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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Stärkung des Immunsystems mit ausgewogener Ernährung

(insgesamt 8 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Datum

02.07.2020

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/1993915.06.2020

Stärkung des Immunsystems mit ausgewogener Ernährung

der Abgeordneten Stephan Protschka, Berengar Elsner von Gronow, Peter Felser, Franziska Gminder, Wilhelm von Gottberg, Thomas Ehrhorn, Johannes Huber und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Unsere Gesundheit beruht wesentlich auf gesunder Ernährung und Bewegung (vgl. https://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/GesundeErnaehrung/ArbeitFreizeit/_Texte/Betriebsverpflegung.html?nn=391868). So kann beispielsweise eine gesunde und ausgewogene Ernährung auf vielfältige Art und Weise das Immunsystem stärken (vgl. https://www.immunsystem-ratgeber.com/ernaehrung-immunsystem.html?gclid=CjwKCAjw4pT1BRBUEiwAm5QuR6Od5RpTcqn0HESlHm5QQClIIVg4tTV-yqOnF0Tb5mkrfdv08gboFhoC89oQAvD_BwE&gclsrc=aw.ds).

Besonders in Zeiten, in denen ein starkes Immunsystem gefragt ist, wie beispielsweise in der derzeitigen Corona-Pandemie, machen sich die Verbraucher Gedanken darüber, wie sie ihr Immunsystem durch die Ernährung positiv beeinflussen können und stoßen dabei oftmals auf sogenannte Fake News (vgl. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Coronavirus-und-Grippe-Fake-News-und-Geruechte,coronafakenews100.html). Eine besonders große Rolle spielen hierbei die Nahrungsergänzungsmittel, die von Vielen aus Unwissenheit als Lösung gegen die Ansteckung mit Infektionskrankheiten gesehen werden (s. o.). Diese Unwissenheit verdeutlicht, dass in Deutschland ein starkes Defizit im Wissensstand über den Zusammenhang von speziellen Lebensmitteln, deren Inhaltstoffen und die damit verbundene Beeinflussung des Immunsystems herrscht. Somit gibt es eine Lücke in der Ernährungsbildung, die zum Schutz der Verbraucher gefüllt werden muss.

Im Koalitionsvertrag der 19. Legislaturperiode zwischen CDU, CSU und SPD hat die Bundesregierung sich dafür ausgesprochen, einen gesundheitserhaltenen Lebensstil und den gesundheitlichen Verbraucherschutz zu fördern (vgl. https://www.bundesregierung.de/resource/blob/656734/847984/5b8bc23590d4cb2892b31c987ad672b7/2018-03-14-koalitionsvertrag-data.pdf?download=1, S. 89).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen8

1

Hat die Bundesregierung in der 19. Legislaturperiode Forschungsprojekte, die den Zusammenhang zwischen einzelnen Inhaltstoffen von Lebensmitteln (z. B. Vitamine, Mineralstoffe usw.) und dem Immunsystem evaluieren, gefördert, und wenn ja, welche, und mit welchen Summen wurden diese Projekte gefördert?

2

Kann nach Kenntnis der Bundesregierung der Krankheitsverlauf von COVID-19 durch die Ernährung beeinflusst werden?

a) Ist hierzu der Bundesregierung die Studie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) bekannt, die die Wirksamkeit einer molekularen Ernährungsintervention bei Patientinnen und Patienten mit einer frühen COVID-19-Erkrankung untersucht, und wenn ja, liegen der Bundesregierung hierzu bereits Informationen zu ersten Ergebnissen vor (vgl. https://www.uksh.de/pi_20200331_Ern%C3%A4hrungsstudie-path-13576,9874,13830,182668.html)?

b) Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung weitere Studien, die sich mit dem Thema Ernährung und dem Verlauf der COVID-19-Erkrankung beschäftigen, und wenn nein, plant die Bundesregierung, weitere Studien zu diesem Thema zu initiieren?

c) Wäre es aus Sicht der Bundesregierung sinnvoll, in der derzeitigen Corona-Pandemie zeitnah Probleme in der Ernährungssituation in Krankenhäusern und Pflegeheimen zum Schutz der Risikogruppen zu beheben, um verstärkt gegen Mangelernährung, die möglicherweise ein wesentlicher Risikofaktor für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung ist, vorzugehen, und wenn ja, welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um diese Probleme zu lösen (vgl. https://www.uksh.de/pi_20200331_Ern%C3%A4hrungsstudie-path-13576,9874,13830,182668.html; D. Volkert et al., Ernährungssituation in Krankenhäusern und Pflegeheimen – Auswertung der nutritionDay-Daten für Deutschland, Vorveröffentlichung Kapitel 2 des 14. DGE-Ernährungsberichts, 2019)?

d) Sollte aus Sicht der Bundesregierung die Prävention, Diagnose und Behandlung von Unter- und Fehlernährung routinemäßig fester Bestandteil bei der Behandlung jedes COVID-19-Patienten sein (vgl. https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/covid-19-ernaehrung-beeinflusst-risiko-fuer-schwere-krankheitsverlaeufe-20200428513585)?

3

Durch welche Maßnahmen stellt die Bundesregierung sicher, dass Kenntnisse zu Forschungsfortschritten im Zusammenhang zwischen einzelnen Inhaltsstoffen von Lebensmitteln und dem Immunsystem an die Bevölkerung gelangen, sodass diese sich dementsprechend ernähren kann?

4

Hat die Bundesregierung Kenntnisse darüber, ob der Zusammenhang zwischen einzelnen Inhaltstoffen von Lebensmitteln und dem Immunsystem im Zuge der Ernährungsbildung in den Schulen vermittelt wird (wenn ja, bitte ausführen)?

5

Hat die Bundesregierung Kenntnisse darüber, welche Rolle das aktuelle ernährungsphysiologische Wissen der Bevölkerung in Bezug auf die Ernährungsversorgung in Krisen-Zeiten wie in der derzeitigen Corona-Krise spielt, und wenn ja, welche Kenntnisse sind dies?

6

Wie viele Gelder sind nach Kenntnis der Bundesregierung seit Beginn der 19. Legislaturperiode in die frei zugängliche Informationsplattform www.ernaehrungsvorsorge.de, die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Zusammenarbeit mit den Ländern entwickelt hat und eine angemessenen Vorratshaltung durch die Privathaushalte fördern soll, geflossen?

Wie häufig wurde nach Kenntnis der Bundesregierung diese Informationsplattform seit Beginn der 19. Legislaturperiode aufgerufen?

7

Was spricht aus Sicht der Bundesregierung für und was gegen die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln insbesondere in Zeiten der Corona-Pandemie?

Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung für ihr eigenes Handeln daraus?

8

Welche Veränderungen gab es nach Kenntnis der Bundesregierung auf dem Absatzmarkt von bekanntermaßen gesunden Lebensmitteln wie Obst und Gemüse sowie von Nahrungsergänzungsmitteln während der Corona-Pandemie?

Welche Schlussfolgerungen für ihr eigenes Handeln zieht die Bundesregierung daraus?

Berlin, den 29. Mai 2020

Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion

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