Irak und Personensuchdienst
des Abgeordneten Ulrich Oehme und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
Unzählige Menschen im Irak mussten vor dem Einmarsch des Islamischen Staates (IS) fliehen. Tausende Frauen und Kinder wurden entführt. Aber selbst die Menschen, die Schutz fanden, finden keine Ruhe: Ihre Familienmitglieder werden nach wie vor als Gefangene gehalten oder sind irgendwo auf der Flucht (www.bild.de/politik/ausland/jesiden/so-grausam-wurden-jesiden-von-isis- gequaelt-46334924.bild.html). Viele Frauen, Mädchen und Kinder werden immer noch als Sklaven gehalten. Kinder wurden ihren Eltern entrissen um diese als Kindersoldaten auszubilden. Viele Flüchtlinge sind Analphabeten und daher auf Informationen durch Funk und Fernsehen angewiesen. Erschwerend kommt hinzu, dass die durch ISIS besonders verfolgten religiösen Minderheiten der Jesiden und Christen ein tiefes Misstrauen zu muslimischen Behörden haben. Auch Deutschland hatte solche Erfahrungen nach dem Zweiten Weltkrieg gemacht. Hier half der DRK-Suchdienst. „Dessen Aufgabe war es ausgebombte, vermisste, verschleppte, vertriebene Menschen wieder ihren Familien zuzuführen oder Heimstellen für Waisenkinder zu finden. Der Suchdienst erstellte außerdem Gutachten über das Schicksal von verschollenen deutschen Soldaten des Zweiten Weltkrieges (www.drk-suchdienst.de/de/angebote/zweiter-weltkrieg/bestÃ%A4nde/dokumente).
Von 1948 bis 1963 bestand beim Hörfunksender RIAS eine Suchdienst-Verbindungsstelle in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz. Es wurden vom NWDR und RIAS fast 100 000 Meldungen durchgegeben, hierdurch konnten über 7 000 Personen zusammengeführt werden (www.drk.de/hilfe-in-deutschland/ suchdienst/).
„Seit der Gründung konnten vom Suchdienst mehr als 16 Millionen Menschen zusammengeführt, mehr als 500 000 Kinderschicksale geklärt und weltweit rund 600 000 Menschen über den Verbleib von Angehörigen in Konflikten und Katastrophen benachrichtigt werden.“ (Quelle Wikipedia).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen4
Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung im Irak einen Suchdienst für verschollene oder verschleppte Flüchtlinge? Wenn ja,
a) wo hat dieser Suchdienst seinen Sitz,
b) seit wann ist dieser Suchdienst tätig,
c) wer betreut oder ist für den Suchdienst verantwortlich,
d) wie sehen die Erfolge des Suchdienstes aus,
e) wie viele Menschen konnten nach dem Krieg im Jahre 2014 ausfindig gemacht werden und
f) gibt es andere Institutionen die diesen Suchdienst mit unterstützen? Wenn ja, welche?
Plant die Bundesregierung dabei zu helfen, einen Suchdienst im Irak nach Vorbild des Deutschen Roten Kreuz aufzubauen, falls keiner existiert?
Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung eine Zusammenarbeit des DRK mit anderen Suchdiensten?
Wenn ja, von wo und wem werden diese unterstützt?
Welchen Organisationen gehören diese an?
Unterstützt die Bundesregierung nichtdeutsche Suchdienste im Irak finanziell oder personell?
Wenn ja, welche, und aus welchen Mitteln werden diese finanziert?