Einkommensteueraufkommen je Einkommensgruppe in Deutschland
der Abgeordneten Christian Dürr, Dr. Florian Toncar, Frank Schäffler, Katja Hessel, Markus Herbrand, Till Mansmann, Grigorios Aggelidis, Jens Beeck, Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Reginald Hanke, Torsten Herbst, Reinhard Houben, Olaf in der Beek, Dr. Marcel Klinge, Alexander Müller, Dr. h. c. Thomas Sattelberger, Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Gerald Ullrich und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Die arbeitende Mitte in Deutschland leistet einen großen Beitrag für den Wohlstand unseres Landes. Dabei trägt sie zur Finanzierung unseres Sozialstaates einen Großteil bei. Die Steuerlast der Mittelschicht ist besonders hoch, da viele Menschen in Deutschland den Spitzensteuersatz von 42 Prozent zahlen müssen. Hinzu kommen Belastungen bei den Sozialabgaben (https://www.focus.de/finanzen/steuern/melkkuh-der-nation-der-deutsche-staat-verraet-die-mittelschicht-mit-seinem-einkommenssteuergesetz_id_11096071.html). Durch die kalte Progression geraten mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in höhere Steuerklassen. Denn der Steuersatz steigt linear, sodass Lohnerhöhungen oder bezahlte Überstunden automatisch zu immer höheren persönlichen Steuersätzen führen. In Deutschland sind allein rund 32,1 Millionen steuerzahlende Personen davon betroffen (https://www.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/familienentlastungsgesetz-32-1-millionen-steuerzahler-trifft-die-kalte-progression/23228850.html). Im Zuge der Corona-Krise hat sich die Bundesregierung dazu entschlossen, die Mehrwertsteuer zu senken, statt eine Reform der Einkommensteuer in Betracht zu ziehen. Vor dem Hintergrund der geltenden Fristen zur Abgabe der Steuererklärung wird mit Hilfe eines Einkommensteuersimulationsmodells um Schätzungen gebeten, die auf der Grundlage der fortgeschriebenen amtlichen Lohn- und Einkommensteuerstatistik für das Jahr 2019 angestellt werden (vgl. Bundestagsdrucksache 19/9602).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen6
Wie hoch ist das Medianeinkommen pro Jahr in Deutschland (bitte ab dem Jahr 2009 bis 2019 aufschlüsseln)?
Wie hoch ist das Durchschnittseinkommen pro Jahr in Deutschland (bitte ab dem Jahr 2009 bis 2019 aufschlüsseln)?
Wie hoch waren das Aufkommen und die Anteile am Einkommensteueraufkommen nach Einkommensgruppen im Jahr 2019, für das der Bundesregierung bereits Zahlen vorliegen (bitte die Einkommensgruppen wie folgt aufschlüsseln: das einkommensstärkste Prozent der steuerzahlenden Personen, die folgenden 4 Prozent, dann absteigend in Gruppen von jeweils 5 Prozent)?
Wie hoch waren das Aufkommen und die Anteile am Aufkommen aus dem Solidaritätszuschlag nach Einkommensgruppen im Jahr 2019, für das der Bundesregierung bereits Zahlen vorliegen (bitte die Einkommensgruppen wie folgt aufschlüsseln: das einkommensstärkste Prozent der steuerzahlenden Personen, die folgenden 4 Prozent, dann absteigend in Gruppen von jeweils 5 Prozent)?
Plant die Bundesregierung, den Spitzensteuersatz und/oder den Höchststeuersatz anzuheben?
Falls ja, aus welchen Gründen, und auf welche Höhe?
Plant die Bundesregierung, im Falle eines ausbleibenden Effekts der zwischenzeitlichen Mehrwertsteuersenkung, eine Reform der Einkommensteuer?