Sofortmaßnahmen gegen den Sommersmog
des Abgeordneten Dr. Jürgen Rochlitz und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Ozon hat sich in Tierversuchen als krebserzeugend und gentoxisch herausgestellt. Bereits in geringen Konzentrationen verursacht Ozon Chromosomenbrüche. Vergleichbar den harten Carcinogenen kann für Ozon aufgrund seiner Initiator-Wirkung kein Wert angegeben werden, unterhalb dessen für die Bevölkerung keine Gefahr besteht. Die kürzliche Neueinstufung von Ozon in der „MAK- und BAT-Werte-Liste 1995" erfordert zur Gefahrenabschätzung umfassende Informationen über die vorhandene Datenlage. Ein wirksamer Schutz der Bevölkerung vor zu hohen Ozonkonzentrationen ist schnellstens geboten.
Wir fragen die Bundesregierung:
A. Ozon-Immissionslage in der Bundesrepublik Deutschland von 1985 bis heute:
1. Wie hoch lagen pro Jahr die zehn höchsten Halbstundenmittelwerte in der Bundesrepublik Deutschland, und wo standen die zugehörigen Meßstationen?
2. An welchen zehn Meßstationen wurde pro Jahr die höchste Anzahl von Tagen mit MIK-Wert-Überschreitungen (> 120 µg/m 3) beobachtet?
3. An welchen zehn Meßstationen wurden pro Jahr die höchsten Überschreitungszeiten des MIK-Wertes in Stunden gemessen, und wie langandauernd waren sie?
4. An welchen zehn Meßstationen wurde pro Jahr die höchste Anzahl von Tagen mit Überschreitungen des EG-Grenzwertes zum Gesundheitsschutz (> 110 µg/m 3) um acht Stunden und mehr festgestellt, und wie hoch waren diese Überschreitungen?
5. a) An welchen Meßstationen wurde in diesem Zeitraum der Halbstundenmittelwert von 270 µg/m 3 erreicht oder überschritten?
b) Wie lange war an diesen Meßstationen die Überschreitungszeit von 270 µg/m3?
B. Ozon-Immissions-Situationen seit 1985 bis heute an folgenden ausgewählten Meßstationen:
Welche Werte ermittelten die Meßstationen Mannheim-Nord, Stuttgart-Hafen, Waldshut, Wiesbaden-Süd, Fürth/Odenwald, Ansbach, Augsburg-Haunstetten, Osnabrück-Bomblatstraße, Lüneburg, Dortmund 2, Neuss, Soest, Wiesenburg, München-Lothstraße, Hannover-Linden 1 (Göttinger Straße), Schleswig, Dresden-Mitte und Kassel-Süd hinsichtlich:
1. Jahresmittel der Halbstundenmittelwerte,
2. maximaler Jahreswert der Halbstundenmittelwerte,
3. Zahl der Tage mit Überschreitungen des MIK-Wertes von 120 µg/m 3 ,
4. Überschreitungszeiten des MIK-Wertes in Stunden pro Jahr,
5. Zahl der Tage, an denen der EG-Wert von 110 µg/m 3 acht Stunden und mehr überschritten wurde.
C. Ozon-Immissionsbilanz 1994:
1. An welchen Meßstationen wurden die Ozon-Halbstundenmittelwerte von
a) 180 µg/m 3 ,
b) 240 µg/m 3 überschritten?
2. An wie vielen Tagen wurden an den Meßstationen unter C.1
a) 180 µg/m 3 ,
b) 240 µg/m 3 überschritten?
3. Wie lang war die Gesamtüberschreitungszeit, bezogen auf den Halbstundenmittelwert von 180 µg/m 3 an den Meßstationen unter C.1?
4. An welchen Meßstationen wurden die maximalen Halbstundenmittelwerte der einzelnen Bundesländer gemessen?
D. Emissions- bzw. Bildungs-Situation von Ozon in der Bundesrepublik Deutschland
1. Welche Emissions-Reduktionen (in Kilotonnen pro Jahr) wären in den Ballungsräumen Mannheim, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, längs des Rheintals und der Kölner Bucht zu erreichen bei Tempolimits von
30 km/h in den Städten,
60 km/h auf Bundes- und Landstraßen in den Ballungsräumen,
80 km/h auf Bundes- und Landstraßen im übrigen Bundesgebiet,
100 km/h auf Autobahnen und Schnellstraßen außerhalb der Ballungsgebiete?
2. Welche Emissions-Reduktionen wären — bezogen auf das Sommerhalbjahr — durch einen autofreien Sonntag pro Monat zu erreichen?
E. Schädigungen von Gesundheit und Umwelt durch Ozon:
1. In welchem Ausmaß sind im Sommer durch Krankenkassen und niedergelassene Ärzte bzw. durch die Notfallambulanzen der Krankenhäuser mit dem Einsetzen erhöhter Ozon-Konzentrationen Erkrankungen der Atemwege zu bemerken?
2. In welchem Ausmaß werden in den besonders betroffenen Gebieten längs des Rheintals, in Nieder- und Oberbayern und in der Kölner Bucht landwirtschaftliche Ernteeinbußen durch Ozon beobachtet?
3. Wo in der Bundesrepublik Deutschland sind in welchem Ausmaß die sehr ozon-empfindlichen Schwarzkiefern geschädigt oder gar ganz abgestorben?
Fragen15
Wie hoch lagen pro Jahr die zehn höchsten Halbstundenmittelwerte in der Bundesrepublik Deutschland, und wo standen die zugehörigen Meßstationen?
An welchen zehn Meßstationen wurde pro Jahr die höchste Anzahl von Tagen mit MIK-Wert-Überschreitungen (> 120 µg/m 3) beobachtet?
An welchen zehn Meßstationen wurden pro Jahr die höchsten Überschreitungszeiten des MIK-Wertes in Stunden gemessen, und wie langandauernd waren sie?
An welchen zehn Meßstationen wurde pro Jahr die höchste Anzahl von Tagen mit Überschreitungen des EG-Grenzwertes zum Gesundheitsschutz (> 110 µg/m 3) um acht Stunden und mehr festgestellt, und wie hoch waren diese Überschreitungen?
An welchen Meßstationen wurde in diesem Zeitraum der Halbstundenmittelwert von 270 µg/m 3 erreicht oder überschritten?
Wie lange war an diesen Meßstationen die Überschreitungszeit von 270 µg/m3?
Welche Werte ermittelten die Meßstationen Mannheim-Nord, Stuttgart-Hafen, Waldshut, Wiesbaden-Süd, Fürth/Odenwald, Ansbach, Augsburg-Haunstetten, Osnabrück-Bomblatstraße, Lüneburg, Dortmund 2, Neuss, Soest, Wiesenburg, München-Lothstraße, Hannover-Linden 1 (Göttinger Straße), Schleswig, Dresden-Mitte und Kassel-Süd hinsichtlich:
Jahresmittel der Halbstundenmittelwerte,
maximaler Jahreswert der Halbstundenmittelwerte,
Zahl der Tage mit Überschreitungen des MIK-Wertes von 120 µg/m 3 ,
Überschreitungszeiten des MIK-Wertes in Stunden pro Jahr,
Zahl der Tage, an denen der EG-Wert von 110 µg/m 3 acht Stunden und mehr überschritten wurde.
An welchen Meßstationen wurden die Ozon-Halbstundenmittelwerte von
180 µg/m 3 ,
240 µg/m 3 überschritten?
An wie vielen Tagen wurden an den Meßstationen unter C.1
180 µg/m 3 ,
240 µg/m 3 überschritten?
Wie lang war die Gesamtüberschreitungszeit, bezogen auf den Halbstundenmittelwert von 180 µg/m 3 an den Meßstationen unter C.1?
An welchen Meßstationen wurden die maximalen Halbstundenmittelwerte der einzelnen Bundesländer gemessen?
Welche Emissions-Reduktionen (in Kilotonnen pro Jahr) wären in den Ballungsräumen Mannheim, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, längs des Rheintals und der Kölner Bucht zu erreichen bei Tempolimits von
30 km/h in den Städten,
60 km/h auf Bundes- und Landstraßen in den Ballungsräumen,
80 km/h auf Bundes- und Landstraßen im übrigen Bundesgebiet,
100 km/h auf Autobahnen und Schnellstraßen außerhalb der Ballungsgebiete?
Welche Emissions-Reduktionen wären — bezogen auf das Sommerhalbjahr — durch einen autofreien Sonntag pro Monat zu erreichen?
In welchem Ausmaß sind im Sommer durch Krankenkassen und niedergelassene Ärzte bzw. durch die Notfallambulanzen der Krankenhäuser mit dem Einsetzen erhöhter Ozon-Konzentrationen Erkrankungen der Atemwege zu bemerken?
In welchem Ausmaß werden in den besonders betroffenen Gebieten längs des Rheintals, in Nieder- und Oberbayern und in der Kölner Bucht landwirtschaftliche Ernteeinbußen durch Ozon beobachtet?
Wo in der Bundesrepublik Deutschland sind in welchem Ausmaß die sehr ozon-empfindlichen Schwarzkiefern geschädigt oder gar ganz abgestorben?