Anteil der Langzeitarbeitslosen für den Zeitraum 2005 bis 2014 nach Bund und Ländern ausweisen)?
Wie hoch war in den Jahren 2005 bis 2014 die Zahl und der Anteil der Langzeitarbeitslosen, die nach kurzer Unterbrechung ihrer Arbeitslosigkeit wieder erneut in die Arbeitslosigkeit gingen (bitte jeweils jährlich nach Bund und Ländern ausweisen)?
Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie hoch der Anteil der neu besetzten Stellen ist, der mit Langzeitarbeitslosen besetzt wurde, und, sofern es dazu Zahlen gibt, wie hat sich dieser Anteil in den Jahren 2005 bis 2014 entwickelt (bitte Jahresdaten angeben)?
Wie hoch ist derzeit der Bestand des gesamtgesellschaftlichen Stellenangebots (bitte die Zahlen für Bund und Länder aufgliedern)?
Wie viele davon sind Angebote für Leiharbeit, geringfügige Beschäftigung, Teilzeit, Praktikum und wie viele befristet?
Welche Angaben lassen sich dazu treffen, auf welche Entgeltniveaus sich die Stellen aufgliedern (Monats- oder Stundenlöhne; bitte für Bund und wenn möglich Länder aufgliedern)?
Wie hoch ist derzeit die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten offenen und zur Vermittlung zur Verfügung stehenden Stellen (bitte Zahlen für Bund, Länder und Kreise aufgliedern)?
Wie viele davon sind Angebote für Leiharbeit, geringfügige Beschäftigung, Teilzeit, Praktikum und wie viele befristet?
Welche Angaben lassen sich dazu treffen, auf welche Entgeltniveaus sich die Stellen aufgliedern (Monats- oder Stundenlöhne; bitte für Bund und wenn möglich Länder aufgliedern)?
Wie hoch war in den Jahren 2005 bis 2014 die Zahl der als arbeitslos registrierten Menschen (bitte auch Zahlen für Bund, Länder und Kreise aufgliedern)?
Wie hoch war in den Jahren 2005 bis 2014 die Zahl der als unterbeschäftigt registrierten Menschen ohne Kurzarbeit (bitte auch Zahlen für Bund, Länder und Kreise aufgliedern)?
Wie gestaltet sich – zieht man die Daten der oben genannten Fragen heran – das rechnerische Verhältnis von arbeitslos gemeldeten Personen – zu gesamtwirtschaftlichen offenen Stellen, – zu den bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen (bitte nach Bund, Ländern und wenn möglich Kreisen beantworten)?
Wie gestaltet sich – zieht man die Daten der oben genannten Fragen heran – das rechnerische Verhältnis von als unterbeschäftigt gemeldeten Personen (ohne Kurzarbeit) – zu gesamtwirtschaftlichen offenen Stellen, – zu den bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen (bitte nach Bund, Ländern und wenn möglich Kreisen beantworten)?
Welche Notwendigkeit sieht die Bundesregierung vor dem Hintergrund des Verhältnisses von offenen Stellen und Erwerbslosen für eine aktive Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik?
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über quantitative Wirkungen von öffentlichen Investitionen auf neue Beschäftigung (wenn möglich bitte einzelne Studien benennen)?
Welche Notwendigkeit sieht die Bundesregierung vor dem Hintergrund des Verhältnisses von offenen Stellen und Erwerbslosen für eine Initiative für mehr öffentlich geförderte Beschäftigung, die über bisherige Maßnahmen und das angekündigte Programm „Soziale Teilhabe“ hinausgeht und die in wirtschaftlich schwachen Regionen mit einer hohen verfestigten Langzeitarbeitslosigkeit beschäftigungs- und strukturpolitisch eingesetzt wird?
Kann die Bundesregierung regional unterschiedliche Entwicklungen bei der Langzeitarbeitslosigkeit ausmachen, und was sind die ihrer Meinung nach bestimmenden Faktoren?
Wie definiert die Bundesregierung den Zustand der Vollbeschäftigung, und welche Arbeitsmarktkennzahlen sind nach ihrer Ansicht zur Bestimmung heranzuziehen?
In welchem Zeitraum der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland kann nach Ansicht der Bundesregierung von Vollbeschäftigung gesprochen werden?
Wie hat sich in den Jahren 1950 bis 2014 die Zahl der Arbeitslosen und die Zahl der gemeldeten Stellen entwickelt (bitte Jahresdaten ausweisen und die Relation von Arbeitslosen und gemeldeten Stellen)?