Truppenbesuch des Rotary-Clubs Bayerwald
des Abgeordneten Vogel (München) und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Am 8. Juli 1985 hat der Chef der Heeresflieger Süddeutschland 16 Mitglieder des Rotary-Clubs Bayerwald-Zwiesel zu einem „Ausflug" eingeladen. Ziel dieses Ausfluges war der Heeresfliegerplatz Roth bei Nürnberg, dem ein ganztägiger Besuch abgestattet wurde. Außer laut einem entsprechenden Pressebericht „vorzüglich zubereiteter" Truppenverpflegung und zahlreichen theoretischen Informationen wurde den Gästen aus dem Bayerischen Wald auch ein Übungseinsatz des gastgebenden Panzerabwehr-Hubschrauberregiments vorgeführt.
Da dem Bundesverteidigungsministerium laut Auskunft des Parlamentarischen Staatssekretärs Würzbach für derartige private Arrangements keine entsprechenden „Dienstregelungen" bekannt sind, fragen wir die Bundesregierung:
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen5
Ist der Bundesregierung bekannt, daß seitens hochrangiger Bundeswehroffiziere solche privaten Einladungen zur Pflege von Männerfreundschaften und zur persönlichen Imagepflege arrangiert werden?
Falls ja, wie läßt sich die Notwendigkeit solcher „Privat-Ausflüge" mit den Aufgaben der Bundeswehr in Einklang bringen?
Aus welchem Titel des Verteidigungshaushalts werden die finanziellen Mittel für solche „Privat-Ausflüge" zur Verfügung gestellt?
Wie hoch sind die Kosten (detaillierte Angaben) des durch den Chef der Heeresflieger Süddeutschland arrangierten Ausflugs des Rotary-Clubs Bayerwald-Zwiesel?
Falls die Bundesregierung derartige Einladungen gutheißen sollte, ab welchem Dienstgrad können Bundeswehrsoldaten derartige Einladungen zu kostenlosen Truppenbesuchen aussprechen?