BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Die Gefahren von Mikro- und Nanoplastik in Lebensmitteln

(insgesamt 7 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Datum

28.07.2020

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/2101613.07.2020

Die Gefahren von Mikro- und Nanoplastik in Lebensmitteln

der Abgeordneten Stephan Protschka, Berengar Elsner von Gronow, Peter Felser, Franziska Gminder, Wilhelm von Gottberg, Thomas Ehrhorn, Johannes Huber und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) setzt sich unter anderem für den Schutz von Verbrauchern vor gesundheitsgefährdenden Stoffen in Lebensmitteln ein (vgl. https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrung_node.html). In Muscheln (vgl. Sanchez, W., C. Bender, and J.-M. Porcher, Wild gudgeons [Gobio gobio] from French rivers are contaminated by microplastics: Preliminary study and first evidence. Environmental Research, 2014. 128(0): p. 98–100), Fischen (ebd.) oder Honig (vgl. Liebezeit, G. and E. Liebezeit, Non-pollen particulates in honey and sugar. Food Additives & Contaminants: Part A, 2013. 30(12): p. 2136–2140) sowie im Trinkwasser (vgl. https://www.ugb.de/lebensmittel-im-test/mikroplastik/) wurde angeblich Mikroplastik nachgewiesen, das beispielsweise aus Kosmetika, Zahnpasta oder Plastikverpackungen stammt (ebd.).

Nach derzeitigem Forschungsstand sind keine gesundheitlichen Gefahren für den Menschen mit der Aufnahme von Mikroplastik über Lebensmittel erkennbar (vgl. https://www.bmu.de/themen/gesundheit-chemikalien/gesundheit-und-umwelt/lebensmittelsicherheit/verbraucherschutz/mikroplastik/#:~:text=Mikroplastik%20in%20Lebensmitteln,vom%20K%C3%B6rper%20wieder%20ausgeschieden%20werden). Laut der European Food Safety Authority (EFSA) ist jedoch eine Abschätzung des toxikologischen Risikos nach oraler Aufnahme von Mikroplastik durch den Menschen aufgrund des Fehlens experimenteller Daten derzeit nicht möglich (https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.2903/j.efsa.2016.4501). Außerdem existieren bisher keine Analysemethoden für die Identifizierung und Quantifizierung von Nanoplastik in Lebensmitteln, sodass Daten über das Vorkommen in Lebensmitteln völlig fehlen (ebd.).

Generell ist zu wenig zur Relevanz von Mikroplastik für die menschliche Gesundheit bekannt, weshalb Forscher die Notwendigkeit von mehr Monitoring betonen (vgl. ERNÄHRUNGSUMSCHAU, Ausgabe 6, Juni 2020, M318, Ernährung aktuell).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen7

1

Wie stuft die Bundesregierung die Gefahren von Mikro- und Nanoplastik in Lebensmitteln für den Menschen bei oraler Aufnahme ein?

2

Welche Lebensmittel enthalten nach Kenntnis der Bundesregierung höchstwahrscheinlich größere Mengen an Mikro- und Nanoplastik?

3

Fördert die Bundesregierung derzeit Forschungsprojekte, die die Belastung von Lebensmitteln in Deutschland mit Mikro- und Nanoplastik untersuchen?

Wenn ja, welche, und wie hoch werden diese Projekte finanziell von der Bundesregierung gefördert?

Wenn nein, warum nicht?

4

Fördert die Bundesregierung derzeit Forschungsprojekte, die den Einfluss von Mikro- und Nanoplastik bei oraler Aufnahme über Lebensmittel auf die menschliche Gesundheit evaluieren?

Wenn ja, welche, und wie hoch werden diese Projekte finanziell von der Bundesregierung gefördert?

Wenn nein, warum nicht?

5

Fördert die Bundesregierung derzeit Forschungsprojekte, die die Aufnahme von Mikro- und Nanoplastik aus Ackerböden in Pflanzenkulturen analysieren?

Wenn ja, welche, und wie hoch werden diese Projekte finanziell von der Bundesregierung gefördert?

Wenn nein, warum nicht?

6

Plant die Bundesregierung Initiativen, um Mikroplastik aus Sicht des gesundheitlichen Verbraucherschutzes besser beurteilen zu können, und wenn ja, welche?

7

Welche Initiativen laufen derzeit auf EU-Ebene zum Thema Mikroplastik aus Sicht des gesundheitlichen Verbraucherschutzes?

Berlin, den 2. Juli 2020

Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen