Skorpiongift als Pflanzenschutz
der Abgeordneten Dr. Marliese Dobberthien, Hermann Bachmaier, Angelika Barbe, Friedhelm Julius Beucher, Thea Bock, Ursula Burchardt, Marion Caspers-Merk, Ludwig Eich, Dr. Konrad Elmer, Lothar Fischer (Homburg), Arne Fuhrmann, Monika Ganseforth, Dr. Liesel Hartenstein, Renate Jäger, Susanne Kastner, Sigrun Klemmer, Horst Kubatschka, Dr. Klaus Kübler, Klaus Lennartz, Ulrike Mehl, Jutta Müller (Völklingen), Michael Müller (Düsseldorf), Dr. Rolf Niese, Jan Oostergetelo, Peter Paterna, Manfred Reimann, Harald B. Schäfer (Offenburg), Otto Schily, Karl-Heinz Schröter, Dietmar Schütz, Ernst Schwanhold, Hans Georg Wagner, Reinhard Weis (Stendal), Dr. Axel Wernitz
Vorbemerkung
Das US-Unternehmen Agracetus hat beim Europäischen Patentamt einen Patentantrag für eine neue gentechnische Methode des Pflanzenschutzes gestellt: Das Gen, das das Gift des gemeinen Skorpions kodiert, wird hierbei mit Hilfe eines Agrobacteriums in Pflanzen übertragen, so daß die Pflanzen das Skorpiongift aus Polypeptid-Toxinen, bestehend aus 70 Aminosäuren, selbsttätig bilden können.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen3
Ist der Bundesregierung dieser Patentantrag bekannt?
Wie beurteilt die Bundesregierung die möglichen ökologischen, gesundheitlichen und toxikologischen Folgen einer Anwendung dieser Methode auf Nutzpflanzen?
Welche Maßnahmen müßten nach Auffassung der Bundesregierung ergriffen werden, um freilebende Tiere und Haustiere vor möglichen Schäden zu schützen, einen Gentransfer auf andere Organismen und den Pollenflug zu anderen Pflanzen zu verhindern sowie Verbraucherinnen und Verbraucher aufzuklären und zu schützen?