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Kleine AnfrageWahlperiode 15Beantwortet

Tötung weiblicher Föten in Indien (G-SIG: 15010299)

Tötung weiblicher Föten und Mädchen in Indien, nationale und internationale Projekte zur Unterbindung, Auswirkungen auf die demographische Entwicklung

Fraktion

CDU/CSU

Ressort

Auswärtiges Amt

Datum

27.05.2003

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 15/96806. 05. 2003

Tötung weiblicher Föten in Indien

der Abgeordneten Hermann Gröhe, Rainer Eppelmann, Holger Haibach, Dr. Egon Jüttner, Irmgard Karwatzki, Melanie Oßwald, Daniela Raab, Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg, Ingrid Fischbach, Hubert Hüppe, Volker Kauder, Julia Klöckner, Werner Lensing, Albert Rupprecht (Weiden), Dr. Wolfgang Schäuble, Arnold Vaatz, Annette Widmann-Mauz und der Fraktion der CDU/CSU

Vorbemerkung

Schätzungen zufolge werden in Indien in jedem Jahr zwischen drei bis fünf Millionen weibliche Föten und Embryos abgetrieben. Unzählige Mädchen werden nach ihrer Geburt getötet. In der Altersgruppe bis sechs Jahren sterben zehnmal mehr Mädchen als Jungen, weil sie bei der Ernährung und der Gesundheitsvorsorge vernachlässigt werden. Kommen weltweit durchschnittlich 1 060 Frauen auf 1 000 Männer, so sind es in Indien lediglich 933 Frauen, wie die Volkzählung im Jahre 2001 ergab. Vor allem in den nördlichen Bundesstaaten ist das Zahlenverhältnis dramatisch: Im Punjab kommen auf 1 000 Jungen nur noch 793 Mädchen, in Haryana 820 Mädchen. Trotz der Tötung der weiblichen Föten und Mädchen ist ein jährliches Bevölkerungswachstum von ca. 1,9 % zu verzeichnen.

Die indische Bundesregierung versucht zwar, die Bestimmung des Geschlechts per Ultraschall mit diversen Gesetzesinitiativen zu unterbinden. Doch Abtreibungen selbst bleiben legal.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen5

1

Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, das Thema der Abtreibung weiblicher Föten in ihren Kontakten mit der indischen Regierung auf bi- und multilateraler Ebene zur Sprache zu bringen?

2

Liegen der Bundesregierung bereits Ergebnisse über die Umsetzung der im letzten Jahr verschärften Gesetze Indiens vor, die die gezielte Abtreibung weiblicher Föten verhindern sollen, und welche Konsequenzen können daraus gezogen werden?

3

Welche Erkenntnisse und Folgerungen zieht die Bundesregierung für ihre bilateralen Beziehungen mit Indien aus der Tötung weiblicher Föten und Mädchen, vor allem im Hinblick auf die entwicklungspolitische Zusammenarbeit?

4

Sind der Bundesregierung Projekte nationaler und internationaler Frauen- und Menschenrechtsorganisationen bekannt, die sich des Problems annehmen, und wenn ja, welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung diese Projekte zu unterstützen?

5

Welche Auswirkungen für die demographische Entwicklung sind in Indien durch die Abtreibungen und die Tötung und Vernachlässigung von Mädchen bei gleichzeitig steigender Bevölkerung zu erwarten?

Berlin, den 28. April 2003

Hermann Gröhe Rainer Eppelmann Holger Haibach Dr. Egon Jüttner Irmgard Karwatzki Melanie Oßwald Daniela Raab Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg Ingrid Fischbach Hubert Hüppe Volker Kauder Julia Klöckner Werner Lensing Albert Rupprecht (Weiden) Dr. Wolfgang Schäuble Arnold Vaatz Annette Widmann-Mauz Dr. Angela Merkel, Michael Glos und Fraktion

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