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Kleine AnfrageWahlperiode 8Beantwortet

Energiesparen und alternative Energien (G-SIG: 00003053)

Kosten energiesparender Maßnahmen im Baugewerbe, Energiesituation im gewerblichen Mittelstand, Entwicklungen in den Anwendungsbereichen Raum-, Prozeß- und Kraftwärme, Auswirkungen in raumordnungspolitischer, städtebaulicher und verkehrspolitischer Hinsicht, sparsame Verwendung von Brenn- und Treibstoffen in der Landwirtschaft, Schwerpunkte alternativer Energiequellen, agrarische Produktion ernergiehaltiger Rohstoffe, Information der Verbraucher über sparsamen Umgang mit Energie, Chancen alternativer Primärenergien, Auswirkungen der Energieeinsparung auf Wachstum und Beschäftigung, Substitution des Öls durch andere Energieträger, energiesparende Aspekte im Abfallwirtschaftsprogramm, energieeffiziente Produkte in der Elektro- und Gas-Haushaltsgeräteindustrie, Autoindustrie und Stromwirtschaft, Auswirkungen auf die Einkommensverteilung

Fraktion

FDP, SPD

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft

Datum

11.08.1980

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 8/439309.07.80

Energiesparen und alternative Energien

der Abgeordneten Hoffmann (Saarbrücken), Stockleben, Dr. Steger, Reuschenbach, Wolfram (Recklinghausen), Grunenberg, Ibrügger, Meininghaus, Müller (Schweinfurt), Oostergetelo, Dr. Spöri, Neumann (Stelle), Dr. Haussmann, Dr.-Ing. Laermann, Frau Schuchardt, Zywietz und der Fraktionen der SPD und FDP

Vorbemerkung

Wir fragen die Bundesregierung:

Begründung

Mit den Veränderungen des Energiebedarfs und der Energieverfügbarkeit wird der Ernst und die Reichweite der energiewirtschaftlichen Probleme sichtbar. Sie haben u. a. ökologische, wirtschaftliche, soziale, wissenschaftlich-technische und verteilungspolitische Dimensionen, die schrittweise erfasst werden müssen. In diesem Prozeß gewinnen die Möglichkeiten und Risiken von Energieeinsparungen und Alternativenergien hohe Priorität.

Fragen16

1

Welche Studien über Energiesparpotentiale für die Bundesrepublik Deutschland liegen der Bundesregierung und der Europäischen Gemeinschaft in kurzfristiger, mittelfristiger und langfristiger Perspektive vor?

2

Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung getroffen, um Energieeinsparungen zu fördern? Welche Erfolge lassen sich bisher abmessen, und welche weiteren kurzfristigen Aktionen faßt sie ins Auge?

3

Welchen Erfolg erwartet die Bundesregierung mittel- und langfristig von den Bemühungen, Energie einzusparen? Sind Schätzungen über die volkswirtschaftlichen Kosten und den Kapazitätsbedarf vor allem im Baugewerbe jetzt schon möglich?

4

Welche Chancen und Risiken ergeben sich aus der geänderten Energiesituation für den gewerblichen Mittelstand, und welche Hilfen bietet die Bundesregierung dem Mittelstand, mit dem Strukturwandel fertig zu werden, der sich aus der sich ändernden Energiesituation ergibt?

5

Welche Entwicklungen erwartet die Bundesregierung mittel- und langfristig für die verschiedenen Anwendungsbereiche (Raumwärme, Prozeßwärme, Kraft)?

6

Welche Auswirkungen können in raumordnungspolitischer, städtebaulicher und verkehrspolitischer Hinsicht erwartet werden, und welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen?

a) Durch welche Maßnahmen im Bereich des Städtebaus kann nach Auffassung der Bundesregierung wirkungsvoll zu einem rationellen Umgang mit Energie beigetragen werden, und welche Schritte wird die Bundesregierung in dieser Richtung im Bereich der Städtebaupolitik unternehmen?

b) Welche Forschungsergebnisse und Informationen über ausländische Erfahrungen über städtebauliche Maßnahmen zu einem rationellen Umgang mit Energie liegen der Bundesregierung vor, und welche Schlüsse zieht sie daraus?

c) Welche Vorstellungen hat die Bundesregierung für eine rationelle Energienutzung, speziell in dünnbesiedelten und strukturschwachen Gebieten, in denen Fernwärmenutzung und Kraft-Wärme-Kopplung ausscheidet?

d) Wie hoch ist das Energiesparpotential im Verkehrsbereich, und durch welche Einzelmaßnahmen könnte es verwirklicht werden?

e) Hat der Einsatz alternativer Energiequellen Auswirkungen auf die künftige Entwicklung des Personen- und Güterverkehrs, und wie werden möglicherweise die einzelnen Verkehrssektoren hiervon betroffen?

f) Welche Bestimmungen wirken im Verkehrssektor hemmend auf eine rationellere Energieverwendung?

7

a) Welche Möglichkeiten bestehen für eine sparsame Verwendung von Brenn- und Treibstoffen in der Landwirtschaft beim Einsatz von — Maschinen und Geräten, — Düngemitteln und Hilfsstoffen, — Heizungsanlagen im Gartenbau? Welche qualitativen Änderungen der bisherigen Entwicklung werden in den kommenden fünf Jahren in den genannten Bereichen eintreten?

b) Wo liegen die Schwerpunkte alternativer Energiegewinnungsquellen, und welche Kostenschwellen bestehen z. B. für die Wärmegewinnung aus Verbrennung land- und forstwirtschaftlicher Reststoffe, Wärmerückgewinnung aus biogenen Vorgängen, Heizgasgewinnung aus Biomasse (Biogas), verstärkte Nutzung von Sonnenenergie im Gartenbau?

c) Welche Möglichkeiten der agrarischen Produktion energiehaltiger Rohstoffe sind erkennbar, und welche Kostenschwellen zeichnen sich z. B. für die Herstellung von Agraralkohol ab?

d) In welchen Bereichen wird der verstärkte Einsatz von Forschungsmitteln im Bereich von Landwirtschaft und Gartenbau als besonders erfolgsversprechend angesehen?

8

Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung ergriffen, um die Verbraucher über sparsamen Umgang mit Energie und Energieverbrauch der Haushaltsgeräte zu informieren, und hält sie neue Fomen der Information für nötig?

9

Welche Rolle können Forschung und Entwicklung zur Einsparung von Primärenergie und rationellen Verwendung von Endenergie spielen? Wie wird der Einfluß der Mikroelektronik eingeschätzt, welche Akzente hat die Bundesregierung hier gesetzt, und wo sieht sie konkreten Entscheidungs- und Handlungsspielraum?

10

Welche Spielräume sieht die Bundesregierung in der Entwicklung und Nutzung von zu Kohle und Kernkraft alternativen, erneuerbaren Primärenergien? Wird die Einführung alternativer Energiequellen durch rechtliche Vorschriften behindert, und was tut die Bundesregierung gegebenenfalls für deren Beseitigung? Welche Markteinführungshilfen werden für notwendig erachtet?

11

Welche Schätzungen über den Einfluß von Strukturveränderungen in der Wirtschaft auf die Entwicklung des zukünftigen Energiebedarfs liegen der Bundesregierung vor? Von welchen Voraussetzungen über Strukturwandel gehen diese Schätzungen mittel- und langfristig aus?

12

Welche Chancen und Risiken für Wachstum und Beschäftigung sind für die Bundesregierung angesichts der Notwendigkeit zu einem verstärkten rationellen und sparsamen Umgang mit Energie und der Substitution der herkömmlichen Energieträger - insbesondere Öl - durch alternative Energieträger erkennbar?

13

Welche Bedeutung mißt die Bundesregierung einer verstärkten Einbeziehung der Energieeinsparung in die Aus- und Fortbildung zu, und welche Maßnahmen hat sie bereits ergriffen?

14

Wie beurteilt die Bundesregierung eine verstärkte Berücksichtigung energiesparender Aspekte im Abfallwirtschaftsprogramm, und welche Initiativen hat sie bereits eingeleitet?

15

Welchen Stellenwert mißt die Bundesregierung den Vereinbarungen mit der Industrie über ein verstärktes Angebot energieeffizienter Produkte und Leistungen auf dem Markt in den Bereichen Elektro- und Gas-Haushaltsgeräteindustrie, Automobilindustrie und Stromwirtschaft bei?

16

Welche Erkenntnisse über die voraussichtlichen Auswirkungen auf die Einkommensverteilung in der Bundesrepublik Deutschland auf Grund der zu erwartenden Energiemarktentwicklung liegen der Bundesregierung vor? Gibt es Untersuchungen über die Folgen für die Einkommensverteilung in bezug auf unterschiedliche Energiesparvorgaben? Ist die Bundesregierung bereit, zu diesem Problemkreis ggf. Untersuchungen durchführen zu lassen?

Bonn, den 9. Juli 1980

Hoffmann (Saabrücken) Stockleben Dr. Steger Reuschenbach Wolfram (Recklinghausen) Grunenberg Ibrügger Meininghaus Müller (Schweinfurt) Oostergetelo Dr. Spöri Neumann (Stelle) Wehner und Fraktion Dr. Haussmann Dr.-Ing. Laermann Frau Schuchardt Zywietz Mischnick und Fraktion

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