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Kleine AnfrageWahlperiode 16Beantwortet

Suchtmedizinische Betreuung in Ostdeutschland

<span>Anzahl suchtmedizinischer Einrichtungen in den einzelnen Bundesländern und kommunalen Gebietskörperschaften mit substitutionsgestützter Behandlung, Anzahl substituierter Drogenabhängiger pro Einrichtung</span>

Fraktion

DIE LINKE

Datum

07.11.2007

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 16/675118. 10. 2007

Suchtmedizinische Betreuung in Ostdeutschland

der Abgeordneten Roland Claus, Dr. Gesine Lötzsch, Monika Knoche, Katja Kipping, Katrin Kunert, Elke Reinke, Frank Spieth, Dr. Kirsten Tackmann und der Fraktion DIE LINKE.

Vorbemerkung

Der Drogen- und Suchtbericht 2007 macht deutlich, dass es in diesem Bereich ebenfalls noch gravierende Unterschiede in den Lebensverhältnissen zwischen Ost- und Westdeutschland gibt.

Besonderes Augenmerk müssen dabei die unterschiedlichen Substitutionsangebote für intravenös-Drogenkonsumentinnen und -konsumenten finden.

Während in den alten Bundesländern zwischen 50 und 250 Substitutionspatientinnen und -patienten pro 100 000 Einwohner gemeldet sind, weisen die ostdeutschen Bundesländer nur 5 bis 25 Patientinnen und Patienten pro 100 000 Einwohner auf.

Die auf den ersten Blick erfreulich geringe Zahl von Menschen, die substituiert werden, wird aber nicht durch die Zahl der Drogenabhängigen bestätigt.

Es erscheint eher plausibel, dass durch die wesentlich geringere Dichte an Substitutionseinrichtungen intravenös-Drogenabhängige einen schlechteren Zugang zur Substitutionstherapie haben.

So betreut laut den im Drogen- und Suchtbericht 2007 genannten Daten aus dem Substitutionsregister in Ostdeutschland eine substituierende Ärztin/ein substituierender Arzt rd. 34 opiatabhängige Patientinnen und Patienten, während eine Ärztin/ein Arzt in Westdeutschland mit rd. 25 Patientinnen und Patienten etwa ein Viertel weniger substituierende Patientinnen und Patienten behandelt.

Gleichzeitig ist die Verteilung an Substitutionseinrichtungen teilweise unbefriedigend.

Beispielsweise gibt es laut Drogen- und Suchtbericht 2007 Landkreise, die komplett ohne eigene Substitutionseinrichtung arbeiten und Drogenabhängige nur auf die Angebote von Nachbarkreisen verweisen können.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen2

1

Wie hoch ist die Anzahl suchtmedizinischer Einrichtungen, in denen eine substitutionsgestützte Behandlung angeboten wird, in den einzelnen Bundesländern und in den einzelnen kommunalen Gebietskörperschaften?

2

Wie viele Drogenabhängige werden pro Einrichtung jeweils substituiert (Daten bitte geschlechterdifferenziert ausweisen)?

Berlin, den 15. Oktober 2007

Gregor Gysi, Oskar Lafontaine und die Fraktion

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