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Kleine AnfrageWahlperiode 13Beantwortet
Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung im Bereich Gentechnik (G-SIG: 13012919)
Finanzierte Projekte, Informationen z.B. über den Lebensmittelbereich auf kommunaler Ebene
Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Ressort
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie
Datum
15.12.1997
Aktualisiert
26.07.2022
BT13/912120.11.1997
Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung im Bereich Gentechnik
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag
13. Wahlperiode
Drucksache 13/9121
20. 11.97
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Halo Saibold, Marina Steindor und der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung im Bereich Gentechnik
Die Bundesregierung fördert nicht nur massiv den Auf- und
Ausbau der Gentechnik, sondern übernimmt auch noch Teile der
Öffentlichkeitsarbeit. Es werden verschiedene Initiativen
gestartet bzw. unterstützt, die darauf schließen lassen, daß die
Akzeptanz der modernen Bio- und Gentechnologie gesteigert
werden soll.
Die Möglichkeiten und Anwendungen, die durch die Bio- und
Gentechnik machbar werden, stoßen jedoch selten auf
Zustimmung bei der Bevölkerung. Ebenso wird diese Technologie von
einer Reihe unabhängiger Wissenschaftler sehr kritisch
betrachtet, und es wird vor langfristigen Gefahren für Mensch und
Umwelt gewarnt. Vor allem das Thema gentechnisch veränderte
Lebensmittel und deren Kennzeichnungspflicht wird in der
Öffentlichkeit äußerst kontrovers diskutiert. In Bayern läuft zur Zeit
ein Volksbegehren „Gentechnikfrei aus Bayern", das die
Einführung eines Gütesiegels zur Kennzeichnung von Lebensmitteln,
die garantiert ohne jede Gentechnik hergestellt wurden, erreichen
will.
Wir fragen die Bundesregierung:
Förderung von Öffentlichkeitsarbeit allgemein
1. Wie hoch sind die Mittel, die in den letzten fünf Jahren von
einzelnen Bundesministerien und - soweit bekannt - von
Landesministerien für Öffentlichkeitsarbeit in der Gentechnik
zur Verfügung gestellt wurden?
2. Wieviel investiert das Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten (BML) und nachgeordnete
Behörden jährlich in Öffentlichkeitsarbeit zur „grünen"
Gentechnik, und in welche Projekte?
Konkrete Projekte
3. In welcher Auflagenhöhe wurde die Broschüre „Die Grüne
Gentechnik" aus der Reihe „Landwirtschaft heute",
herausgegeben vom BML, gedruckt, und wurden von der
Bundesregierung Initiativen zur Verteilung dieser Broschüre ergriffen?
4. Wie hoch sind die von der Bundesregierung dafür
aufgewendeten Finanzmittel?
5. In welcher Weise wird die Aktion „Bio Tech mobil", die zur
Zeit in Bayern an Gymnasien bei Schülerinnen und Schülern
und bei der interessierten Bevölkerung Aufklärungsarbeit
leisten soll, von der Bundesregierung mitfinanziert, und wie sieht
die Gesamtfinanzierung dieses Projektes aus?
6. Wie wurden der Bedarf und die Akzeptanz der 86 Gymnasien
in Bayern, die mit dem „Bio Tech mobil" besucht werden,
ermittelt?
7. Wird sich die Bundesregierung dafür einsetzen, daß
Nichtregierungsorganisationen, die über Gefahren und Risiken der
Gentechnik aufklären wollen, ebenfalls Gymnasien besuchen
dürfen?
8. Teilt die Bundesregierung vor dem Hintergrund der Aussage
in einer Broschüre zur Aktion „Bio Tech mobil", in der
lediglich festgestellt wurde, daß Risiken bei Bio- und Gentechnik
nicht auszuschließen sind und daß es Aufgabe von
Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sei, Maßnahmen zu ihrer
Vermeidung zu ergreifen, die Auffassung, daß die bloße
Erwähnung von Risiken nicht ausreicht und daß die Risiken im
Rahmen der Öffentlichkeit deutlich dargestellt werden
sollten?
9. Welche Maßnahmen sind nach Meinung der Bundesregierung
geeignet, die Risiken bei Bio- und Gentechnik auszuschalten?
10. Wird das „Bio Tech mobil" auch in anderen Bundesländern
eingesetzt?
Wenn ja, in welchen, und wie sieht bei diesen weiteren
Einsätzen die finanzielle Beteiligung der Bundesregierung aus?
11. In welcher Höhe hat sich das Bundesministerium für Bildung,
Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF) am
Genzentrum Martinsried (Bayern) beteiligt?
12. Welche Finanzmittel wurden vom Bund und Land Bayern
aufgrund des „BioRegio"-Wettbewerbs in die Münchner Region
geleitet?
Wie viele Finanzmittel flossen nach Penzberg und Tutzing?
Darstellung der Technologie in der Öffentlichkeit
13. Inwieweit wird sichergestellt, daß bei Publikationen und
Initiativen zum Thema Gentechnik eine ausgewogene
Darstellung gewahrt wird?
14. Wieso sieht sich die Bundesregierung dafür zuständig, für
diese Technologie mit Nachdruck in der Bevölkerung zu
werben?
15. Wie hoch ist der Betrag, den die Bundesregierung aufwendet,
um über die Gefahren der Gentechnik zu informieren?
16. In welcher Weise wurden bisher in diesem Bereich tätige
Nichtregierungsorganisationen unterstützt, und ist eine
finanzielle Unterstützung in Zukunft geplant?
17. Inwieweit trägt die Bundesregierung den Widerständen der
Verbraucher gegenüber der Gentechnik, vor allem im
Lebensmittelbereich, Rechnung?
18. Trifft es zu, daß (bayerische) Gemeinderäte von der
Bundesregierung angeschrieben und ihnen Informationen über
Gentechnik offeriert wurden, die über das BMBF angefordert
werden können?
Wenn nein, ist der Bundesregierung bekannt, ob die
Bayerische Staatsregierung die Gemeinderäte in diesem Sinne
angeschrieben hat?
19. Gibt es gegebenenfalls andere Forschungs- oder
Technikbereiche, bei denen ebenfalls auf kommunaler Ebene
Informationen angeboten wurden, z. B. zur Windkraft als
erneuerbare Energie, oder handelt es sich hier um eine
Sonderbehandlung der Gentechnik?
Bonn, den 20. November 1997
Halo Saibold
Marina Steindor
Joseph Fischer (Frankfurt), Kerstin Müller (Köln) und Fraktion]
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