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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Zukunft der Therapieberufe

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Gesundheit

Datum

27.02.2020

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/1707111.02.2020

Zukunft der Therapieberufe

der Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Christine Aschenberg-Dugnus, Nicole Bauer, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marco Buschmann, Carl-Julius Cronenberg, Britta Katharina Dassler, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Otto Fricke, Thomas Hacker, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Katja Hessel, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Pascal Kober, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Michael Georg Link, Roman Müller-Böhm, Dr. Martin Neumann, Matthias Seestern-Pauly, Judith Skudelny, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Katja Suding, Linda Teuteberg, Manfred Todtenhausen, Dr. Andrew Ullmann, Gerald Ullrich, Sandra Weeser und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Am 28. November 2019 veröffentlichte ein „Bündnis für Therapieberufe“ ein Positionspapier, das eine Akademisierung der Therapieberufe wie Physiotherapie, Logopädie oder Ergotherapie fordert. Diesem Positionspapier haben sich viele namhafte Berufsverbände aus den betroffenen Therapieberufen angeschlossen (https://www.hv-gesundheitsfachberufe.de/wp-content/uploads/Positionspapier_Therapieberufe_Versand_f.pdf).

Begründet wird die Forderung einer Akademisierung mit den stetig steigenden Anforderungen an die Therapieberufe und die mangelnde Attraktivität der aktuellen Ausbildung. Die Initiatoren erhoffen sich, dass die Berufe durch eine wissenschaftlichere Ausbildung deutlich profitieren, ebenso erhoffen sie sich, dass sich mehr Menschen für Therapieberufe interessieren werden. Allerdings sehen sie auch das Problem, dass nicht alle Schulabgänger eine akademische Ausbildung aufnehmen können, verweisen hier jedoch auf Studienmöglichkeiten ohne Hochschulzugangsberechtigung.

Auf Bundestagsdrucksache 18/9400 hat die Bundesregierung den Bundestag über die Ergebnisse der im Jahr 2009 initiierten Modellstudiengänge informiert. Der Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn hat sich danach gegen eine Vollakademisierung der Therapieberufe positioniert (https://www.aerztezeitung.de/Politik/Spahn-Nicht-alle-muessen-studieren-375615.html).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen9

1

Welche Anzahl an Absolventen gab es nach Kenntnis der Bundesregierung jeweils jährlich insgesamt und in den einzelnen Bundesländern seit 2011 in den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie?

2

Welche Anzahl an Personen hat nach Kenntnis der Bundesregierung jeweils jährlich seit 2011 die Ausbildung in den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie begonnen, und über welchen höchsten Schulabschluss verfügten diese Personen jeweils in den einzelnen Therapieausbildungen?

3

Welche Anzahl an Personen hat nach Kenntnis der Bundesregierung an einem der seit 2009 geschaffenen Modellstudiengängen teilgenommen, ohne eine allgemeine Hochschulreife zu besitzen?

a) Mit welchem höchsten Schulabschluss haben diese Personen die Hochschulausbildung begonnen?

b) Welche Zugangsvoraussetzungen mussten sie erfüllen?

c) Welche Anzahl dieser Personen hat auch einen Abschluss erreicht, und wie hoch ist die Absolventenquote im Vergleich zu Absolventen mit einer Hochschulzugangsberechtigung?

4

Wie bewertet die Bundesregierung die Ergebnisse der Modellstudiengänge für Therapieberufe, und welche Schlüsse zieht sie aus den Ergebnissen?

5

Welche Anzahl an Personen war bzw. ist nach Kenntnis der Bundesregierung jährlich seit 2011 in den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie beruflich tätig?

6

Welche Anzahl an Personen war bzw. ist jährlich seit 2011 in den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie als arbeitsuchend gemeldet?

7

Welche Anzahl an Stellen ist aktuell in den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie als offen gemeldet?

a) In welchen Bundesländern gibt es überdurchschnittlich viele offene Stellen?

b) In welchen Bundesländern gibt es unterdurchschnittlich viele offene Stellen?

8

Welche Anzahl an Fachkräften wurde nach Kenntnis der Bundesregierung in den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie jeweils jährlich seit dem Jahr 2011 aus dem Ausland gewonnen?

a) Aus welchen Ländern stammen diese Fachkräfte?

b) Welche Anzahl an ausländischen Ausbildungen bzw. Berufsabschlüssen wurde seit 2011 anerkannt?

c) Plant die Bundesregierung weitere Initiativen, um mehr Fachkräfte in den genannten Therapieberufen für Deutschland zu gewinnen, wenn ja, welche, und wann?

9

Welchen Bedarf an Arbeitskräften in den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie benötigt Deutschland nach Auffassung der Bundesregierung bis zum Jahr 2030?

a) Welche zusätzlichen Arbeitskräfte werden benötigt?

b) Welche Anzahl an Arbeitskräften wird in diesem Zeitraum in Rente gehen?

c) Welche Anzahl an Arbeitskräften wird aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt in diesem Zeitraum nicht mehr zur Verfügung stehen?

Berlin, den 15. Januar 2020

Christian Lindner und Fraktion

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