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Kleine AnfrageWahlperiode 13Beantwortet

Verseuchung von bundesweit über 200 Telekomgebäuden mit polychlorierten Biphenylen (PCB) (G-SIG: 13010416)

Verseuchte Gebäude, Sanierungsmaßnahmen, Finanzierung, Schutz der Arbeitnehmer, gesundheitliche Langzeitfolgen

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Post und Telekommunikation

Datum

20.04.1995

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 13/103931.03. 95

Verseuchung von bundesweit über 200 Telekomgebäuden mit polychlorierten Biphenylen (PCB)

der Abgeordneten Dr. Manuel Kiper und Dr. Jürgen Rochlitz und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Die Öffentlichkeit wurde vor Jahresfrist darüber informiert, daß in über 200 Telekomgebäuden eine bedrohliche Verseuchung mit den krebsverdächtigen und neurotoxischen PCB festgestellt worden ist. Von seiten des Bundesgesundheitsamts und seinen Nachfolgeinstituten wird ab 3 000 Nanogramm pro Kubikmeter Luft unmittelbarer Sanierungsbedarf gesehen und ein Vorsorgewert von 300 Nanogramm PCB empfohlen. Die finanziellen Mittel im Haushalt des Bundesministeriums für Post und Telekommunikation zur PCB-Sanierung für das Jahr 1995 wurden nun aber drastisch zusammengestrichen, so daß die Sanierung in Frage gestellt erscheint.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen12

1

Welche Gebäude der Telekom sind mit PCB verseucht (bitte genaue Auflistung der Orte und des jeweiligen Ausmaßes der Kontaminierung)?

2

Welche Sanierungsmaßnahmen sind bisher eingeleitet worden?

3

Welche Sanierungsmaßnahmen sind 1995 und in den Folgejahren bereits konkret geplant?

4

Welche Sanierungsmaßnahmen können aufgrund der Privatisierung der Telekom und der Einsparungen im Haushalt des Bundesministeriums für Post und Telekommunikation nicht wie vorgesehen durchgeführt werden?

5

Wie hoch ist der gesamte Finanzbedarf für die Sanierungen?

6

Wann werden die Sanierungsmaßnahmen nach den jetzigen finanziellen Planungen voraussichtlich abgeschlossen werden können?

7

Wurden hochverseuchte Gebäude (z. B. die in Duisburg, Nürnberg und Freiburg) umgehend geräumt?

8

Wie wurden bzw. werden die zahlreichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in den verseuchten Gebäuden arbeiten, vor Kontamination und Inkorporation geschützt?

9

In welchem Umfang fanden bzw. finden ärztliche Untersuchungen bei den betreffenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern statt?

10

Welche Ergebnisse über mögliche Gesundheitsbelastungen liegen bereits vor?

11

Sind gesundheitliche Langzeitfolgen zu befürchten?

12

Welche Schlußfolgerungen ziehen Bundesregierung und Telekom aus den PCB-Verseuchungen?

Bonn, den 29. März 1995

Dr. Manuel Kiper Dr. Jürgen Rochlitz Josef Fischer (Frankfurt), Kerstin Müller (Köln) und Fraktion

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