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Kleine AnfrageWahlperiode 10Beantwortet

Korpsdepot der Bundeswehr bei Schnaittach (G-SIG: 10002976)

Errichtung eines Versorgungsdepots für Bekleidungs- und Verpflegungsvorräte im Wald- und Erholungsgebiet bei Schnaittach, Flächenbedarf, Belastungen der Bevölkerung

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium der Verteidigung

Datum

04.10.1985

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 10/384918.09.85

Korpsdepot der Bundeswehr bei Schnaittach

des Abgeordneten Bueb und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Die regionale Presse berichtete am 15. August 1985, daß die Bundeswehr plant, im Wald bei Schnaittach — Untersdorf/ Germersberg ein Korpsdepot zu errichten. Nach Auskunft des Bundesvermögensamtes in Nürnberg sollen dort keine Waffen und Munition, sondern nur Kleidung und Verpflegungsvorräte gelagert werden.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen10

1

Kann die Bundesregierung bestätigen, daß die Bundeswehr ein solches Korpsdepot im Wald bei Schnaittach plant?

2

Welche alternativen Standorte sind von der Bundesregierung bzw. Bundeswehr in Erwägung gezogen worden?

3

Kann die Bundesregierung bestätigen, daß es sich nur um ein Depot für Bekleidungs- und Verpflegungsvorräte handelt?

4

Welchen Grund sieht die Bundesregierung, neue Versorgungsdepots für die Bundeswehr anzulegen? Haben sich Verpflegung und Bekleidungsaufwand bei gleichbleibender Truppenstärke so erhöht, daß zusätzliche Depots notwendig werden?

5

Warum muß nach Ansicht der Bundesregierung in einem Wald- und Erholungsgebiet ein Depot für Bekleidung und Verpflegung errichtet werden? Ist nicht ein verkehrsangebundener Standort sinnvoller?

6

Kann die Bundesregierung ausschließen, daß in dem Depot bei Schnaittach auch Treibstoff, Waffen und Munition gelagert werden?

7

Wie groß schätzt die Bundesregierung den Flächenbedarf für das Depot, für Zufahrtswege und Umfeld? Wieviel Wald muß geopfert werden, und welche Fläche ist als Erholungsgebiet unbrauchbar?

8

Ist der Bundesregierung bekannt und bewußt, daß durch das Depot das ganze Waldgebiet zerstückelt und damit als Erholungsgebiet für den Ballungsraum Nürnberg/Lauf ausfällt, und hält die Regierung dies für verantwortbar?

9

Welche zusätzlichen Belastungen hat die Bevölkerung zu erwarten, z. B. durch Luft- und Straßenverkehr, Überwachung usw.?

10

Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, entsprechend dem Wunsche der Bevölkerung und im Sinne des Umwelt- und Naturschutzes, von diesem Projekt Abstand zu nehmen?

Bonn, den 18. September 1985

Bueb Hönes, Schmidt (Hamburg-Neustadt) und Fraktion

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