Umgang mit Kulturerbe am Meeresgrund
der Abgeordneten Hartmut Ebbing, Katja Suding, Thomas Hacker, Otto Fricke, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Nicole Bauer, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marco Buschmann, Carl-Julius Cronenberg, Britta Katharina Dassler, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Manuel Höferlin, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Dr. Marcel Klinge, Daniela Kluckert, Pascal Kober, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Alexander Müller, Roman Müller-Böhm, Dr. Martin Neumann, Matthias Seestern-Pauly, Frank Sitta, Judith Skudelny, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Michael Theurer, Stephan Thomae, Dr. Florian Toncar, Sandra Weeser, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
In einem Diskussionspapier der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordern Wissenschaftler ein Umdenken im Umgang mit kulturellem Erbe am Meeresgrund. Insbesondere in der sogenannten ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in Nord- und Ostsee sei derzeit der Schutz des kulturellen Erbes aufgrund der Nichtzugehörigkeit zum deutschen Staatsgebiet deutlich schwächer ausgeprägt. Die Wissenschaftler fordern daher, in Zukunft das kulturelle Erbe am Meeresgrund umfassend und auf einem vergleichbaren Niveau zu erforschen, wie das kulturelle Erbe an Land, sowie die Schutzmechanismen des Kulturerbes auf deutschem Staatsgebiet auf die deutsche AWZ auszuweiten (https://www.leopoldina.org/uploads/tx_leopublication/2019_Diskussionspapier_Spuren_unter_Wasser_web.pdf, zugegriffen am 29. Januar 2020).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen5
Plant die Bundesregierung die Ausweitung der finanziellen Unterstützung der Unterwasserarchäologie mit dem Ziel der Erforschung des kulturellen Erbes am Meeresgrund?
Plant die Bundesregierung, das Übereinkommen der Vereinten Nationen zum Schutz des Unterwasser-Kulturerbes von 2001 zu ratifizieren?
Wenn ja, wann?
Wenn nein, weshalb nicht?
Wie bewertet die Bundesregierung die Denkanstöße der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, den Schutz der Kulturgüter am Meeresgrund institutionell im staatlichen Behördenaufbau abzubilden (https://www.leopoldina.org/uploads/tx_leopublication/2019_Diskussionspapier_Spuren_unter_Wasser_web.pdf, zugegriffen am 29. Januar 2020)?
Wenn ja, wie genau sehen die Planungen der Bundesregierung aus?
Wenn nein, wie plant die Bundesregierung, zukünftig den Schutz des Kulturerbes am Meeresgrund durchzusetzen?
Plant die Bundesregierung, die bereits auf deutschem Staatsgebiet angewandten Schutzmechanismen für kulturelles Erbe auch auf die ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) auszuweiten?
Wenn ja, wann?
Wenn nein, weshalb nicht?
Plant die Bundesregierung, im Rahmen des Vorsitzes im Rat der Europäischen Union eine gesamteuropäische Initiative zum Schutz des Kulturerbes am Meeresgrund auf den Weg zu bringen?
Wenn ja, welchen Inhalts wird diese Initiative sein?
Wenn nein, weshalb nicht?