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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Herkunftsbezeichnung Honig

(insgesamt 12 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Datum

28.07.2020

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/2106914.07.2020

Herkunftsbezeichnung Honig

der Abgeordneten Stephan Protschka, Berengar Elsner von Gronow, Peter Felser, Franziska Gminder, Wilhelm von Gottberg, Thomas Ehrhorn, Johannes Huber und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Auf Honig muss das Ursprungsland angegeben und bei Honigmischungen müssen folgende Angaben gemacht werden: „Mischung von Honig aus EU-Ländern“, „Mischung von Honig aus Nicht-EU-Ländern“ oder „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“ (vgl. https://www.bzfe.de/inhalt/honig-einkauf-und-kennzeichnung-33940.html). Verbraucher werden dadurch schnell hinters Licht geführt und wissen beim Griff zum Honig meist nicht, woher dieser tatsächlich stammt (vgl. https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzeit/zdfzeit-nelson-muellers-lebensmittelreport-100.html).

Die Herkunftsbezeichnung von Honig fördert gleichzeitig, dass europäische Imker nicht mit dem billigeren Importhonig aus Drittstaaten konkurrieren können (vgl. http://www.finanztreff.de/news/woher-kommt-der-honig-eu-laender-fordern-genauere-kennzeichnung/19048038). Dies lässt sich damit begründen, dass die Bezeichnung „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ bereits gegeben werden kann, wenn die Mischung aus wenig EU-Honig und aus einem Löwenanteil Nicht-EU-Honig besteht (vgl. https://www.focus.de/finanzen/boerse/wirtschaftsticker/unternehmen-woher-kommt-der-honig-eu-laender-fordern-genauere-kennzeichnung_id_11597989.html).

Daher schlugen 16 EU-Länder eine genauere Kennzeichnung von Honig vor (vgl. http://www.finanztreff.de/news/woher-kommt-der-honig-eu-laender-fordern-genauere-kennzeichnung/19048038, https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-5389-2020-INIT/en/pdf).

Es heißt, dass die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner dieses Vorhaben unterstützen möchte (vgl. https://www.zdf.de/nachrichten/heute/schutz-vor-billigkonkurrenz-eu-fordert-honig-kennzeichnung-100.html).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen12

1

Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl der Berufsimkereien sowie die der Privatimker in Deutschland in den Jahren 2014 bis 2019 entwickelt?

2

Hat die Bundesregierung im Zeitraum von 2014 bis 2019 die heimischen Berufsimkereien unterstützt, und wenn ja, mit welchen Maßnahmen?

3

Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung eine digitale Erfassung der Stellflächen der Wanderimker auf Landkreisebene zur Vermeidung von Überschneidungen bzw. Vermischungen der Völker bzw. Bienenrassen (Buckfast/Carnica) von Privatimkern (vgl. http://www.imkerpate.de/buckfast/)?

4

Plant die Bundesregierung Maßnahmen, um die heimischen Berufsimkereien vor Billigkonkurrenz aus dem Ausland zu schützen, und wenn ja, welche (vgl. https://www.zdf.de/nachrichten/heute/schutz-vor-billigkonkurrenz-eu-fordert-honig-kennzeichnung-100.html)?

5

Wie viel Honig (in Tonnen) wurde nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren 2014 bis 2019 in deutschen Berufsimkereien produziert?

6

Wie viel Honig (in Tonnen) hat Deutschland in den Jahren 2014 bis 2019 nach Kenntnis der Bundesregierung aus Nicht-EU Ländern, insbesondere aus China, importiert (bitte nach Nicht-EU-Ländern aufschlüsseln)?

7

Wie viel Honig (in Tonnen) hat Deutschland in den Jahren 2014 bis 2019 nach Kenntnis der Bundesregierung aus EU-Ländern importiert (bitte nach EU-Ländern aufschlüsseln)?

8

Wie viel Honig wird nach Kenntnis der Bundesregierung jährlich in Deutschland in Lebensmitteln verarbeitet, und wie viel Prozent davon stammen aus Deutschland?

9

Möchte die Bundesregierung sich für eine europaweite neue Honig-Kennzeichnung bezogen auf die Herkunftsangabe einsetzen, und wenn ja, welche Maßnahmen plant die Bundesregierung hierfür?

10

Wie müsste Honig bezogen auf seine Herkunftskennzeichnung aus Sicht der Bundesregierung gekennzeichnet sein (vgl. https://www.zdf.de/nachrichten/heute/schutz-vor-billigkonkurrenz-eu-fordert-honig-kennzeichnung-100.html)?

11

Hat die Bundesregierung Kenntnisse bezüglich der Unterschiede in der Qualität (z. B. Belastung mit Pflanzenschutzmittelrückständen, gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe usw.) von europäischem Honig und Honig aus Drittländern insbesondere aus China (vgl. https://www.chip.de/news/Grosse-Honig-Luege-Ist-China-Honig-so-schlecht-wie-sein-Ruf_178044127.html, https://kurier.at/wirtschaft/gepanscht-und-verfaelscht-der-grosse-honigschwindel/312.536.683, https://news.tumorzentrum-muenchen.de/2018/10/honig-oder-was-bienen-mit-dinosauriern-gemein-haben/#:~:text=Zudem%20enth%C3%A4lt%20Honig%20sekund%C3%A4re%20Pflanzenstoffe,sch%C3%BCtzende%20Wirkung%20entfalten%20%5B7%5D.), und wenn ja, welche Kenntnisse sind dies?

a) Wenn ja, kann aus Sicht der Bundesregierung ausgeschlossen werden, dass der im Supermarkt zum Verkauf stehende importierte Honig mit kostengünstigerem Sirup gestreckt wurde (vgl. https://www.welt-der-wunder.de/artikel/ist-der-honig-aus-dem-supermarkt-gepanscht)?

b) Welche Kriterien in Bezug auf die Qualität von Honig werden nach Kenntnis der Bundesregierung bei der Einfuhr von Honig aus Drittländern überprüft?

Berlin, den 2. Juli 2020

Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion

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