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Kleine AnfrageWahlperiode 10Beantwortet

Der sogenannte Belgrader "Dissidenten-Prozeß" (G-SIG: 10001969)

Verletzung elementarer Menschenrechte durch den politischen Schauprozeß gegen sechs Angehörige der sogenannten Freien Universität Belgrad, Einhaltung der sich aus der KSZE-Schlußakte ergebenden Verpflichtungen durch Jugoslawien

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Auswärtiges Amt

Datum

12.12.1984

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 10/240622.11.84

Der sogenannte Belgrader „Dissidenten-Prozeß"

der Abgeordneten Frau Kelly und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Im Hinblick auf den gegenwärtig in Belgrad stattfindenden Prozeß gegen sechs Angehörige der sogenannten Freien Universität Belgrad, denen vorgeworfen wird, „feindliche" und „konterrevolutionäre" Tätigkeiten organisiert zu haben, fragen wir die Bundesregierung:

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen4

1

Teilt die Bundesregierung die Auffassung, daß es sich hier um einen politischen Schauprozeß handelt, der schon an sich eine Verletzung elementarer Menschenrechte darstellt?

2

Was hat die Bundesregierung getan, um sich einen unmittelbaren Eindruck von der Stichhaltigkeit der Anklagen und von der Art und Weise der Prozeßführung zu verschaffen?

3

Was gedenkt die Bundesregierung zu tun, um die jugoslawische Regierung zur strikten Einhaltung der sich aus der Unterzeichnung der KSZE-Schlußakte ergebenden Verpflichtung, Menschenrechte nicht zu verletzen, zu veranlassen, sollte sich der Eindruck verdichten, daß mit dem o. g. Prozeß Menschenrechte verletzt werden?

4

Welche Erkenntnis hat die Bundesregierung über die Unterdrückung freier Meinungsäußerungen, Außerkraftsetzen sonstiger Grundrechte und über Art und Anzahl politischer Gefangener in Jugoslawien?

Bonn, den 22. November 1984

Kelly Schoppe, Dr. Vollmer und Fraktion

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