Auswirkungen der UVB-Strahlung
der Abgeordneten Monika Ganseforth, Michael Müller (Düsseldorf), Wolfgang Behrendt, Lilo Blunck, Edelgard Bulmahn, Hans Büttner (Ingolstadt), Marion Caspers-Merk, Dr. Marliese Dobberthien, Ludwig Eich, Annette Faße, Lothar Fischer (Homburg), Dagmar Freitag, Gabriele Fograscher, Angelika Graf (Rosenheim), Karl-Hermann Haack (Extertal), Dr. Liesel Hartenstein, Rolf Hempelmann, Stephan Hilsberg, Nicolette Kress!, Horst Kubatschka, Klaus Lennartz, Heide Mattischeck, Ulrike Mehl, Jutta Müller (Völklingen), Gerhard Neumann (Gotha), Gudrun Schaich-Walch, Dr. Hermann Scheer, Horst Schmidbauer (Nürnberg), Regina Schmidt-Zadel, Ilse Schumann, Dietmar Schütz (Oldenburg), Dr. R. Werner Schuster, Dr. Angelica Schwall-Düren, Antje-Marie Steen, Uta Titze-Stecher, Jella Teuchner, Heidemarie Wright
Vorbemerkung
Die stratosphärische Ozonschicht schützt die Erdoberfläche vor der Einstrahlung kurzwelliger ultravioletter Strahlung (UVB-Strahlung). Durch den anthropogenen Eintrag von langlebigen Chlor- und Bromverbindungen, vor allem von FCKW und Halonen, in die Stratosphäre wird die schützende Ozonschicht zerstört. Über der Antarktis ist sie im Frühjahr um 40 % ausgedünnt. Auch über der nördlichen Erdhalbkugel nahm die Ozonkonzentration in 15 bis 20 km Höhe stellenweise und vorübergehend um bis zu 60 % gegenüber früheren Messungen ab. Damit nähert sich die Situation über der Arktis immer mehr derjenigen auf der Südhalbkugel an.
Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes ist in Mitteleuropa mit einer Erhöhung der biologisch gewichteten UVB-Strahlung um 7 % in den nächsten zehn Jahren zu rechnen. Dazu kommt, daß es schon jetzt in Deutschland kurzzeitig zu sehr starker Erhöhung der UV-Strahlung kommen kann.
Neben Hautkrebs ruft die gefährliche UVB-Strahlung beim Menschen Augenerkrankungen (Katarakt, Grauer Star) und Immunschwächen hervor. Dazu kommt die Schädigung vieler Pflanzen mit den Gefahren von Ernteeinbußen und nachfolgenden Hungersnöten, die Schädigung des Phytoplanktons, das am Anfang der Nahrungskette steht, und die Beeinflussung von terrestrischen und marinen Ökosystemen.
Wir fragen daher die Bundesregierung:
Fragen9
Welche Daten liegen der Bundesregierung über die UV-Strahlung in der Bundesrepublik Deutschland vor, die mit Hilfe des UV-Meßnetzes gewonnen wurden, und wie bewertet die Bundesregierung diese Daten?
Hält die Bundesregierung die Anzahl und die Verteilung der UV-Meßstationen in der Bundesrepublik Deutschland für ausreichend?
Wie beurteilt die Bundesregierung die Notwendigkeit eines Krebsregisters, und plant sie eine entsprechende Einrichtung?
Wie hat sich die Zahl der Hautkrebserkrankungen (Basalzellen-, Plattenepithelkarzinom, malignes Melanom) in der Bundesrepublik Deutschland und in den sonnenexponierten Staaten in den letzten Jahren entwickelt?
Wie hat sich die Zahl der Todesfälle entwickelt?
Welche Heilungschancen gibt es?
Wie beurteilt die Bundesregierung die Ergebnisse der Studie der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e. V., Hamburg, die einen Zusammenhang zwischen Sonnenbrand im Kindesalter und späterem Auftreten von Hautkrebs behauptet?
Gibt es Erkenntnisse über besondere Risikogruppen (Geschlecht, Alter, Raucher)?
Führt die Bundesregierung Forschungen, z. B. auch epidemiologische, zu dem Themenbereich „UV-Strahlung — Hautkrebs" durch?
Welche internationale Zusammenarbeit gibt es?
Sind die Forschungsbemühungen ausreichend?
Was ist der Bundesregierung über andere gesundheitsgefährdende Auswirkungen, wie Augenerkrankungen und Immunschwächen, durch erhöhte UVB-Strahlung bekannt?
Gibt es Forschungsprojekte zu diesen Auswirkungen der UVB-Strahlung?
Welche Auswirkungen erhöhter UVB-Strahlung auf höhere und niedere Pflanzen (z. B. Schädigung der Gensubstanz und der Photosynthese) sind der Bundesregierung bekannt, und wie beurteilt sie diese, vor allem im Hinblick auf die Schädigung von Nutzpflanzen und Wäldern sowie auf die Auswirkungen auf die Ernährungssituation?
Welche Auswirkungen erhöhter UVB-Strahlung auf Tiere (z. B. Amphibien) sind der Bundesregierung bekannt, und wie beurteilt sie diese?
Gibt es in der Bundesrepublik Deutschland und darüber hinaus Forschungsvorhaben zu Fragestellungen über die biologische Relevanz erhöhter UVB-Strahlung auf Pflanzen und Tiere, und falls ja, welche?
Sind sie ausreichend?
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die Auswirkungen erhöhter UVB-Strahlung auf terrestrische und marine Ökosysteme, und sieht sie in diesem Bereich Forschungsbedarf?