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Kleine AnfrageWahlperiode 12Beantwortet

Leistungskürzungen durch das Duale System Deutschland (G-SIG: 12011622)

Kürzung der Leistungen an die Kommunen seitens des DSD, Sicherstellung der Entsorgung, Verwendung der Abfälle, Beitrag des DSD zur Abfallvermeidung

Fraktion

PDS/LL

Ressort

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Datum

20.09.1993

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 12/556918.08.93

Leistungskürzungen durch das Duale System Deutschland

der Abgeordneten Dr. Dagmar Enkelmann und der Gruppe der PDS/Linke Liste

Vorbemerkung

Trotz aufwendiger Werbekampagnen der „Duales System Deutschland" GmbH (DSD) häufen sich Meldungen aus den Kommunen über Probleme bei der Abfallentsorgung bzw. -verwertung. Per 1. Juli 1993 wurden die den Partnern vertraglich zugesicherten Leistungen von der DSD einseitig gekürzt. Statt 3 DM pro Einwohner und Einwohnerin erhalten die Kommunen nur noch 2 DM für die Entsorgung der „Gelben Säcke". Die Kürzungen stoßen bei den Kommunen auf heftigen Widerstand. Landkreis- und Städtetag haben bereits rechtliche Schritte gegen den Vertragsbruch angekündigt.

Wir fragen daher die Bundesregierung:

Fragen11

1

Entspricht die einseitige Abänderung der Verträge mit den Kommunen durch die DSD geltenden gesetzlichen Regelungen?

2

Worin sieht die Bundesregierung die Gründe für den Vertragsbruch? War sie darüber rechtzeitig informiert?

3

Welche Mehrbelastungen kommen damit auf die Kommunen zu?

4

Ist eine zufriedenstellende Entsorgung der Gelben Säcke auch weiterhin gesichert, wenn z. B. im Kreis Eberswalde (Land Brandenburg) die Zuschüsse der DSD dafür verwendet wurden?

5

Trifft es zu, daß die Akzeptanz der Verbraucherinnen und Verbraucher vielerorts so groß ist, daß die erst für 1995 geplanten Mengen schon jetzt erreicht werden?

6

Wie hoch ist das Abfallaufkommen aus den Gelben Säcken?

7

Wie hoch ist der Anteil der verwerteten Abfälle aus den Gelben Säcken?

8

Wohin gelangen die nicht verwerteten Abfälle?

9

Hält die Bundesregierung nach wie vor an der Auffassung fest, daß die DSD die einzige Alternative eines vernünftigen Entsorgungskonzepts darstellt?

10

Trägt die Monopolstellung der DSD zu einer unverantwortlichen Abhängigkeit der Kommunen bei? Sind sie der DSD auf Gedeih und Verderb ausgeliefert?

11

Kann die DSD unter den gegebenen Umständen noch als Teil einer ökologisch sinnvollen Abfallvermeidung gelten?

Bonn, den 16. August 1993

Dr. Dagmar Enkelmann Dr. Gregor Gysi und Gruppe

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