Tonwahl bei privat und bei öffentlich genutzten Telefonanschlüssen
des Abgeordneten Dr. Manuel Kiper und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
In den meisten westlichen Ländern wird mit dem aus den USA stammenden modernen Tonwahlverfahren (Mehrfrequenzverfahren) telefoniert. Die in Deutschland noch immer dominierende veraltete Impulswahl aus der Ära der Wählscheibentelefone findet man dort hingegen nur noch selten. Die Beibehaltung des Impulswahlverfahrens in Deutschland muß insbesondere im Bereich der öffentlichen Telefonzellen als antiquiert gelten. Auch bei privat genutzten Telefonanschlüssen kann eine Modernisierung im Hinblick auf mehr Komfort mit Tonwahl erfolgen. Diese ist mit wenigen Einschränkungen (Durchwahlfähigkeit, Vernetzung der EDV per Telefonnetz) technisch ISDN ebenbürtig, ist aber zum Preis des alten Drehscheibentelefons und unter Beibehaltung der ursprünglichen Telefonnummer zu haben.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen5
Warum weist die Telekom — insbesondere in den Telefonortsämtern/Telefonläden — nicht ausdrücklich und regelmäßig darauf hin, daß (neuere) Tastentelefone auf Tonwahl umgestellt werden können und damit preisgünstige und komfortable Lösungen offenstehen?
Warum wirbt die Telekom zwar offensiv für ISDN, aber kaum für die Qualitäten der Tonwahl? Ist die Gewinnspanne dafür das ausschlaggebende Motiv, da mutmaßliche technische Motive im Ausland praktisch widerlegt worden sind?
Warum diskriminiert die Telekom die Tonwahl — im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern — in der beschriebenen Weise, obwohl es zudem eine positive Stellungnahme der EU zur Tonwahl gibt?
Warum hat sich die Telekom bisher geweigert, öffentlich nutzbare (nicht-digitalisierte) Telefone auf Tonwahl umzustellen?
Was will die Telekom tun, um die Tonwahl zu einer gleichberechtigt angebotenen Option für die Telefonkunden zu machen?