Die Situation junger berufstätiger Mütter in den neuen Bundesländern nach dem Erziehungsurlaub
der Abgeordneten Christina Schenk und der weiteren Abgeordneten der PDS
Vorbemerkung
Im Fernsehmagazin „Fakt" des MDR am 23. Januar 1995 wurden einige Ergebnisse der vom Bundesministerium für Familie und Senioren in Auftrag gegebenen Studie „Zur Lage junger erwerbstätiger Mütter in den neuen Bundesländern, insbesondere zur Wirksamkeit von Erziehungsurlaub und Erziehungsgeld" vorgestellt. Die Studie vom Kölner Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik liegt dem Bundesministerium bereits seit August 1994 vor, dennoch wurde sie bisher der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht.
Die Vermutung liegt nahe, daß die Ergebnisse verheimlicht werden sollen:
- 0 To aller berufstätigen Mütter, die den Erziehungsurlaub in Anspruch nehmen, verlieren ihren Erwerbsarbeitsplatz. Entweder werden die Arbeitsverhältnisse bereits während des Erziehungsurlaubs aufgelöst, oft mit fadenscheinigen Versprechungen oder/ und Drohungen, oder es wird ihnen unmittelbar nach der Arbeitsaufnahme gekündigt. Lediglich 40 %, weniger als die Hälfte, behalten ihre Erwerbsarbeit.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen6
Aus welchem Grund hat die Bundesregierung die Studie bisher nicht veröffentlicht?
Wann wird die Bundesregierung die Studie veröffentlichen?
Ist es vorgesehen, die Studie über den Buchhandel zu vertreiben?
Wie hoch soll die Auflage der Studie sein?
Mit welchen Maßnahmen gedenkt die Bundesregierung auf die Ergebnisse zu reagieren?
Wie verhält sich die Bundesregierung zu dem Vorschlag, für Mütter und Väter, die den Erziehungsurlaub in Anspruch nehmen, einen erweiterten Kündigungsschutz zu ermöglichen?