Weiterbildung im Bereich Erneuerbare Energien
der Abgeordneten Micheale Hustedt und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Im Herbst 1994 wurde an der Staatlichen Fachschule für Technik in Butzbach/Hessen durch die Bund-Länder-Kommission unter Federführung des damaligen Bundesministers für Bildung und Wissenschaft (jetzt Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie) ein Modell zur Weiterqualifizierung von Facharbeitern aus den Bereichen Elektro und Metall zur Ausbildung von staatlich geprüften Technikerinnen und Technikern im Schwerpunkt „Erneuerbare Energien/Ökologische Energienutzung/Energieberatung" eingerichtet. In diesem Modell werden pro Jahr rd. 50 Studierende weiterqualifiziert. Es hat in der Zwischenzeit schon viel Aufmerksamkeit in den Medien erfahren. Insbesondere die praxis- und handlungsorientierten Ansätze sind Gegenstand vieler Publikationen. Unter anderem hat das Bundesbaublatt (Dezember 1995) in einem umfassenden Artikel auf den Bau eines ökologisch orientierten Niedrigenergiehauses mit zukunftsweisenden Techniken bei gleichzeitig relativ geringen Kosten hingewiesen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen6
Wie schätzt die Bundesregierung die Vermittlung von staatlich geprüften Technikerinnen und Technikern mit dem Schwerpunkt „Erneuerbare Energien/Ökologische Energienutzung/ Energieberatung" auf dem bundesdeutschen Arbeitsmarkt zur Zeit und zukünftig ein?
Ist die Bundesregierung bereit, flankierende Maßnahmen zur besseren Vermittlung dieses nur in wenigen Fachkreisen bekannten Personenkreises zu ergreifen (z. B. Kontaktschaffung zu Verbänden im Handwerks- und Industriebereich oder dem Energiesektor durch das Bundesministerium für Wirtschaft, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit)?
Ist die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der Arbeitsverwaltung bereit, besondere Maßnahmen zu initiieren, die zu Einstellungen in den Bereichen führen könnten, in denen beispielsweise die Umsetzung von Energiekonzepten im Kontext mit Maßnahmen des „Least Cost Planning" (LCP) und Contracting-Maßnahmen eine Rolle spielen?
Ist die Bundesregierung bereit, sich dafür einzusetzen, daß die Absolventinnen und Absolventen des neuen Schwerpunkts „Erneuerbare Energien/Ökologische Energienutzung/ Energieberatung" neben Ingenieuren als Berater im Sinne der „Richtlinien über die Förderung der Beratung zur sparsamen und rationellen Energieverwendung in Wohngebäuden vor Ort " anerkannt werden?
Ist die Bundesregierung bereit, über Gesetzesinitiativen die notwendigen energetischen Gebäudesanierungen als wesentlichen Beitrag zur CO 2-Minderung voranzutreiben und damit auch neue Arbeitsplätze für den erwähnten Personenkreis zu schaffen?
Ist es für die Bundesregierung denkbar, daß aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen in dem Butzbacher Bundesausbildungsmodell ein Anschlußmodell zur Erstausbildung von Schulabgängern auf der Basis einer mittleren Reife (Beruf des Assistenten/der Assistentin) in Butzbach/Hessen geschaffen wird?