Fragen zum Rüstungsexport und zur Rüstungskonversion einer Geisenheimer Firma
der Abgeordneten Dr. R. Werner Schuster, Brigitte Adler, Hans Gottfried Bernrath, Rudolf Bindig, Anni Brandt-Elsweiler, Hans Büttner (Ingolstadt), Klaus Daubertshäuser, Freimut Duve, Katrin Fuchs (Verl), Norbert Gansel, Konrad Gilges, Dr. Ingomar Hauchler, Dr. Uwe Holtz, Ilse Janz, Hans-Ulrich Klose, Walter Kolbow, Dr. Klaus Kübler, Eckart Kuhlwein, Brigitte Lange, Dr. Christine Lucyga, Dorle Marx, Christoph Matschie, Günter Oesinghaus, Dr. Willfried Penner, Horst Peter (Kassel), Margot von Renesse, Dieter Schanz, Dieter Schloten, Günter Schluckebier, Ursula Schmidt (Aachen), Regina Schmidt-Zadel, Dr. Jürgen Schmude, Joachim Tappe, Hans-Günther Toetemeyer, Dr. Hans-Jochen Vogel, Hans Wallow, Ernst Waltemathe, Barbara Weiler, Dr. Axel Wernitz, Hildegard Wester, Gudrun Weyel, Heidemarie Wieczorek-Zeul, Verena Wohlleben, Uta Zapf, Dr. Christoph Zöpel
Vorbemerkung
Die Firma Fritz Werner, Geisenheim, war bis zum 31. Dezember 1989 in Bundeseigentum (DIAG). Sie war im Herbst 1987, wegen ihrer Rüstungsexporte in den Iran, Gegenstand öffentlicher Diskussion.
In einer Veranstaltung im November 1987 hat die Geschäftsleitung der Firma Fritz Werner öffentlich zugesagt, — sich in Zukunft streng an Recht und Gesetz zu halten, — Rüstungskonversion aktiv voranzutreiben.
Auf die einschlägigen parlamentarischen Initiativen hierzu wird verwiesen:
- Frage des Abgeordneten Norbert Gansel und der Fraktion der SPD vom 15. Februar 1989
- Schriftliche Frage der Abgeordneten Christa Vennegerts (DIE GRÜNEN) mit Antwort vom 2. Januar 1990
- Antrag der Fraktion DIE GRÜNEN — Drucksache 11/6313 — und Bundestagsaussprache vom 8. Februar 1990
- Kleine Anfrage der Fraktion der SPD — Drucksache 11/6603 — mit Antwort vom 2. April 1990 — Drucksache 11/6862
- Schriftliche Frage der Abgeordneten Petra Kelly (DIE GRÜNEN) mit Antwort vom 23. Oktober 1990
- Kleine Anfrage des Abgeordneten Hermann Bachmaier (SPD), Deutsche Rüstungsexporte nach Birma — Drucksache 12/720
Jetzt ist die Firma Fritz Werner erneut Gegenstand öffentlicher Diskussion, nicht zuletzt durch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen.
Dieses vorausgeschickt fragen wir die Bundesregierung:
Fragen7
Liegen der Bundesregierung für die Jahre 1988 und 1989 hinsichtlich des Rüstungsexportes der Firma Fritz Werner, Geisenheim, neue Erkenntnisse vor?
Wie beurteilt die Bundesregierung ihre damaligen Antworten im Lichte der heutigen Erkenntnisse und der öffentlichen Diskussion im Zusammenhang mit dem Golfkrieg?
Kann die Bundesregierung mitteilen, ob die Firma Fritz Werner sich nach Gesetz und Recht verhalten hat?
Hat es trotz der laufenden Ermittlungen seit Januar 1990 bzw. seit Januar 1991 weitere Exportgenehmigungen von Waren der Ausfuhrliste 1 A (Waffen, Munition, Rüstungsmaterial) bzw. 1 C (sonstige Waren von strategischer Bedeutung) gegeben?
In welchem Umfang sind in den Jahren 1988/89 von der Firma Fritz Werner genehmigte Rüstungsexportgeschäfte getätigt worden?
Hat die Bundesregierung Kenntnis über die Lieferung von Rundfunk- bzw. funktechnischen Anlagen durch die Firma Fritz Werner nach Libyen? Wenn ja, dienen diese ausschließlich zivilen Zwecken oder liegen entsprechende Ausfuhrgenehmigungen vor?
Hat die Bundesregierung die zu diesem Zeitpunkt bundeseigene Firma Fritz Werner in den Jahren 1988/89 aktiv organisatorisch und finanziell bei der Rüstungskonversion unterstützt?