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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Preisgefüge zwischen Handel und Landwirten

(insgesamt 10 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Datum

08.02.2021

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/2582213.01.2021

Preisgefüge zwischen Handel und Landwirten

der Abgeordneten Wilhelm von Gottberg, Berengar Elsner von Gronow, Peter Felser, Franziska Gminder, Stephan Protschka, Thomas Ehrhorn, Johannes Huber, Enrico Komning und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Am 1. Dezember 2020 haben 250 Landwirte vor dem Zentrallager in Cloppenburg über Lautsprecher mit dem Chef des Lidl-Mutterkonzerns K. G. telefoniert. Er versprach, schriftlich zu garantieren, dass er in den nächsten Tagen auf die anderen Discounterriesen zugehen werde (https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Faire-Preise-fuer-Bauern-Lidl-will-mit-anderen-Ketten-reden,landwirte282.html).

Auch die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner wandte sich in einer Videobotschaft an die Bauern (https://www.landundforst.de/landwirtschaft/agrarpolitik/cloppenburg-lidl-kloeckner-reagieren-wuetende-bauern-563712). Sie wolle mit den Verantwortlichen bei Lidl sprechen (ebd.).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen10

1

Liegen der Bundesregierung Informationen über die Veränderung des Preisgefüges zwischen den Landwirten und dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) in den letzten 20 Jahren vor (wenn ja, bitte ausführen, welcher Art diese Kenntnisse sind und wie sich das Preisgefüge im genannten Zeitraum entwickelte)?

2

Liegen der Bundesregierung Informationen vor, wie sich die Umsätze der Unternehmen Aldi, Edeka, Rewe und Schwarz-Gruppe in den vergangenen 20 Jahren mit Milch- und Fleischprodukten entwickelt haben (wenn ja, bitte ausführen)?

3

Liegen der Bundesregierung Informationen über die Gewinne, die die Unternehmen Aldi, Edeka, Rewe und Schwarz-Gruppe in den vergangenen 20 Jahren mit Milch- und Fleischprodukten verdient haben, vor (wenn ja, bitte ausführen)?

4

Hat die Bundesregierung Informationen über die Ausgaben (in Euro) der Unternehmen Aldi, Edeka, Rewe und Schwarz-Gruppe für importierte Milch- und Fleischprodukte in den vergangenen 20 Jahren (wenn ja, bitte ausführen)?

5

Ist der Bundesregierung bekannt, wie hoch der durchschnittliche Wertschöpfungsanteil an einem Kilogramm Rind-, Schweine-, und Geflügelfleisch für Landwirte, verarbeitende Unternehmen der Ernährungsindustrie und den Handel ist, und wenn ja, wie hoch ist dieser?

6

Ist der Bundesregierung bekannt, wie hoch der durchschnittliche Wertschöpfungsanteil (in Prozent) an einem Liter Milch für Milchviehhalter, Molkereien und den Handel ist, und wenn ja, wie hoch ist dieser?

7

Wie haben sich nach Kenntnis hat die Bundesregierung die durchschnittlichen Fixkosten und die variablen Kosten der landwirtschaftlichen Betriebe in den vergangenen 20 Jahren entwickelt?

8

Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittlichen Stallbaukosten in den vergangenen 20 Jahren entwickelt, insbesondere die Kosten für Stallbauten in den Bereichen Mast- und Sauenhaltung, Mast- und Milchviehhaltung und Geflügelhaltung (bitte wenn möglich in Euro je Tierplatz angeben)?

9

Plant die Bundesregierung eine erneute Sektoruntersuchung über die Nachfragemacht des Lebensmitteleinzelhandels, insbesondere auch hinsichtlich der Auswirkungen auf die Landwirtschaft, durch das Bundeskartellamt?

Wenn ja, wann?

Wenn nein, warum nicht?

10

Gibt es in der Bundesregierung Bestrebungen zur Einführung einer Fleisch- und Milchprämie (je Kilogramm Fleisch beziehungsweise Milch) für landwirtschaftliche Betriebe, auch unabhängig der Ergebnisse der sogenannten Borchert-Kommission?

Wenn ja, wie konkret sind die Überlegungen?

Wenn nein, warum nicht?

Berlin, den 6. Januar 2021

Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion

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