Stand der Umfahrungsstraßenplanungen für Oberau, Garmisch und Partenkirchen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Oberbayern
des Abgeordneten Albert Schmidt (Hitzhofen) und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Am 22. Oktober 1995 ist der Spatenstich für die Ortsumfahrung Farchant im Zuge der B 2 erfolgt. Das Projekt beinhaltet zwar die Entlastung der bisherigen Ortsdurchfahrten von Farchant und Burgrain sowie ein Verteilerbauwerk nördlich von Garmisch-Partenkirchen, stellt aber keine Entlastung für Oberau sowie für Garmisch-Partenkirchen dar. Da schon der jetzt begonnene Bauabschnitt nur mittels privater Vorfinanzierung angegangen werden kann, stellt sich die Frage, inwieweit man von einer zügigen Realisierung des Gesamtprojektes — einschließlich Ortsumfahrung Oberau, Kramer- und Wank-Trasse in Garmisch-Partenkirchen — ausgehen kann.
Wenn eine solche Realisierung nicht gewährleistet ist, gibt es zwar eine Entlastung von Farchant, gleichzeitig aber wegen des neuinduzierten Verkehrs und des Wegfalls eines Engpasses weiter zunehmende Belastungen an den anderen Verkehrsengpässen in Oberau, Garmisch und Partenkirchen.
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Bundesregierung:
Fragen4
Wie ist der derzeitige Stand der Planungen zwischen dem Autobahnende in Eschenlohe und Oberau-Nord, bei der Ortsumfahrung von Oberau im Zuge der B 2 und bei der Anbindung der B 23 in Richtung Ettal/Oberammergau?
Wurden hier schon Grundstückskäufe getätigt?
In welchem zeitlichen Rahmen kann mit dem Baubeginn dieser Baumaßnahmen gerechnet werden?
Wie ist der derzeitige Stand der Planungen für die Ortsumfahrungen von Partenkirchen (Wank-Trasse) und Garmisch (Kramer-Trasse)?
Bis wann ist hier mit einem förmlichen Raumordnungsverfahren zu rechnen?
Wie wahrscheinlich ist die rasche Bereitstellung von Finanzmitteln für die Ortsumfahrungen in Oberau, Garmisch und Partenkirchen, wenn andererseits schon die Ortsumfahrung Farchant nicht mehr auf herkömmliche Weise im Rahmen des Verkehrshaushalts finanziert werden kann?
Welche konkreten Überlegungen gibt es zur Finanzierung der erforderlichen Baumaßnahmen?
Wie wird sich nach Kenntnis der Bundesregierung das Verkehrsaufkommen im Loisachtal infolge der Ortsumfahrung Farchant verändern?
Ist es richtig, daß man infolge neuinduzierten Verkehrs erfahrungsgemäß von einer Verkehrszunahme von 5 Prozent ausgehen kann?