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Kleine AnfrageWahlperiode 13Beantwortet

Vinylchlorid-Bahntransporte (G-SIG: 13011850)

Gefahrguttransporte München - Bozen - Verona

Fraktion

PDS

Ressort

Bundesministerium für Verkehr

Datum

22.08.1996

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 13/537831. 07. 1996

Vinylchlorid-Bahntransporte

des Abgeordneten Dr. Winfried Wolf und der Gruppe der PDS

Vorbemerkung

Am 2. Juni 1996 ereignete sich bei Schönebeck (Sachsen-Anhalt) ein Gefahrgutunglück, bei welchem große Mengen von hochgiftigem Vinylchlorid brennend freiwurden. Bei Vinylchlorid handelt es sich um einen Stoff, der zur - ebenfalls problematischen - PVC-Herstellung verwandt wird. Das genannte Unglück war Thema im Ausschuß für Verkehr des Deutschen Bundestages; Vertreter aller Parteien und Vertreter der Bundesregierung stimmten darin überein, daß die Gefahr einer noch weit größeren Katastrophe bestand.

Vinylchlorid-Bahntransporte rollen seit geraumer Zeit von München über den Brenner durch Südtirol nach Bolzano/Bozen und Verona. Bereits vor einem Jahr wurde hierzu und über die damit verbundenen Gefahren in Österreich in einer Fernsehsendung berichtet; die Nordtiroler Landesregierung sprach damals davon, daß es sich um „vorübergehende Transporte" handeln würde.

Das inzwischen eingestellte „Südtirol-Profil" (Ausgabe Nr. 24 vom 8. Juni 1996) und das in Wien verlegte „TATblatt" (Ausgabe Nr. 60 vom 4. Juli 1996) berichteten darüber, daß diese Transporte bis zum heutigen Tag fortgesetzt werden, Zweimal im Monat würde, so diese Quellen, ein Ganzzug mit Vinylchlorid des Chemieunternehmens Solvay von München nach Bolzano und Verona rollen; die mitgeteilte Zugnummer lautet 48847; der einzige Stopp des Zugs findet demnach in Bolzano zwischen 4.12 und 4.17 Uhr morgens statt.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen5

1

Kann die Bundesregierung die genannten Gefahrguttransporte der Bahn auf der Strecke München-Bolzano (Bozen) Verona bestätigen?

2

Welche Schutzmaßnahmen sind für diese Transpo rte gegeben?

3

Wurden oder werden aus den Schönebecker Erfahrungen mit dem schweren Vinylchloridfracht-Zugunglück Konsequenzen gezogen, die Auswirkungen auf die genannten Vinylchlorid-Transporte von München nach Italien haben?

4

Sind die Behörden und verantwortlichen Stellen der Nachbarländer Österreich und Italien und im letzteren Fall diejenigen der Provinz Südtirol/Alto Adige von diesen Transporten und deren konkreter Beschaffenheit informiert (u. a. Feuerwehr)?

5

Welche ökonomische Notwendigkeit besteht für solche Gefahrguttransporte über Langstreckendistanzen?

Bonn, den 31. Juli 1996

Dr. Winfried Wolf Dr. Gregor Gysi und Gruppe

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