Holz- und forstwirtschaftliche Aktivitäten in Kamerun
der Abgeordneten Frau Eid und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen7
Kann die Bundesregierung bestätigen, daß das Leben von ca. 150 000 Pygmäen in Zentralafrika und ihre Jahrtausende alte Kultur bedroht ist, weil Holz- und Plantagenwirtschaft immer stärker in ihren Lebensraum vordringen?
Wie beurteilt die Bundesregierung die Tatsache, daß das Leben von ca. 40 000 Pygmäen im Südosten Kameruns bedroht ist, unter anderem dadurch, daß bundesdeutsche Firmen maßgeblich am Holzeinschlag im Südosten Kameruns beteiligt sind und 1987 16,9 Prozent [Renate Grunert, Entwicklungspolitische Korrespondenz (EPK), Heft 2/1989] der in die Bundesrepublik Deutschland importierten tropischen Rundhölzer aus Kamerun stammten?
War die Bundesrepublik Deutschland finanziell beteiligt an dem von der FAO zu Beginn der 70er Jahre unterstützten Aufbau von Zellulosefabriken in Afrika? Wenn ja, an welchen, zu welchen Teilen und welche dieser Fabriken arbeiten heute noch bzw. sind mittlerweile aufgegeben?
War die damalige Bundesregierung am Bau der 1974 begonnenen Zellulosefabrik im Raum Edea in Kamerun beteiligt?
Kamerun nimmt mit einem Holzeinschlag von 80 000 bis 100 000 Hektar pro Jahr heute den fünften Platz unter den Ländern ein, die von sterbenden Tropenwäldern betroffen sind (Renate Grunert, EPK, Heft 2/1989). Welche Maßnahmen unternimmt die Bundesregierung, dem befreundeten Land zu helfen, damit ihm nicht das gleiche Schicksal passiert wie zum Beispiel Nigeria, das inzwischen zum Holzimporteur geworden ist?
Holz steht wertmäßig an dritter Stelle des kamerunischen Exportes und die Holzindustrie Kameruns gilt als eine der industriell am besten entwickelten Branchen. Der größte Teil der 113 Firmen im Holz- und Forstsektor, nämlich 64 Prozent, befindet sich jedoch in ausländischer Hand (Renate Grunert, EPK, Heft 1989). Welche bundesdeutschen Firmen außer Karl Danzer Furnierwerk in Reutlingen, Himlich Feldmayer in Bremen und Introp Tropenholz befinden sich darunter, wie groß sind ihre Konzessionen?
Kann die Bundesregierung bestätigen, daß die kamerunische Regierung versucht, die Holzwirtschaft stärker unter Kontrolle zu bekommen und ökologische Maßnahmen gegen die Zerstörung des Regenwaldes durchzuführen, und wie beurteilt die Bundesregierung in diesem Zusammenhang die Aktivitäten des Centre National de Développement des Forêts (Cenadefor) und des Office National de Régénération des Forêts (Onaref)? Fördert sie die Aktivitäten bzw. ist sie bereit, diese künftig zu fördern?