FCKW für Dosieraerosole für Asthmatiker und andere lebenserhaltende medizinische Anwendungen
der Abgeordneten Monika Ganseforth, Brigitte Adler, Hermann Bachmaier, Friedhelm Julius Beucher, Lieselott Blunck, Ursula Burchardt, Marion Caspers-Merk, Dr. Marliese Dobberthien, Ludwig Eich, Lothar Fischer (Homburg), Arne Fuhrmann, Karl Hermann Haack (Extertal), Dr. Liesel Hartenstein, Reinhold Hiller (Lübeck), Susanne Kastner, Klaus Kirschner, Siegrun Klemmer, Dr. Hans-Hinrich Knaape, Rolf Koltzsch, Horst Kubatschka, Brigitte Lange, Klaus Lennartz, Ulrike Mehl, Jutta Müller (Völklingen), Michael Müller (Düsseldorf), Horst Peter (Kassel), Dr. Martin Pfaff, Manfred Reimann, Harald B. Schäfer (Offenburg), Gudrun Schaich-Walch, Otto Schily, Horst Schmidbauer (Nürnberg), Karl-Heinz Schröter, Ernst Schwanhold, Antje-Marie Steen, Uta Titze, Hans Georg Wagner, Reinhard Weis (Stendal), Dr. Axel Wernitz
Vorbemerkung
Bei den Vereinbarungen zur Beendigung der FCKW-Produktion wurden lebenserhaltende medizinische Anwendungen, besonders für die Asthma-Behandlung ausgenommen.
Da die Untersuchungen in diesen Bereichen häufig von der PharmaIndustrie gesponsert werden und die Gefahr besteht, daß auch die Ärzteschaft und die Universitäten nicht kritisch genug mit den Ergebnissen umgehen, besteht die Gefahr und gibt es Hinweise, daß im medizinischen Bereich ein Einsatzgebiet für die gefährlichen FCKW, die das Ozon zerstören und zum Treibhauseffekt beitragen, bestehen bleibt, obwohl das nicht unabdingbar ist.
Wir fragen daher die Bundesregierung:
Fragen13
Welches sind die lebenserhaltenden medizinischen Anwendungsbereiche, in denen auf FCKW nicht verzichtet werden kann?
Welche voll- und teilhalogenierten FCKW werden im medizinischen Aerosolbereich eingesetzt?
Welche Mengen an FCKW — möglichst aufgeschlüsselt nach den einzelnen Substanzen — wurden jeweils in den letzten fünf Jahren in diesen Bereichen eingesetzt?
Welche Verwendungs- und Notwendigkeitsnachweise werden für diese lebenserhaltenden medizinischen Anwendungsbereiche erbracht, und wer beurteilt sie?
Welche toxikologischen, kanzerogenen und/oder allergologischen Wirkungen haben die im medizinischen Aerosolbereich angewendeten FCKW?
Können diese FCKW Lungenschäden hervorrufen?
Wie verhält es sich speziell mit der Toxikologie von H-FCKW 22, das in der Bundesrepublik Deutschland vermehrt im Aerosolbereich eingesetzt wird?
Wie ist die jahrzehntelange Einnahme des Asthmapulvers durch Asthmatiker ohne FCKW-Treibmittel möglich gewesen, und wie wurde die genaue Dosierung beherrscht?
Wie beurteilt die Bundesregierung die inzwischen entwickelten verbesserten Techniken, um das Asthmapulver in die Bronchien zu bringen, z. B. den „Spin-Haler", den „Rota-Haler" oder den „Inhalator"?
Wie beurteilt sie FCKW-freie Treibsätze?
Wie bewertet die Bundesregierung die gesundheitlichen Risiken für Pseudoallergiker, die oft ohne es zu wissen und ohne daß die Ärzte es erkennen, an einer Hyperreagibilität der Schleimhäute chemischen Stoffen gegenüber leiden, wenn sie das Dosier-Aerosol mit dem Treibgas FCKW zur Asthma Behandlung anwenden?
Ist es zulässig und akzeptabel, daß bei Dosier-Aerosolen für die Asthma-Behandlung teilweise nur der reine Wirkstoff, nicht aber das Lösungsmittel und der Treibsatz deklariert werden?
Stimmt es, daß die genaue Dosierung bei Spray-Halern nur bis etwa zur Hälfte der Füllung vorhält und daß dann häufig das Mundröhrchen verstopft, so daß die Patienten einfach nach pumpen und damit die Dosierung nicht eingehalten wird?
Wie hoch ist der Anteil der Wirkstoffmenge, der genutzt bzw. der mit der Aluminium-Patrone und dem Rest-FCKW weggeworfen wird?
Wie kommt der höhere Preis der Spin- oder Rota-Haler zustande, obwohl nur die Kapsel mit dem Wirkstoff verbraucht wird und keine Aluminium-Patronen als Abfall anfallen sowie Lösungsmittel und Treibsatz nötig sind?
Ist die Bundesregierung angesichts des Grundsatzes der Toxikologie, daß jede (Fluor-)Verbindung als giftig anzusehen ist, bis das Gegenteil bewiesen wurde, der Auffassung, daß eine kritischere Beurteilung der FCKW-Anwendungen geboten ist?