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Kleine AnfrageWahlperiode 10Beantwortet

Ablehnung atomarer Kriegführung durch die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland (G-SIG: 10001882)

Umfrageergebnisse zur Verteidigungsbereitschaft und zum Einsatz atomarer Waffen in der Bundesrepublik Deutschland, Widerspruch zwischen dem Mehrheitswillen der bundesdeutschen Bevölkerung und der derzeit gültigen NATO-Strategie

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium der Verteidigung

Datum

27.11.1984

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 10/225806.11.84

Ablehnung atomarer Kriegführung durch die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland

der Abgeordneten Frau Kelly und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen4

1

Kann die Bundesregierung die Feststellung der GRÜNEN aus Umfrageergebnissen der Bundeswehr bestätigen oder widerlegen, daß 1978 bzw. 1981 ein erheblicher Anteil der auskunftgebenden Befragten eine militärische Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland befürwortete, daß aber etwa drei Viertel der auskunftgebenden Befragten eine Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland für den Fall ablehnten, daß Atomwaffen auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland eingesetzt würden (Sozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr, Internationales Forum, Band 3, München 1983, S. 62)?

2

Kann die Bundesregierung die Feststellung der GRÜNEN bestätigen oder widerlegen, daß die derzeit gültige NATO-Strategie, die im Kriegsfall den Einsatz von NATO-Atomwaffen gegen Ziele in der Bundesrepublik Deutschland auch ohne sowjetische Atomwaffeneinsätze vorsieht, dem Mehrheitswillen der bundesdeutschen Bevölkerung widerspricht?

3

Kann die Bundesregierung die Feststellung der GRÜNEN bestätigen oder widerlegen, daß der scheinbare Widerspruch einerseits der mehrheitlichen Verteidigungsbereitschaft unter der gültigen NATO-Strategie, andererseits der weitaus mehrheitlichen Ablehnung von Atomwaffeneinsätzen in der Bundesrepublik Deutschland dadurch erklärbar ist, daß die Mehrheit der Bevölkerung das Wesen der NATO-Strategie nicht kennt und insbesondere einen Atomwaffeneinsatz gegen Ziele in der Bundesrepublik Deutschland durch eigene oder verbündete Truppen nicht für möglich hält?

4

Welche neueren Befragungsergebnisse zur gleichen Fragegruppe wie bei den Befragungen von 1978 und 1981 wurden vom Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr gewonnen, und wo sind diese veröffentlicht?

Bonn, den 6. November 1984

Kelly Schoppe, Dr. Vollmer und Fraktion

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