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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Ausbildung von Assistenzhunden zu COVID-19-Hunden

(insgesamt 8 Einzelfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Gesundheit

Datum

30.06.2020

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/2001216.06.2020

Ausbildung von Assistenzhunden zu COVID-19-Hunden

der Abgeordneten Jens Beeck, Michael Theurer, Johannes Vogel, Carl-Julius Cronenberg, Pascal Kober, Matthias Nölke, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Marco Buschmann, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Reginald Hanke, Markus Herbrand, Katja Hessel, Manuel Höferlin, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Dr. Marcel Klinge, Konstantin Kuhle, Oliver Luksic, Alexander Müller, Matthias Seestern-Pauly, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Gerald Ullrich und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Hunde haben aufgrund ihres außergewöhnlichen Geruchssinns die Fähigkeit, Stoffwechselprodukte, chemische Verbindungen bis hin zu Tumorzellen zu riechen (https://www.nationalgeographic.de/wissenschaft/2019/04/lebensretter-wie-hunde-krebs-und-diabetes-erschnueffeln).

Viele ausgebildete Assistenzhunde werden bereits heute bei kranken Menschen eingesetzt, so beispielsweise bei Diabetes. Diabetikerwarnhunde zeigen nicht erst die direkte Unterzuckerung und Überzuckerung an, sondern vielmehr reagieren sie, noch bevor die Blutzuckerwerte unter 70 oder über 250 steigen. Sie warnen somit den Diabetiker vor einer drohenden Unterzuckerung und Überzuckerung, bevor diese tatsächlich eintritt (http://www.assistenzhundezentrum.de/index.php/diabetikerwarnhund).

Noch ist es unklar, ob auch das Coronavirus SARS-CoV-2 einen eigenen Geruch hat oder auf welchen Geruch Hunde reagieren. Experten sehen jedoch eine realistische Möglichkeit, innerhalb von sechs Wochen bereits erfahrene Spürhunde auf diesen neuen Geruch hin zu trainieren (https://www.welt.de/vermischtes/video206961861/Kampf-gegen-Coronavirus-Bessere-Frueherkennung-Hunde-sollen-Covid-19-erschnueffeln.html).

Dazu laufen mehrere internationale Studien (https://newyork.cbslocal.com/2020/05/16/dogs-detect-coronavirus/ und https://www.hindustantimes.com/world-news/606-000-for-research-to-test-dogs-ability-to-sniff-out-covid-19/story-0DAkrIeg9PGYXpcbDCUMDI.html?).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen8

1

Welche laufenden und abgeschlossenen internationalen Studien sind der Bundesregierung bekannt, die sich mit der Erforschung eines für Hunde erkennbaren Geruchs des Coronavirus SARS-CoV-2 befassen, und hat sich die Bundesregierung damit inhaltlich bereits befasst?

2

Werden nach Kenntnis der Bundesregierung auch in Deutschland derartige Studien erarbeitet, und falls ja, welche, und von welchen Institutionen?

3

In welchem Zeitraum rechnet die Bundesregierung mit belastbaren wissenschaftlichen Ergebnissen zu diesem Thema?

4

Plant die Bundesregierung, derartige Forschungsarbeiten mit Forschungsgeldern zu unterstützen?

5

Sieht die Bundesregierung Einsatzmöglichkeiten für ausgebildete Hunde in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Einrichtungen der Behindertenhilfe oder vergleichbaren Einrichtungen?

6

Sieht die Bundesregierung Einsatzmöglichkeiten für ausgebildete Hunde an Flughäfen bzw. an den Schengen-Außengrenzen?

7

Sieht die Bundesregierung Einsatzmöglichkeiten für ausgebildete Hunde in Standorten der Bundeswehr, insbesondere bei Auslandseinsätzen?

8

Sieht die Bundesregierung Einsatzmöglichkeiten für ausgebildete Hunde im Rahmen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit in Staaten, in denen das Gesundheitssystem und Testmöglichkeiten nur unzureichend vorhanden sind?

Berlin, den 12. Juni 2020

Christian Lindner und Fraktion

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