Hüllrohrschäden bei Brennelementen in den Atomkraftwerken
der Abgeordneten Ursula Schönberger und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
In der Antwort auf die Kleine Anfrage zu den „Brennelementschäden und Radioaktivitätsaustritt im Atomkraftwerk Brokdorf" (Drucksache 13/2455) wurde festgestellt, daß nach gegenwärtigem Kenntnisstand von einer systematischen konstruktions- bzw. herstellungsbedingten Ursache bei FOCUS-Brennelementen für die Hüllrohrschäden bei Brennelementen im AKW Brokdorf auszugehen sei.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen10
Bei der letzten Revision im AKW Brokdorf wurden an 25 Brennelementen Hüllrohrschäden festgestellt, von denen 22 FOCUS-Brennelemente waren.
Welchen Typs waren die anderen drei FOCUS-Brennelemente?
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die Schadensursache bei diesen drei Brennelementen?
1988 waren bei den Brennelementen im AKW Brokdorf ebenfalls Defekte aufgetreten.
An wie vielen Brennelementen wurden damals Schäden festgestellt?
Welche Schäden wurden damals genau festgestellt?
Was wurde damals als genaue Schadensursache festgestellt?
Wie groß war die Menge der untersuchten Brennelemente (Anzahl) der ersten Standzeit, auf die der TÜV seinen Schluß begründete, daß im ersten Jahr der Betriebszeit von FOCUS Brennelementen keine Schäden auftreten können?
FOCUS-Brennelemente in anderen Atomkraftwerken zeigen auch in der zweiten oder dritten Standzeit bisher keine Defekte auf. Wie ist zu erklären, daß nur in einem Atomkraftwerk Hüllrohrschäden bei FOCUS-Brennelementen auftreten, wenn die Ursachen für die Schäden system- bzw. herstellungsbedingt zu suchen sind?
Sind seit dem 26. August 1995 in weiteren Meßperioden Werte von 5 x 104 Bq Jod-131 oder mehr gemessen worden?
Wenn ja, wie hoch waren die Werte?