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Kleine AnfrageWahlperiode 10Beantwortet

Hochmoor "Tinner/Staverner Dose" im Landkreis Emsland (Niedersachsen) (G-SIG: 10001819)

Pläne betr. Wege durch das Hochmoor im Bereich der Erprobungsstelle 91 der Bundeswehr in Meppen, vorgesehene andere Baumaßnahmen in der einstweilig als Naturschutzgebiet sichergestellten "Tinner/Staverner Dose" und dem Naturschutzgebiet "Sprakeler Heide" sowie Haltung des Bundesverteidigungsministeriums zu den unter Naturschutz stehenden Gebieten, Absprachen zwischen dem Bund und Niedersachsen über die Landbeschaffung zugunsten des Naturschutzes

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium der Verteidigung

Datum

05.11.1984

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 10/215118.10.84

Hochmoor „Tinner/Staverner Dose" im Landkreis Emsland (Niedersachsen)

der Abgeordneten Vogt (Kaiserslautern), - Dr. Jannsen und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen19

1

a) Sind die Pläne, Wege durch das Hochmoor „Tinner/Staverner Dose" im Bereich der Erprobungsstelle 91 der Bundeswehr in Meppen (Landkreis Emsland) zu legen, endgültig, und werden sie vollständig durchgeführt werden?

1

b) Welche Zeitpläne bestehen bezüglich Baubeginn und Fertigstellung aller geplanten Wege?

1

c) Welchen Umfang haben die Baumaßnahmen (Länge, Breite der Wege), und wo werden sie das Moor verschneiden?

1

d) Welche finanziellen Mittel sind dafür vorgesehen?

1

e) Welchen Zwecken sollen die Wege dienen?

1

f) Teilt das Bundesverteidigungsministerium die Befürchtung, daß die Wege bei der geplanten Bauweise nur wenige Jahre halten werden und dann aufgeschüttet und stärker befestigt werden müssen? Gibt es dazu konkrete Abschätzungen?

1

g) Von welcher Lebensdauer geht man für die geplanten Wege aus?

2

a) Sind noch andere Baumaßnahmen und Flächenumwandlungen seitens des Bundes in der einstweilig als Naturschutzgebiet sichergestellten „Tinner/Staverner Dose", dem Naturschutzgebiet „Sprakeler Heide" oder in dem angrenzenden Tiefmoor vorgesehen?

2

b) Wenn ja, welche Eingriffe sind das, welchen Umfang haben sie, und wo sind sie vorgesehen?

3

a) Werden die Bemühungen, die „Tinner/Staverner Dose" in den von Landesseite angestrebten Grenzen als Naturschutzgebiet auszuweisen, vom Bundesverteidigungsministerium und der Erprobungsstelle 91 der Bundeswehr befürwortet und unterstützt?

3

b) Wenn ja, wie sieht diese Unterstützung aus?

3

c) Wie steht das Bundesverteidigungsministerium und die Erprobungsstelle 91 der Bundeswehr zu der Forderung des Naturschutzes, nach Erwerb der noch vorhandenen privaten Flächen durch die öffentliche Hand, das Moor insgesamt durch geeignete Maßnahmen wieder zu vernässen und somit der Brandgefahr entgegenzuwirken?

3

d) Wird die Erprobungsstelle 91 der Bundeswehr Erschwernisse beim Betriebsablauf durch eine wiedervernäßte Dose als einen ihrer Beiträge zum Naturschutz akeptieren?

3

e) In welchem Umfang sind bisher Privatflächen aus dem Moorbereich der „Tinner/Staverner Dose" der Erprobungsstelle 91 der Bundeswehr gegen Flächen aus den umliegenden Bundesbesitzungen ausgetauscht worden? Bis wann soll dieses Verfahren vollständig abgeschlossen sein? Hat es Beschwerden von seiten der Landwirte über die neu erhaltenen Flächen gegeben?

4

a) Gibt es zwischen dem Bund und dem Land Niedersachsen Absprachen oder Vereinbarungen über die Landbeschaffung zugunsten des Naturschutzes in der „Tinner/Staverner Dose"?

4

b) Wenn ja, wie hoch werden die Kosten für den Erwerb des privaten Besitzes in dem zukünftigen Naturschutzgebiet sein?

4

c) Wie sehen die finanziellen Regelungen zwischen dem Bund und dem Land Niedersachsen zu diesem Vorhaben aus?

4

d) Wer wird die von der öffentlichen Hand erworbenen landwirtschaftlichen Nutzflächen zukünftig naturschutzorientiert bearbeiten, und wer trägt die Kosten dafür?

5

Hat die Erprobungsstelle 91 oder eine andere Stelle der Bundeswehr in irgend einer Weise Einfluß darauf genommen, daß gerade der Landkreis Emsland die Planungen für den Naturschutz hier übernommen hat?

Bonn, den 18. Oktober 1984

Vogt (Kaiserslautern) Dr. Jannsen Schoppe, Dr. Vollmer und Fraktion

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