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Kleine AnfrageWahlperiode 14Beantwortet

Broschüre "Neue Ansichten - Bundeswehr und Bauen im Freistaat Thüringen" (G-SIG: 14012316)

Broschüre des BMVg über Baumaßnahmen an Liegenschaften der Bundeswehr im Freistaat Thüringen 1990-2000, Fragen zu einzelnen Objekten, Kosten und Auflage der Broschüre

Fraktion

PDS

Ressort

Bundesministerium der Verteidigung

Datum

24.10.2001

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 14/702802. 10. 2001

Broschüre „neue Ansichten – Bundeswehr und Bauen im Freistaat Thüringen“

des Abgeordneten Carsten Hübner und der Fraktion der PDS

Vorbemerkung

Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) hat in diesem Jahr eine 68-seitige bildreiche DIN A 4-Broschüre herausgegeben, in der am Beispiel von 13 Objekten das „eindrucksvolle Ergebnis“ (Bundesminister der Verteidigung, Rudolf Scharping, in seinem Vorwort) der Baumaßnahmen an Liegenschaften der Bundeswehr im Freistaat Thüringen in den Jahren 1990 bis 2000 dokumentiert wird. Auch der Thüringer Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel spricht in seinem Vorwort von einer Aufgabe, „die mit Bravour gelöst“ wurde.

Die Broschüre zeigt u. a. Photos der Kaserneneinfahrt der Werratal-Kaserne in Bad Salzungen, auf einer ganzen Seite die „Vorderansicht der Pavillons mit getrennten Speisesälen für Soldaten und Offiziere/Unteroffiziere“ der Görmar-Kaserne in Mühlhausen, ein „sanierter Dienstgebäude der Standortverwaltung aus der Wilhelminischen Zeit“ auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf, einen „Triebwerksstandlaufstand“ in der Friedenstein-Kaserne in Gotha, den „rekonstruierten Uhrturm des Stabsgebäudes“ der Henne-Kaserne in Erfurt und den früheren Landtagspräsidenten Dr. Gottfried Müller, während er die Verfassung des Freistaates Thüringen am 25. Oktober 1993 unterzeichnet.

Neben der reichen Bebilderung informieren objektbezogene Texte über die baulichen Wegmarken der Bundeswehr in Thüringen in den vergangenen zehn Jahren. Etwa: „Die einzige Gründerzeitvilla im Besitz der Bundeswehr in Thüringen beherbergt die Standortverwaltung Erfurt“. Deren „große Bleiglasfenster mit Rosenmotiven über dem Hauptportal baute eine Erfurter Glasfirma in liebevoller Kleinarbeit wieder auf“, wie es heißt. Auch interessante Details anderer Objekte finden Erwähnung: „,Kunst am Bau‘ wurde in der Werratal-Kaserne berücksichtigt. Nach Abschluss der Baumaßnahmen konnten mehrere Kunstwerke eingebracht werden. Einmalig zumindest für Thüringer Bundeswehrliegenschaften wurden zwei Ölgemälde von Wolfgang Nickel sowie eine Holzbildhauerarbeit von Beate Debus angekauft und zur Ausgestaltung der Speisesäle verwandt.“ In der Werratal-Kaserne gäbe es zudem „eine Schwimmhalle, die den Soldaten, aber auch örtlichen Sportvereinen zu bestimmten Zeiten zur Verfügung steht“, wird glaubwürdig berichtet.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen4

1

Warum wurden nur in der Werratal-Kaserne Holzbildhauerarbeiten und Ölgemälde in die Speisesäle eingebracht und nicht z. B. in die „Pavillons mit getrennten Speisesälen für Soldaten und Offiziere/Unteroffiziere“ der Görmar-Kaserne in Mühlhausen?

2

Warum zeigt die Broschüre zwar die Kaserneneinfahrt der Werratal-Kaserne in Bad Salzungen, nicht aber die der Friedenstein-Kaserne in Gotha?

3

In welchen Liegenschaften der Bundeswehr in Thüringen befinden sich noch liebevoll rekonstruierte „Bleiglasfenster mit Rosenmotiven über dem Hauptportal“?

4

Was hat die Broschüre „neue Ansichten – Bundeswehr und Bauen im Freistaat Thüringen“ insgesamt gekostet, in welcher Auflage ist sie erschienen und an wen richtet sie sich bzw. wird sie ausgegeben?

Berlin, den 2. Oktober 2001

Carten Hübner Roland Claus und Fraktion

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