Förderung von Auslandsaufenthalten von Schülerinnen und Schülern der Fachoberschulen durch das EU-Bildungsprogramm Leonardo da Vinci
der Abgeordneten Priska Hinz (Herborn), Grietje Bettin, Ekin Deligöz, Kai Gehring, Katrin Göring-Eckardt, Britta Haßelmann, Krista Sager und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Die Fachoberschulen vermitteln nebst allgemeiner und fachtheoretischer Bildung ebenso eine fachpraktische Ausbildung. In der Jahrgangsstufe 11 sind 16 bis 20 Zeitstunden wöchentlich (je nach Schulschwerpunkt) in einem Betrieb in Blockform zu absolvieren. Die Schülerinnen und Schüler erlangen so berufsspezifische Kenntnisse und Fertigkeiten und bekommen einen wertvollen Einblick in die Praxis. Die an Fachoberschulen erworbene Fachhochschulreife qualifiziert i. d. R. für ein Studium an einer Fachhochschule und für eine Berufsausbildung.
Bisher konnten Fachoberschulen Mittel aus dem EU-Programm Leonardo da Vinci erhalten, um Praktika im europäischen Ausland für die FOS-Schülerinnen und -schüler durchzuführen. Mit Leonardo da Vinci wird seit vielen Jahren der Auslandsaufenthalt von Jugendlichen und Erwachsenen im Bereich der Beruflichen Bildung gefördert. Es können Personen in der Berufsausbildung, im Beruf und auf Beschäftigungssuche aus Deutschland und weiteren 30 Ländern an dem Programm teilnehmen. Personen in der beruflichen Erstausbildung, aus Berufsbildungseinrichtungen oder Unternehmen werden während ihres Auslandsaufenthalts (von drei bis 39 Wochen) finanziell unterstützt. Dabei sammeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer berufsspezifische Fertigkeiten und erlernen durch den interkulturellen Austausch wichtige Schlüsselkompetenzen für den Beruf und zur Persönlichkeitsentwicklung. Im Rahmen der Bündelung der EU-Bildungsprogramme ist Leonardo da Vinci nun ein Teil des neuen EU-Programms Lebenslanges Lernen (Laufzeit 2007 bis 2013) geworden.
Es gibt Hinweise, dass mit dem Start des integrierten EU-Programms Lebenslanges Lernen Fachoberschulen keine Zuschüsse mehr aus dem Leonardo-Teilprogramm erhalten, um ihre Schülerinnen und Schüler bei einem Auslandsaufenthalt zu unterstützen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen6
Werden Fachoberschülerinnen und Fachoberschüler durch das EU-Bildungsprogramm Leonardo da Vinci weiterhin gefördert?
Wenn nein, wie wird ihr Ausschluss von der Förderung begründet?
Gehören Fachoberschülerinnen und -schüler nach Ansicht der Bundesregierung weiterhin zur Gruppe derer, die sich in der beruflichen Erstausbildung befinden?
Wenn nein, mit welcher Begründung, auf welcher Grundlage und von wem wurde diese Entscheidung getroffen?
Wenn Fachoberschülerinnen und -schüler bei einem Auslandsaufenthalt nicht mehr durch Leonardo da Vinci gefördert werden, welchen adäquaten Ersatz gibt es für sie?
a) Kann das Teilprogramm Comenius ein Ersatz sein (bitte begründen)?
b) Welche Möglichkeiten bietet Comenius zur Förderung von Betriebspraktika?
Wie wurde das Gesamtbudget des Leonardo-da-Vinci-Programms in der zweiten Phase (von 2000 bis 2006) verteilt (bitte nach Maßnahmen und Personengruppen aufschlüsseln)?
Wie hoch ist das vorgesehene Gesamtbudget des Leonardo da Vinci-Programms ab 2007 bzw. für die dritte Phase und nach welchen Kriterien wird es verteilt (aufgeschlüsselt nach Maßnahmen und Personengruppen)?
Wie viele Auslandpraktika wurden in der zweiten Phase (2000 bis 2006) von Leonardo da Vinci durch die Maßnahme Mobilität in der Erstausbildung gefördert (bitte nach Ausbildungsstätte und Bundesländern aufschlüsseln)?