BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 14Beantwortet

Inhaltsstoffe militärisch genutzter Treibstoffe (G-SIG: 14012045)

Zusammensetzung der Additive zum Flugturbinenkraftstoff von Kampfflugzeugen der Bundeswehr, Verwendung von 1,2-Dibromethan, Gesundheitsschutz der Bundeswehrangehörigen

Fraktion

PDS

Ressort

Bundesministerium der Verteidigung

Datum

25.06.2001

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 14/620630. 05. 2001

Inhaltsstoffe militärisch genutzter Treibstoffe

der Abgeordneten Eva-Maria Bulling-Schröter und der Fraktion der PDS

Vorbemerkung

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen14

1

Welche Additive zur Verbesserung des Korrosionsschutzes, der Fließeigenschaften, zur Verhinderung der Vereisung und zur Verbesserung des Allwetterstarts wurden bzw. werden dem Flugturbinenkraftstoff zugesetzt, damit der Treibstoff dem spezifischen Anforderungsprofil von Kampfflugzeugen der Bundeswehr genügt/e?

2

Welche derartigen Additive wurden bzw. werden für das Anforderungsprofil von Kampfflugzeugen der Verbündeten der NATO-Verbände eingesetzt?

3

Inwieweit wurde bzw. wird die Zusammensetzung dieser Additive – wenn überhaupt – im Fall von Konflikt- oder Kriegssituation (wie etwa Golf- oder Jugoslawien-Krieg) geändert?

4

Um welche chemischen Stoffe in welcher Konzentration handelte/handelt es sich bei den in den Fragen 1 und 2 genannten Additiven?

5

Welche Maßnahmen wurden/werden zum Schutz der Bundeswehrangehörigen getroffen, damit diese vor den Einwirkungen der möglicherweise gesundheitsschädlichen Stoffe der Additive geschützt wurden/werden?

6

Befindet oder befand sich unter den Inhaltsstoffen der Treibstoffe bzw. der ihnen zugefügten Zusätze das 1,2-Dibromethan?

7

Wo wurden bzw. werden die Additive gelagert und wo werden/wurden sie dem Treibstoff zugesetzt?

8

Vorausgesetzt, dass die so genannten Additivpakete erst auf den NATO- bzw. auf den Bundeswehr-Flugplätzen dem Treibstoff zugesetzt wurden/werden, mit welchen Mitteln und Maßnahmen wurde/wird dafür gesorgt, dass deren Inhaltsstoffe homogen im Treibstoff verteilt werden?

9

Warum wurden/werden die Additivpakete nicht bereits an zentraler Stelle dem Treibstoff zugesetzt, um die Gefahren, die von diesen Prozessen ausgehen, an einer Stelle zu konzentrieren?

10

In welchem Umfang wurde bzw. wird Treibstoff, der schon mit den Additiven versetzt wurde, wie der Treibstoff JP-8 oder F-34, in Tanklagern gelagert und von dort per Pipeline zu den Flugplätzen transportiert?

11

Wie wird bzw. wurde verhindert, dass über Leckagen und Lüftungen gefährliche Inhaltsstoffe dieses fertig gemischten Treibstoffs in Natur und Umwelt gelangen?

12

Gibt bzw. gab es Inhaltsstoffe dieser Treibstoffe, die bei der zivilen Verwendung entweder scharfen Grenzwerten unterliegen oder weitgehend verboten sind?

13

Inwieweit sind der Bundesregierung Fälle bekannt, bei denen Additivzusätze zu militärisch genutzten Treibstoffen, insbesondere das 1,2- Dibromethan, zu den Ursachen von gesundheitlichen Schädigungen wie dem Golfkriegssyndrom oder der Multiple Chemical Sensitivity (MCS) gehörten?

14

Ist die Bundesregierung bereit, die Antwort zu diesen Fragen den Abgeordneten des Deutschen Bundestages oder den Mitgliedern des Verteidigungsausschusses gemäß dem Geheimschutzbestimmungen des Deutschen Bundestages offenzulegen, falls sie der Geheimhaltung unterliegen?

Berlin, den 30. Mai 2001

Eva-Maria Bulling-Schröter Roland Claus und Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen