Kosten des Atomstroms
der Abgeordneten Eva-Maria Bulling-Schröter, Rolf Köhne und der Gruppe der PDS
Vorbemerkung
Die Zeitschrift „Publik-Forum" Nr. 1, 1998, Seite 15, verweist auf eine Mitteilung des Bundesverbandes der Christlichen Demokraten gegen Atomkraft (CDAK), wonach dem Bundesministerium für Wirtschaft eine Studie vorliege, die die Kosten des Stroms aus Atomkraftwerken weit höher ansetze, als bisher angenommen. Der brisante Inhalt der Studie wurde der Öffentlichkeit bisher vorenthalten.
Nach dieser Studie käme unter Berücksichtigung aller Folgekosten der Strompreis für eine Kilowattstunde aus Atomkraft auf 3,60 DM bis 4 DM, während offiziell ein Preis von weit unter 20 Pfennig pro Kilowatt angegeben wird. Damit wäre Atomkraft weit teurer als Wind- oder Sonnenenergie. Der entscheidende Grund für die unterschiedlichen Kostenberechnungen sei die Versicherung der Atomkraftwerke. Demnach wären Atomkraftwerke in Deutschland stark unterversichert, weil der Versicherungsschutz nirgendwo dem hohen Gefährdungspotential der Atomkraftwerke entspreche. Würden alle möglichen Risiken einbezogen, so müßte allein für die jährliche Risikoversicherung der 21 deutschen Atomkraftwerke eine Prämie von rund 500 Mrd. DM angesetzt werden.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen3
Wurde die o. g. Studie von der Bundesregierung in Auftrag gegeben?
a) Wenn ja, ist sie der Öffentlichkeit zugänglich, bzw. warum ist sie der Öffentlichkeit nicht zugänglich?
b) Wenn nein, ist der Bundesregierung die o. g. Studie bekannt?
Wie bewertet die Bundesregierung die Aussage, daß bei Internalisierung aller Risiken Atomstrom deutlich teurer als Windoder Sonnenenergie wäre?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung, daß deutsche Atomkraftwerke unterversichert sind, und sieht sie ggf. Handlungsbedarf?