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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Fluoxetin und Remdesivir - Im Einsatz gegen COVID-19

(insgesamt 4 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Gesundheit

Datum

05.01.2021

Antwortdauer

19 Tage

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/2542417.12.2020

Fluoxetin und Remdesivir – im Einsatz gegen COVID-19

der Abgeordneten Dr. Robby Schlund, Detlev Spangenberg, Paul Viktor Podolay, Jörg Schneider, Uwe Witt, Jürgen Braun, Ulrich Oehme, Dr. Heiko Wildberg, Dr. Christian Wirth, Dr. Axel Gehrke und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Seit Monaten arbeiten in der Corona-Pandemie weltweit Wissenschaftler mit Hochdruck an der Erforschung verfügbarer Wirkstoffe gegen das Coronavirus SARS-CoV-2. Seit den siebziger Jahren wird der Wirkstoff Fluoxetin beim Menschen zur Behandlung von Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen eingesetzt (https://www.br.de/nachrichten/bayern/wuerzburger-studie-antidepressivum-hemmt-coronavirus/, S. 25, Tb3I). Wie eine Studie von Virologen und Chemikern der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) zeigt, hemmt Fluoxetin die Vermehrung der Viren vom Typ SARS-CoV-2 deutlich (https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/single/news/antidepressivum-hemmt-coronavirus/).

Über 40 Jahre ist Fluoxetin im klinischen Einsatz und gilt somit als gut erforscht. Dementsprechend ist das Patent längst abgelaufen und Medikamente mit dem Wirkstoff sind günstig erhältlich. Als Beispiel nennen die Fragesteller Fluoxetin 20 – 1 A Pharma, hier belaufen sich die Kosten für 100 Tabletten auf 21,72 Euro (https://www.medvergleich.de/fluoxetin.html, Abrufdatum 4. Dezember 2020). Aus Sicht der Wissenschaftler spricht danach vieles dafür, Fluoxetin bei der frühen Behandlung von SARS-CoV-2-infizierten Patienten in Heilversuchen und Studien einzusetzen (https://www.pharmazeutische-zeitung.de/antidepressivum-wirkt-antiviral-aber-nur-gegen-coronaviren-118640/).

Medikamente zur Behandlung schwerer Verlaufsformen einer Infektion sind ein Baustein in der Eindämmung der Corona-Pandemie (https://www.derstandard.de/story/2000118157952/antidepressivum-fluoxetin-hemmt-sars-cov-2). Das Medikament Remdesivir ist derzeit das einzige, das den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann (https://apps.derstandard.de/privacywall/story/2000118157952/antidepressivum-fluoxetin-hemmt-sars-cov-2). Weitere Substanzen sind deshalb dringend gesucht. Weil Fluoxetin bereits seit 40 Jahren zugelassen ist, ist das Patent auf diesen Wirkstoff abgelaufen (https://www.scinexx.de/news/medizin/antidepressivum-hemmt-das-coronavirus/). Die Produktion ist daher günstig und kann weltweit erfolgen. Auf zeitaufwendige klinische Studien der Phase 1 kann daher verzichtet werden. Die Phasen 2 und 3 werden für die Wirksamkeit benötigt, denn Medikamente sind immer nur für bestimmte Krankheiten zugelassen, zuständig dafür ist das Bonner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Psychopharmaka, wozu auch Fluoxetin gehört, sind die Arzneimittelgruppe, die immer wieder von Lieferengpässen betroffen ist (https://www.hohenzollern-apotheke.de/service/wissenswertes/lieferengpaesse-bei-medikamenten/).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen4

1

Gibt es Bestrebungen von Seiten der Bundesregierung, die Forschung hier zu unterstützen, damit das Medikament Fluoxetin zur Bekämpfung von COVID-19 eingesetzt werden kann?

Wenn ja, welche sind dies?

2

Hat die Bunderegierung geplant, ggf. eine ausreichende Menge an Fluoxetin für die Behandlung der COVID-19-Erkrankten sicherzustellen?

Wenn ja, welche Anstrengungen werden unternommen, um einen Lieferengpass zu vermeiden?

3

Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die aktuell vorgehaltene Reserve des Medikamentes Remdesivir für die deutsche Bevölkerung, und wie hoch sind die Einsatzzahlen des Medikamentes seit Ausbruch von COVID-19 in Deutschland?

4

Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der offizielle Listenpreis für Remdesivir in Deutschland?

Berlin, den 4. Dezember 2020

Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion

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