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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Versorgungslage und Versorgungsgrad der Bevölkerung im Königreich Marokko

(insgesamt 5 Einzelfragen mit zahlreichen Unterfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Datum

03.08.2020

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/2101813.07.2020

Versorgungslage und Versorgungsgrad der Bevölkerung im Königreich Marokko

der Abgeordneten Dietmar Friedhoff, Ulrich Oehme, Dr. Harald Weyel und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Viele Länder Afrikas leiden unter Trockenheit. Aufgrund der bis zum Jahre 2050 prognostizierten Verdoppelung der afrikanischen Bevölkerung wird der Zugang zu sauberem Wasser sowie Wassermangel viele Länder Afrikas vor gewaltige Herausforderungen stellen (vgl. https://bildungsserver.hamburg.de/wasserressourcen-nav/2182322/wasserressourcen-afrika/#:~:text=Mehr%20als%20300%20Millionen%20Menschen,nicht%20genügend%20Wasser%20zur%20Verfügung und https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Wasserprobleme_und_Klimawandel_in_Afrika). Zugleich gibt es unter der Erde, in der Wüste Sahara, gewaltige Wasservorkommen. Um an dieses Wasser zu gelangen, startete schon 1984 das Great-Man-Made-River-Projekt, in dessen Zuge Bewässerungssysteme installiert wurden (https://www.klett.de/alias/1006230).

Neben dem Trinkwassermangel spitzt sich auch die Ernährungssituation in vielen Ländern Afrikas durch die derzeitige Heuschreckenplage (https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/blog/heuschreckenplage-in-ostafrika/221286) und COVID-19 wieder zu (vgl. https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-04/coronavirus-pandemie-westafrika-hungerkrise, https://www.tagesschau.de/ausland/hunger-afrika-un-101.html. Aber auch andere strukturelle Probleme tragen zur Verschlechterung der Ernährungssituation bei: Nichtverfügbarkeit von Lebensmitteln, unzureichende Kaufkraft, unzureichende Verteilung und fehlende Strukturen im engsten sozialen Umfeld, der Anstieg von Konfliktherden, wie zum Beispiel in Libyen, Mali und Mauretanien (https://www.maghreb-post.de/gesellschaft/maghreb-rund-52-mio-menschen-von-hunger-und-ernaehrungsunsicherheitbetroffen/).

Auch der Zugang zu Energie bleibt weiterhin vielen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent verwehrt (http://www.bmz.de/de/themen/energie/energiepolitik_international/Africa_Renewable_Energy_Initiative_AREI/). Viele Haushalte in Afrika sind ganz ohne Strom. „Nirgendwo auf der Welt ist der Anteil der Haushalte mit Stromanschluss so niedrig wie in den Ländern südlich der Sahara. In manchen ländlichen Gebieten hat kaum jeder zwanzigste Haushalt Strom“ (https://www.eib.org/de/stories/africa-energy-access). Dabei ist der fehlende Zugang zu Energie ein großes Entwicklungshemmnis (http://www.bmz.de/de/themen/energie/energiepolitik_international/Africa_Renewable_Energy_Initiative_AREI/).

Angesichts des Engagements der Bundesregierung im Rahmen der deutschmarokkanischen Entwicklungszusammenarbeit in den Bereichen der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigung, der erneuerbaren Energien und Wasser ergeben sich für die Fragesteller folgende Fragen (https://www.bmz.de/de/laender_regionen/naher_osten_nordafrika/marokko/index.jsp).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen5

1

Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Trinkwasservorräte sowie den Versorgungsgrad der Bevölkerung mit Trinkwasser im Königreich Marokko zum gegenwärtigen Zeitpunkt, angesichts ihres dortigen Engagements (bitte ausführen)?

2

Wie werden sich nach Einschätzung der Bundesregierung unter Berücksichtigung einer langfristig definierten Entwicklungszusammenarbeit und der damit verbundenen notwendigen Voraussetzungen die Trinkwasservorräte sowie der Versorgungsgrad der Bevölkerung mit Trinkwasser im Königreich Marokko bis zum Jahr 2030, 2040, 2050 bei gleichbleibender demographischer Entwicklung entwickeln?

a) Welche endogenen Ursachen sind nach Einschätzung der Bundesregierung für die aufgezeigte Entwicklung ursächlich?

b) Welche exogenen Ursachen sind nach Einschätzung der Bundesregierung für die aufgezeigte Entwicklung ursächlich?

c) Mit welchen Maßnahmen unterstützt die Bundesregierung Marokko hier (https://www.bmz.de/de/laender_regionen/naher_osten_nordafrika/marokko/index.jsp; bitte nach konkreten Projekten der staatlichen und nichtstaatlichen Entwicklungszusammenarbeit, Laufzeit, Finanzierungsvolumen und Durchführungsorganisation/Träger aufschlüsseln)?

3

Welche Kenntnis hat die Bundesregierung im Hinblick auf die gegenwärtige Ernährungssituation der Bevölkerung im Königreich Marokko, und wie bewertet sie die Ernährungssituation (bitte ausführen und begründen)?

4

Wie wird sich nach Einschätzung der Bundesregierung unter Berücksichtigung einer langfristig definierten Entwicklungszusammenarbeit und den damit verbundenen notwendigen Voraussetzungen die Ernährungssituation im Königreich Marokko bis zum Jahr 2030, 2040, 2050 bei gleichbleibender demographischer Entwicklung entwickeln (vgl. https://www.giz.de/de/weltweit/24690.html)?

a) Welche endogenen Ursachen sind nach Einschätzung der Bundesregierung für die aufgezeigte Entwicklung ursächlich?

b) Welche exogenen Ursachen sind nach Einschätzung der Bundesregierung für die aufgezeigte Entwicklung ursächlich?

c) Mit welchen Maßnahmen unterstützt die Bundesregierung die aufgezeigte Entwicklung (bitte nach konkreten Projekten der staatlichen und nichtstaatlichen Entwicklungszusammenarbeit, Laufzeit, Finanzierungsvolumen und Durchführungsorganisation bzw. Träger aufschlüsseln)?

5

Wie beurteilt die Bundesregierung die gegenwärtige Energieversorgung der Bevölkerung sowie die Energieversorgung der Wirtschaft im Königreich Marokko (vgl. https://www.bmz.de/de/laender_regionen/naher_osten_nordafrika/marokko/index.jsp)?

a) Wie wird sich nach Einschätzung der Bundesregierung unter Berücksichtigung einer langfristig definierten Entwicklungszusammenarbeit und den damit verbundenen notwendigen Voraussetzungen die Energieversorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft im Königreich Marokko bis zum Jahr 2030, 2040, 2050 bei gleichbleibender demographischer Entwicklung entwickeln?

Welche endogenen Ursachen sind nach Einschätzung der Bundesregierung für die aufgezeigte Entwicklung ursächlich?

b) Welche exogenen Ursachen sind nach Einschätzung der Bundesregierung für die aufgezeigte Entwicklung ursächlich?

c) Mit welchen Maßnahmen unterstützt die Bundesregierung die aufgezeigte Entwicklung (bitte nach konkreten Projekten der staatlichen und nichtstaatlichen Entwicklungszusammenarbeit, Laufzeit, Finanzierungsvolumen und Durchführungsorganisation bzw. Träger aufschlüsseln)?

Berlin, den 8. Juli 2020

Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion

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